Smart-Meter-Sicherheitsdiskussion gefordert Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


07.09.2011 Edmund E. Lindau

Smart-Meter-Sicherheitsdiskussion gefordert

Intelligente Stromzähler sollen helfen, den Stromverbrauch zu senken. Um ihre »Sicherheit« ist es jedoch schlecht bestellt.

Im August endete die Begutachtungsfrist für den Entwurf der E-Control zu den technischen Mindestanforderungen von Smart Meter. Liest man diesen Entwurf, so entsteht oberflächlich der Eindruck, dass es sich hier um eine Kleinigkeit handelt. Für die Sicherheitsexperten von »Cyber Security Austria – Verein zur Förderung der IT-Sicherheit Österreichs strategischer Infrastruktur« hingegen läuten die Alarmglocken. So fordert Paul Karrer von Cyber Security Austria eine breite Sicherheitsdiskussion vor einer weiteren Ausrollung von Smart Metern, welche sich nicht alleine auf den Datenschutz beschränken darf. Beim Smart Metering wird der traditionell mechanische oder elektronische Drehstromzähler des Endkunden durch einen intelligenten Zähler in Form eines Computers ersetzt, der regelmäßig über elektronische Übertragungsmedien wichtige Daten an den Netzbetreiber übermittelt. Dieser Informationsaustausch ermöglicht eine optimierte Netzsteuerung. Zusätzlich werden für den Endkunden die Verbrauchsdaten transparenter, was wiederum die Bereitschaft Strom zu sparen erhöhen wird. Der Smart Meter ist de facto ein Computer mit Mess- und Kommunikationsaufgaben. Cyber Security Austria ist der Auffassung, dass die derzeitigen Grundlagen für die Einführung von Smart Metering in Österreich völlig unzureichend sei. So lägen kaum Risikoanalysen vor, welche mögliche Gefährdungen für die strategische Infrastruktur und letztendlich für die Versorgungssicherheit der Bürger beleuchteten. Durch die geplante enge Vernetzung von Informations- und Kommunikationstechnik mit der Energieversorgung entstünden erhebliche Risiken. »Bei einer unzureichend vorbereiteten Einführung muss daher befürchtet werden, dass es für die Kunden und in letzter Konsequenz für die Steuerzahler, zu erheblichen Mehrkosten kommen wird«, so Karrer. »Mit der Einführung von Smart Metering entstehen eine Vielzahl von Angriffsmöglichkeiten auf die hochkritische Strominfrastruktur. Derzeit stehen viele Staaten und auch Österreich noch am Beginn der Implementierung – es können daher noch jederzeit kostengünstige Änderungen und Verbesserungen vorgenommen werden. Denn je weiter die Einführung bzw. Ausrollung der Systeme fortgeschritten ist, desto schwieriger und kostenintensiver wird die Implementierung von möglichen, nachträglich erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen.«

Verwendbarkeit steigt Smart Meter sind Computer, welche in einer weitgehend ungesicherten Umgebung beim Endkunden zum Einsatz kommen. Deren Kommunikationsschnittstellen für einen flexiblen Einsatz seien willkommene Eintrittspunkte für jegliche Art von Angriffen, so Karrer. Von jedem dieser Eintrittspunkte ist es theoretisch möglich, je nach vorhandenem Fachwissen und Ressourceneinsatz, bis tief in die Netzwerksteuerung vorzudringen, oder zum Beispiel Schadsoftware einzubringen. »Und vergessen wir nicht, dass auch die Verwundbarkeit mit dem Umfang der Ausrollungen steigt. Einerseits, weil damit die Komplexität des Gesamtsystems steigt und anderseits, weil sich damit für mögliche Angreifer lohnendere Ziele ergeben«, erklärt Cyber-Security-Austria-Sprecher Paul Karrer. Hersteller und Betreiber seien aufgefordert, Sicherheit als Qualitätsmerkmal zu sehen. Diese müsse auch Sicherheitsvorkehrungen betreffen – nicht nur am Gerät selbst, sondern im Gesamtsystem. Netzbetreiber und Kunden müssten akzeptieren, dass sich dieses Qualitätsmerkmal wahrscheinlich auch auf den Preis, zumindest geringfügig, niederschlagen wird. Einsparungen zum falschen Zeitpunkt könnten im Nachhinein ein Vielfaches an Kosten verursachen, die letztendlich wieder von den Kunden, direkt oder indirekt, bezahlt werden müssten.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • NAVAX Unternehmensgruppe

    NAVAX Unternehmensgruppe Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Maschinen- und Anlagenbau, Konsumgüterindustrie, Immobilien,... mehr
  • ELO Digital Office AT GmbH

    ELO Digital Office AT GmbH Mobile Lösungen und Applikationen, Dokumentenmanagement und ECM, Übernahme von Softwareprojekten, Systemintegration und Systemmanagement, Programmierung, Individual-Softwareentwicklung, IKT-Consulting,... mehr
  • Bechtle IT-Systemhaus Österreich

    Bechtle IT-Systemhaus Österreich WLAN-Systeme, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Server-Betriebssysteme, Verschlüsselungs- und Kryptografie Software, Security Audits, Notfalls-Rechenzentren,... mehr
  • VOQUZ Technologies GmbH

    VOQUZ Technologies GmbH Öffentliche Verwaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung, Product Lifecycle Management (PLM), Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS),... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: