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30.04.2010 Rudolf Felser

Studie zu den Kosten von Datenmissbrauch

Das auf die Technologiethemen Datenschutz und Informationsmanagement spezialisierte Marktanalyseunternehmen Ponemon Institute hat eine internationale Vergleichsstudie zu den Kosten von Datenmissbrauchsfällen durchgeführt.

Die "2009 Annual Study: Global Cost of a Data Breach" erfasst die Auswirkungen von mehr als einhundert realen Fällen von Datenmissbrauch aus dem Jahr 2009. Unterstützt wurde diese Studie, an der 133 Unternehmen und Organisationen 18 unterschiedlicher Branchen aus den fünf Ländern Australien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und USA teilnahmen, von der PGP Corporation.

Die Untersuchung ergab international durchschnittliche Gesamtkosten von 3,43 Mio. Dollar für jeden einzelnen Fall von Datenmissbrauch; der Schaden lag damit im Schnitt bei 142 Dollar pro betroffenem Datensatz. Dabei ergaben sich deutliche Unterschiede zwischen den Ergebnissen für die einzelnen Länder - während beispielsweise in Großbritannien lediglich Kosten in Höhe von 98 Dollar pro kompromittierten Datensatz anfielen, lag dieser Wert in den USA bei 204 Dollar.

GESETZE ERHÖHEN KOSTEN Die Studie zeigt, dass die durch Datenpannen entstandenen Kosten in Ländern mit einer gesetzlich verankerten Veröffentlichungspflicht bei Datenmissbrauchsfällen signifikant höher sind als in Ländern ohne solche Gesetze. So lagen die Kosten pro betroffenen Datensatz beispielsweise in den USA, wo mittlerweile 46 der 50 Bundesstaaten eine Veröffentlichungspflicht eingeführt haben, um 43 Prozent über dem globalen Durchschnittswert. Die zweithöchsten Kosten entstanden in Deutschland, wo adäquate Gesetze seit Juli 2009 gelten; hier lag der Durchschnitt 25 Prozent über dem internationalen Vergleichswert. Dagegen wiesen die Länder Australien, Frankreich und Großbritannien, in denen die Veröffentlichungspflicht bei Datenpannen gesetzlich noch nicht festgeschrieben ist, im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Kosten pro kompromittierten Datensatz auf.

"Eine zentrale Schlussfolgerung aus den Ergebnissen dieser Studie ist, dass regulative Vorschriften deutlichste Auswirkungen auf die Höhe der Kosten von Datenpannen haben", so Larry Ponemon, Vorsitzender und Gründer des Ponemon Institutes. "Die Situation in den USA belegt dies und es ist klar, dass die Kosten auch in den anderen Ländern der Welt steigen werden, wenn dort eine Veröffentlichungspflicht bei Datenmissbrauchsfällen gesetzlich verankert wird."

In Großbritannien, wo bislang lediglich der öffentliche Dienst und Finanzorganisationen mit gesetzlichen Auflagen bei Datenmissbrauchsfällen konfrontiert sind, liegen die Kosten 45 Prozent unterhalb des globalen Durchschnitts und damit bei weniger als der Hälfte dessen, was US-Unternehmen im Schadensfall pro Datensatz durchschnittlich aufwenden müssen.

"Es kann kaum überraschen, dass die finanziellen Folgen einer Datenpanne in den USA, wo die Datenschutzgesetze nicht nur streng, sondern auch ausgereift sind, am schwersten wiegen. Wundern darf man sich dagegen über das relativ niedrige Kostenniveau in Großbritannien", so der Kommentar von Jonathan Armstrong, ein auf den Bereich Technologie spezialisierter Anwalt der international renommierten Anwaltskanzlei Duane Morris. "Es wird interessant sein, zu sehen, wie steil die Kosten in Großbritannien zukünftig ansteigen werden, wenn die dortige Datenschutzbehörde - das U.K. Information Commissioner's Office - ihre Vorgaben für den Datenschutz einschließlich der avisierten hohen Geldstrafen bei Verstößen für alle Unternehmen konsequent umsetzt."

UMSATZEINBUSSEN DURCH VERTRAUENSVERLUSTE Mit einem Anteil von rund 44 Prozent an den durch Fälle von Datenmissbrauch verursachten Kosten bilden die entgangenen Umsätze den Hauptposten in der Schadensbilanz der betroffenen Unternehmen. Dies zeigt die Sensibilisierung der Verbraucher beim Thema Datenschutz auf und belegt die Auswirkungen der durch Datenpannen verursachten Imageverluste von Unternehmen bei der Bemühung um neue Kunden. Im Ländervergleich zeigten sich dabei deutliche Unterschiede - am stärksten betroffen waren US-amerikanische Unternehmen, bei denen entgangene Umsätze durchschnittlich 66 Prozent der Gesamtkosten eines Datenmissbrauchsfalls ausmachten.

"Unabhängig vom Standort eines Unternehmens leidet sein Ruf, wenn bekannt wird, dass es fahrlässig mit vertraulichen Daten umgeht", so Phillip Dunkelberger, President und CEO der PGP Corporation. "Daten sind ein wichtiges Kapital, das geschützt werden muss. Immer mehr Länder verabschieden verschärfte Datenschutzvorschriften und Gesetze, die Unternehmen eine Veröffentlichungspflicht im Falle einer Datenpanne auferlegen. Denn sie haben erkannt, dass Kunden das Vertrauen in Unternehmen verlieren und abwandern, wenn es zu einer Datenpanne kommt."

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