Mit dem Digital Office Index die eigene Digitalisierung messen Mit dem Digital Office Index die eigene Digitalisierung messen - Computerwelt

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23.06.2016 Rudolf Felser

Mit dem Digital Office Index die eigene Digitalisierung messen

Ein Online-Benchmarking Tool der Trovarit AG spiegelt die aktuelle Digitalisierungssituation von Unternehmen wider.

© imageteam - Fotolia.com

Ist der Grad der Digitalisierung eines Unternehmens messbar? Der deutsche Branchenverband Bitkom glaubt daran, und hat in einer vom ECM-Arbeitskreis initiierten Studie erstmals den Bitkom Digital Office Index für Deutschland ermitteln lassen. 1.100 Unternehmer wurden per Telefoninterview danach befragt, wie weit ihre Büro- und Verwaltungsprozesse bereits digitalisiert sind. Die Ergebnisse zeigen, dass der Weg hin zum digitalen Büro in Deutschland "erst" oder auch "schon" zur Hälfte geschafft ist. Auf einer Skala von 0 für "überhaupt nicht digitalisiert" bis 100 für "vollständig digitalisiert" erreicht der aktuelle Digital Office Index (DOI) für deutsche Unternehmen einen Wert von 50.

Auf Basis dieser Studie hat der Marktanalyst Trovarit AG ein Werkzeug entwickelt, mit dessen Hilfe Unternehmen ihren eigenen DOI-Wert ermitteln können. Gleichzeitig erhalten Unternehmer Informationen darüber, wie fortschrittlich sie beispielsweise im Vergleich zum Wettbewerb aufgestellt sind. Das Benchmark-Tool zum Bitkom Digital Office Index steht unter www.it-matchmaker.com/digital-office-index zur Verfügung.

Der Bitkom Digital Office Index berechnet sich anhand von Faktoren aus drei Teilbereichen: den personellen und technischen Digitalisierungsvoraussetzungen, dem Digitalisierungsfortschritt – hier werden Indikatoren wie die Nutzung von Software-Lösungen oder die Art und Weise der Rechnungsstellung abgefragt - sowie den Auswirkungen und Perspektiven der Digitalisierung – hier stehen z.B. Investitionsabsichten oder Hürden im Mittelpunkt.

Die Studienergebnisse identifizieren vier Nutzertypen, die ähnliche Indikatoren aufweisen: Die "Vorreiter", die Nutzergruppen "überdurchschnittlicher Fortschritt" und "unterdurchschnittlicher Fortschritt" sowie die Gruppe der "Nachzügler". Die ersten beiden Gruppen gehen ihr Digitalisierungsvorhaben in der Regel strategisch an. Sie haben mit der Digitalisierung der Papierakten bereits begonnen, einige größere Unternehmen haben sie gar abgeschlossen. In die Gruppe der "Vorreiter", die einen überdurchschnittlichen DOI Wert von 64 Punkten aufweisen, ordnen sich 9 Prozent der Studienteilnehmer meist aus dem Bereich der wissensintensiven Dienstleister (über 500 Mitarbeiter) ein; 41 Prozent der Nutzergruppe "überdurchschnittlicher Fortschritt" haben einen DOI-Wert von 54, hier finden sich viele mittlere Unternehmen (100 bis 499 Mitarbeiter) unter anderem aus den Branchen IT- und Beratung, Automobilindustrie oder Maschinen- und Anlagenbau.

Die beiden letzten Gruppen haben sich mit dem Thema "Digitalisierung" noch nicht ausreichend auseinandergesetzt, sie verfolgen in der Regel keine Strategie und haben auch keinen hauptverantwortlichen Kopf für dieses Thema festgelegt. Die Digitalisierung von Dokumenten befindet sich noch in den Kinderschuhen, auch das elektronische Versenden von Rechnungen hat sich noch nicht durchgesetzt. Jedoch äußern diese beiden Gruppen auch die höchsten Investitionsabsichten. Hier ordnen sich vor allem kleinere Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern ein, ihr DOI ist kleiner als 48. Überdurchschnittlich oft findet man hier Unternehmen aus dem Umfeld Transport und Logistik; Unternehmen aus den Branchen Chemie, Pharma und Lebensmittel ordnen sich überdurchschnittlich oft in die Gruppe der "Nachzügler" ein, deren DOI unter einem Wert von 39 liegt. (pi/rnf)

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