Ausblick 2018: Atos GF Johann Martin Schachner Ausblick 2018: Atos GF Johann Martin Schachner - Computerwelt

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Ausblick 2018: Atos GF Johann Martin Schachner

Die COMPUTERWELT hat 32 heimische Geschäftsführer nach ihrer Einschätzung für 2018 befragt.

Johann Martin Schachner ist Country Manager von Atos Österreich.

Johann Martin Schachner ist Country Manager von Atos Österreich.

© Atos

1. Was war Ihr spannendstes Kundenprojekt 2017?
Komplexe Projekte in ungewöhnlich knapper Zeit und zu einem fixen, unabänderlichen Stichtag erfolgreich umsetzen – Das haben wir 2017 gleich mehrmals geschafft und es war immer spannend und herausfordernd. So haben wir beispielsweise das komplette Data Center eines großen Kunden innerhalb von nur drei Monaten übersiedelt. Noch weniger Zeit hatten wir, als wir im Rahmen eines anderen Projektes die IT-Services unseres Kunden in unser Data Center ausgelagert haben. Nach einer nur sechswöchigen Transitionsphase konnte der Regelbetrieb bereits aufgenommen werden. Wir betreiben nun mehrere hundert Server sowie zahlreiche Datenbanken, Web- und Backend-Systeme für ihn. Solche spannenden Projekte funktionieren nur mit agilem Projektmanagement, das uns eine rasche Umsetzung unter sehr hohem Zeitdruck ermöglicht, und mit Kunden, mit denen man gemeinsam an einem Strang zieht.

2. Mit welchem Thema/welchen Themen sollten sich Anwender 2018 unbedingt beschäftigen und warum?
2018 steht ganz im Zeichen der Transformation. Dazu zählt, dass sich jene Unternehmen, die es noch nicht getan haben, konsequent mit der Migration ihrer SAP-Altsysteme auf SAP HANA befassen müssen. Denn dieser Prozess kann bis zu drei Jahre dauern und sollte daher besser heute als morgen angegangen werden. Zudem wird die Hybrid Cloud als wesentliches Fundament der digitalen Transformation einen starken Push erfahren. Sie hilft Unternehmen dabei, Komplexität zu reduzieren und sich auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren zu können. Für ihre optimale Nutzung bedarf es Managed-Cloud-Lösungen und -Services („Cloud Orchestration“), um das Potenzial von erhöhter Flexibilität, Skalierbarkeit, Sicherheit und Betriebseffizienz voll auszuschöpfen.
Wir werden außerdem die voranschreitende Transformation der Arbeitswelt erleben, die durch Automatisierung, Communities und Digital Leadership radikal verändert wird. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist virtuell, kollaborativ und flexibel. Wir haben bereits 2017 eine steigende Nachfrage nach unseren Lösungen im Bereichen Digital Workplace beobachtet und erwarten einen weiteren Anstieg im kommenden Jahr. Mit der erfolgreichen Integration des Teilbereichs „Communications & Collaboration Services“ unserer Tochterfirma Unify zu Beginn des Jahres haben wir unsere Produkt-Range an Arbeitsplatzlösungen als elementarer, strategischer Bestandteil unseres Portfolios deutlich erweitert. Somit können wir unseren Kunden nahtlose Servicelösungen für ihr gesamtes digitales Portfolio aus einer Hand anbieten. Die neuen Lösungen erweitern bestehende IT-Infrastrukturen mit IP-Voice, Web-Collaboration, Videokonferenzen, Mobility, modernen Messaging-Lösungen und vielem mehr.
Zudem rückt Datenwissen noch stärker in den Vordergrund, insbesondere durch die Weiterentwicklung der Bereiche Industrie 4.0 und Internet of Things. Gerade im Industrieumfeld spielen Daten eine entscheidende Rolle, da durch die Vernetzung der gesamten Produktion enorme Datenmengen entstehen, die es intelligent auszuschöpfen gilt. Mit Atos Codex haben wir eine Analytics-Lösung entwickelt, die Unternehmen schnell umsetzbare und kosteneffiziente Möglichkeiten bietet, um aus der Analyse der Datensätze einen maximalen Mehrwert zu erzielen.

3. Wie sind Ihre Erwartungen bezüglich des kommenden Jahres und wie begründen Sie Ihre Einschätzung?
Bereits heute ist der IT-Sektor einer der wichtigsten Wachstumstreiber der österreichischen Wirtschaft. Gepaart mit den generell guten Wirtschaftsprognosen wird sich diese Entwicklung noch weiter verstärken. Die meisten Unternehmen haben nicht nur begriffen, dass die digitale Transformation ein enormes Potenzial bietet, ihr Business voranzutreiben, sie sind auch bereit, darin zu investieren. Denn die fortschreitende Digitalisierung schafft vollkommen neue Geschäftsmodelle und Business-Ideen. Mithilfe neuester Technologien können so neue Produkte und Services definiert und neue Märkte erschlossen werden. Mit der steigenden Nachfrage nach digitalen Services und Lösungen wächst auch der Bedarf an IT-Fachkräften kontinuierlich. Aus diesem Grund erweitern wir unser Team in Österreich und sind gegenwärtig auf der Suche nach rund 70 neuen IT-Spezialisten, um unsere Kunden bestmöglich bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Dabei reicht die Bandbreite von Praktikanten und Werkstudenten über junge Talente bis hin zu erfahrenen Experten. Damit bekennen wir uns auch klar zum Standort Österreich: Während andere Unternehmen abwandern, nehmen wir unsere Verantwortung, die Wertschöpfung der heimischen Wirtschaft zu stärken, ernst, indem wir hochwertige Arbeitsplätze schaffen. Denn Chancen müssen nicht nur erkannt, sondern auch ergriffen werden.

4. Wie lautet Ihr IT-Wunschzettel an die neue Regierung?
Die neue Regierung muss Digitalisierung ressortübergreifend in den Mittelpunkt stellen, proaktiv vorantreiben und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, um Wachstum zu ermöglichen. Dazu zählen interdisziplinäre Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote, Schüler-Informationskampagnen zu Berufen in der IT, die Stärkung der digitalen Bildung und Kompetenz, eine Hochleistungs-Breitbandinfrastruktur, ein einfacherer Zugang zu Finanzierungen, das Bereitstellen von Investitionen und Fördermitteln sowie an die digitale Realität angepasste Arbeitszeitmodelle. Wichtig ist, dass die neue Regierung den IT-Sektor als einen der wichtigsten Wachstums- und Zukunftsmotoren begreift, der Arbeitsplätze schafft. Gesetze müssen so gestaltet werden, dass sie die Innovationsfähigkeit heimischer Unternehmen fördern. Wir brauchen vor allem einen konkreten Plan für das digitale Österreich. Die Digitalisierung wartet nicht auf uns. Diese Dinge umzusetzen, passiert nicht von heute auf morgen, daher gilt es, die Weichen gleich von Anfang an zu stellen. Politik und Wirtschaft sind hier gleichermaßen gefordert, proaktiv und gestaltend zu agieren.

5. Mit welchen Herausforderungen rechnen Sie im kommenden Jahr?
Die digitale Transformation eines Unternehmens ist kein temporäres, punktuelles Projekt – ob es sich nun um den Umstieg auf SAP HANA oder ein Hybrid Cloud-Modell handelt. Um eine nachhaltige Geschäftsentwicklung zu gewährleisten, müssen Unternehmen strategisch und vorausschauend planen und gleichzeitig rasch und flexibel agieren. Dieser Balanceakt wird eine der größten Herausforderungen sein.  Zudem werden sich alle Betriebe intensiver mit dem digitalen Wandel der Arbeitswelt befassen müssen – sei es, um jüngeren Arbeitnehmergenerationen jenes moderne und technologisch top-ausgestattete Arbeitsumfeld zu bieten, das sie erwarten, oder um langjährig tätige Mitarbeiter durch diesen Wandel zu begleiten und an den digitalen Arbeitsplatz heranzuführen.
Die immense Datenflut, die durch den Siegeszug des Internet of Things entsteht, wird 2018 rapide anwachsen. Wir müssen aber weg vom reinen Datensammeln. Vielmehr geht es darum, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Fähigkeit, riesige Datenvolumina sinnvoll zusammenzuführen, zu analysieren und in neue Geschäftsmodelle und Business-Ideen umzuwandeln, wird künftig der erfolgsentscheidende Faktor sein. Hier steht die gesamte IT-Branche vor der Herausforderung, dies trotz des eklatanten IT-Fachkräftemangels stemmen zu müssen.
Mit den enormen Datenmengen rückt auch das Thema Security ganz oben auf die Agenda. Denn inzwischen braucht es nicht einmal mehr viel Zeit, Geld oder Know-how seitens krimineller Akteure, um beispielsweise eine DDoS-Attacke durchzuführen. Daher wird die Nachfrage nach besseren und einfacheren Cyber-Sicherheitslösungen steigen. Aus diesem Grund haben wir 2017 unser bestehendes Security-Portfolio aufgerüstet und beispielsweise eine Lösung gelauncht, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Bedrohungen bereits im Voraus zu prognostizieren kann.

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