Windows-Experte Thurrott: Windows vor dem Untergang Windows-Experte Thurrott: Windows vor dem Untergang - Computerwelt

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04.05.2016 Hans-Christian Dirscherl*

Windows-Experte Thurrott: Windows vor dem Untergang

Der international bekannte Windows-Experte Paul Thurrott hält Windows als führende Plattform für Desktop-Rechner für bedroht. Schon bald könnten iOS und Android Windows auch auf dem Desktop überrollen.

RIP Windows?

RIP Windows?

© CCO Public Domain

Paul Thurrott gehört zu den Urgesteinen der IT-Szene. Thurott ist ausgewiesener Windows-Experte und ähnlich wie Mary Jo Foley bestens mit Microsoft-Mitarbeitern und Windows-Experten vernetzt. Umso bemerkenswerter ist es also, wenn Thurrott das Ende von Windows vorhersagt.

Thurrott meint, dass die legendäre Prophezeiung von Steve Jobs, dass das Ende der PC-Ära nahe sei, bald in Erfüllung gehen könnte. Diese "Nach-PC"-Zeit könnte dank Apple und Google bald Realität werden.

Zwar werde der PC-Markt derzeit noch von Windows dominiert - wobei der Windows-Marktanteil aber erst kürzlich unter 90 Prozent gesunken ist. Macs, Macbooks und vor allem die Google Chromebooks würden derzeit keine große Rolle bei den Arbeitsrechnern spielen. Wobei die Chromebooks allerdings an US-Schulen und Universitäten durchaus schon beliebt sind.

Doch Apple besitzt mit iOS und Google besitzt mit Android jeweils eine ungemein beliebte Mobil-Plattform. Wenn diese Mobilsysteme noch etwas reifen, zum Beispiel in Sachen Multitasking, dann können sie Windows-PCs allmählich ersetzen. Zumal Microsoft ja selbst mit Continuum vorgemacht hat, wie man ein Lumia mit einem LCD, einer Tastatur und einer Maus verbinden kann und damit wie auf einem PC arbeiten kann.

Microsoft wiederum ist gegenüber dem Angriff dieser mobilen Betriebssysteme fast wehrlos, weil sein eigenes mobiles OS, Windows Mobile 10, gescheitert ist. Schon allein wegen der fehlenden Apps. Ein mobiles OS ohne Apps ist aber sinnlos.

SCHUSS INS KNIE

Kurioserweise hat Microsoft sogar noch zum Erfolg von iOS und Android selbst beigetragen: Indem es hervorragende Office-Apps für diese beiden Plattformen veröffentlicht hat.

Es sei Paul Thurrott zufolge kein Zufall, dass Google mit dem Pixel C und Apple mit dem iPad Pro Tablets vorgestellt haben, die sich explizit an professionelle Anwender richten. Diese beiden Arbeitstiere sollen ganz offensichtlich den Windows-Notebooks Konkurrenz machen.

Thurrott sieht derzeit also eine Gegenbewegung: Apple und Google sind ungemein stark im Mobilbereich und müssen ihren beiden Betriebssysteme nun in Richtung Desktop-Ersatz fitter machen. Und zum Beispiel die Effizienz im Umgang mit MS Office auf ihren Mobilgeräten verbessern. Beim Multitasking müssen Apple und Google auch noch nachlegen: Apps sollten sich zum Beispiel nicht nur nebeneinander anordnen lassen, sondern flexibler positionieren und wechseln lassen. Außerdem braucht man für produktives Arbeiten so etwas wie einen Cursor und eine Art Maus– wobei der Stift für das iPad Pro ja schon in diese Richtung geht.
 
Microsoft ist mit Windows wiederum auf dem Desktop noch immer stark, müsste aber dringend in Richtung Mobile wachsen. Letzteres kann aber bereits als gescheitert angesehen werden.

Doch selbst wenn Windows für den Office-Einsatz das produktivere Betriebssystem bleiben sollte, so brauchen doch nur die wenigsten Anwender wirklich alle Funktionen von Office. Windows würde damit nur für eine Randgruppe wichtig bleiben: Für Office-Powernutzer.

WINDOWS IST EIN DINO

Thurrott zieht schließlich einen bemerkenswerten Vergleich: Windows befindet sich vielleicht kurz vor dem Moment seiner Auslöschung. So wie einst ein Asteroid auf der Erde einschlug und (wahrscheinlich) zum Untergang der Dinosaurier beitrug, so könnten iOS und Android die Asteroiden der Gegenwart sein, die den Dinosaurier Windows ausrotten.

Dieses Aussterben könnte sich schon allein dadurch beschleunigen, weil die Kids von heute nur iOS und Android gewohnt sind. Diese jungen Menschen wollen im späteren Arbeitsleben die von iOS und Android gewohnten Tools und Bedienmethoden verwenden und sich nicht mehr an Windows gewöhnen. Für die Jungen von heute sei Microsoft genauso wichtig wie AOL oder IBM – nämlich gar nicht.

* Hans-Christian Dirscherl ist Redakteur der PC-Welt.

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