Unternehmen reagieren erst, wenn es zu spät ist Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


13.01.2011 Rudolf Felser

Unternehmen reagieren erst, wenn es zu spät ist

Laut einer Symantec-Umfrage setzen KMU mit mangelhaften Disaster Recovery-Plänen das Überleben ihres Geschäft aufs Spiel.

Für kleine und mittelgroße Unternehmen kann sich der Ausfall der IT-Infrastruktur massiv geschäftsschädigend auswirken, da er hohe Kosten nach sich zieht und Kunden vergrault. Wie die Symantec Studie "2011 SMB Disaster Preparedness Survey" zeigt, haben 41 Prozent der 1.288 weltweit befragten Firmen keinen Plan für den Katastrophenfall aufgesetzt. In Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) sind es sogar mehr als die Häfte (54 Prozent) der Studienteilnehmer. Nur 34 Prozent dieser Unternehmen haben außerdem vor, Richtlinien und Gegenmaßnahmen für den Ernstfall zu entwickeln. Für 20 Prozent ist ein solcher Disaster Recovery Plan überhaupt kein Thema.

Die Gründe für die schlechte Vorbereitung auf Cyberattacken, Naturkatastrophen und Stromausfälle sind vielfältig: Für 56 Prozent der Firmen (weltweit 41 Prozent) reichte die Tatsache aus, dass sie noch nie betroffen waren, für 54 Prozent hat das Thema Disaster Recovery schlicht keine Priorität (weltweit 40 Prozent). Die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass ihr Computersystem nicht unternehmenskritisch wäre.

LEICHTSINN TROTZ VORFÄLLEN Im Ernstfall lässt auch die Datensicherheit der kleinen und mittelständischen Firmen zu wünschen übrig. Während noch 55 Prozent der Unternehmen im EMEA-Wirtschaftsraum ihre Daten mindestens wöchentlich speichern, sind es weltweit weniger als die Hälfte. Lediglich 28 Prozent (weltweit 23 Prozent) sichern ihre Daten täglich. Ein knappes Drittel (29 Prozent) der Befragten gab zudem an, dass bei einem IT-Ausfall 40 Prozent, weltweit 44 Prozent, ihrer Daten verloren wären.

Der Leichtsinn der Unternehmen ist besonders erstaunlich, da sich 65 Prozent (in EMEA 57 Prozent) in von Naturkatastrophen bedrohten Gebieten befinden. In den vergangenen zwölf Monaten hatte ein Unternehmen im Schnitt mit drei Ausfällen zu kämpfen – weltweit waren es sogar sechs. Die häufigsten Gründe waren Stromausfälle und Cyberattacken.

KMU REAGIEREN ZU SPÄT Erst nach einem IT-Ausfall oder Datenverlust entwickelten 42 Prozent der in EMEA befragten Unternehmen einen Disaster Recovery-Plan, um für das nächste Mal gerüstet zu sein. So erstellte gut ein Drittel der befragten Firmen in den vergangenen sechs Monaten ein eigenes Disaster Recovery-Konzept (weltweit 52 Prozent), aber nur 25 Prozent testeten diese Pläne auch. Ein Spiel mit dem Feuer, denn im Notfall müssen diese Richtlinien reibungslos greifen.

Für einen IT-Ausfall müssen Unternehmen teuer bezahlen – mit Geld und Kundenloyalität. Pro Tag kostet ein solcher Ausfall Symantec zufolge 2.300 Euro (Median-Wert; weltweit sind es 12.500 Dollar), weltweit wechselten 54 Prozent der KMU Kunden in Folge eines IT-Ausfalls zu Konkurrenzanbietern, in Europa waren es immerhin 40 Prozent. Nur wenige Unternehmen können einen derartigen Verlust verkraften: Wie die Disaster Preparedness Studie offenlegt, mussten weltweit 44 Prozent nach einem IT-Störfall ihr Unternehmen zweitweise schließen. EMEA-weit waren es knapp ein Drittel. Durch IT-Katastrophen der KMU fielen auch bei deren Kunden Kosten von 500 Dollar (387 Euro) pro Tag an. Zusätzlich verloren 39 Prozent der Kunden geschäftskritische Informationen durch die IT-Störung ihres Anbieters.

Die Umfrage wurde in Oktober und November 2010 unter 1288 kleinen und mittelständischen Unternehmen, sowie unter 552 Kunden von KMU in insgesamt 23 Ländern weltweit durchgeführt. Im Mittelpunkt der Befragung standen IT-Fachkräfte aus den Bereichen Computer, Netzwerke und technologischen Ressourcen. (pi/rnf)

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • ectacom GmbH

    ectacom GmbH Aus- und Weiterbildung, IT-Asset- und Lizenzmanagement, Übernahme von Softwareprojekten, Datenschutz, Antiviren- und Virenscanner Software, Backup und Recovery Systeme, Firewalls,... mehr
  • SER Solutions Österreich GmbH

    SER Solutions Österreich GmbH Werbewirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Umweltschutz, Touristik, Personenverkehr, Öffentliche Verwaltung,... mehr
  • ELO Digital Office AT GmbH

    ELO Digital Office AT GmbH Mobile Lösungen und Applikationen, Dokumentenmanagement und ECM, Übernahme von Softwareprojekten, Systemintegration und Systemmanagement, Programmierung, Individual-Softwareentwicklung, IKT-Consulting,... mehr
  • SNP AUSTRIA GmbH

    SNP AUSTRIA GmbH Qualitätssicherung, Kaufmännische Software (ERP), Tools, Programmiersprachen, Datenkonvertierung, Übernahme von Softwareprojekten, Systempflege- und Wartung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: