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29.09.2011 Alex Wolschann/apa

Google bekommt Probleme mit Microsoft und Motorola

Bei der Übernahme des US-Handykonzerns Motorola gibt es Verzögerungen und die Google-Software Android hat ein Patentproblem.

Der Internetgigant Google durchlebt schwierige Tage. Bei der Übernahme des US-Handykonzerns Motorola gibt es Verzögerungen und die Google-Software Android hat ein Patentproblem. Android ist die meistbenutzte Smartphone-Plattform der Welt. Der führende Hersteller von Telefonen mit dem Betriebssystem, Samsung, erklärte sich nun zu Lizenzzahlungen an Microsoft bereit - womit es für Google schwieriger wird, Android als kostenlose Software zu vermarkten. Aber genau das war mit ein Grund für den schnellen Aufstieg von Android. Zuvor hatte bereits der zweitgrößte Hersteller HTC Frieden mit Microsoft geschlossen.

Android-Hersteller wie Samsung stehen weltweit im Visier von Patentklagen, unter anderem vom Apple und Microsoft. Google übernimmt gerade für 12,5 Mrd. Dollar (9,2 Mrd. Euro) die Motorola-Mobilfunksparte, um mit ihrem großen Patentportfolio mehr eigene Munition in den Konflikten zu haben. Allerdings gab es jetzt auch hier einen Dämpfer. Die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums wollen das Geschäft genauer unter die Lupe nehmen und forderten weitere Dokumente für eine vertiefte Prüfung an, wie aus bei der Börsenaufsicht SEC eingereichten Dokumenten hervorgeht. Google bezeichnete das Vorgehen der Kartellwächter als "Routine".

Inwieweit die Patente des Mobilfunk-Pioniers Motorola Android überhaupt helfen können, ist ohnehin umstritten. Der Microsoft-Deal von Samsung zeigt, dass die Südkoreaner kein großes Vertrauen in die Motorola-Patente gehabt haben müssen. Samsung machte zudem auch noch deutlich, dass der Konzern nicht alles auf eine Karte setzen werde: Die Südkoreaner wollen mit Microsoft bei der Weiterentwicklung und Vermarktung des Konkurrenz-Betriebssystems Windows Phone zusammenarbeiten.

Das Android-Modell ist trotz des gewaltigen Markterfolgs unter Druck, entsprechend harsch fiel die Google-Reaktion auf die Einigung von Samsung und Microsoft aus. "Es ist dieselbe Taktik, die wir immer wieder von Microsoft sehen. Da sie es nicht schaffen, im Smartphone-Markt erfolgreich zu sein, greifen sie zu rechtlichen Mitteln, um Gewinne aus der Leistung anderer zu erpressen und das Innovationstempo zu bremsen", hieß es in einer Google-Reaktion am Mittwoch.

Microsoft beharrt aber auf dem Recht, sein intellektuelles Eigentum zu verteidigen. "Bisher haben wir noch kein einziges Android-Gerät gesehen, dass nicht unsere Patente verletzen würde", sagte Microsoft-Justiziar Brad Smith dem US-Blog "All Things Digital". Vielleicht sei mit dem Einlenken von Samsung eine kritische Masse erreicht, so dass andere Anbieter folgen würden.

Jetzt bekommt also Google weiterhin keine Lizenzzahlungen, wenn Samsung ein Smartphone oder Tablet mit Android baut - aber dafür der Erzrivale Microsoft. Und wahrscheinlich nicht so wenig: Drei bis zehn Dollar pro Gerät würden fällig, schätzte ein Analyst von Morgan Stanley. Hochgerechnet auf die Samsung-Marktanteile könne das Microsoft jährlich 200 bis 950 Mio. Dollar in die Kassen spülen. Wichtiger noch, die zusätzliche Gebühr nagt am Preisvorteil von Android-Telefonen - keine unwichtiges Detail, wenn Microsoft demnächst mit seinem eigenen Betriebssystem Windows auf Telefonen des neuen Partners Nokia in die Offensive geht. Bisher hängt das mobile Windows bei jämmerlichen Marktanteilen um ein Prozent fest.

Am Donnerstag wurde auch bekannt, dass sich Google bei der milliardenschweren Übernahme der Mobilfunksparte von Motorola gedulden muss. Die zuständigen US-Wettbewerbshüter forderten weitere Dokumente für eine vertiefte Prüfung an, wie aus bei der Börsenaufsicht SEC eingereichten Dokumenten hervorgeht. Die Unternehmen wollten umfassend mit den Behörden zusammenarbeiten und die angefragten Informationen schnell bereitstellen, hieß es. Die 12,5 Mrd. Dollar schwere Transaktion soll eigentlich zum Jahresende oder Anfang 2012 abgeschlossen werden.

Google bezeichnete das Vorgehen der Kartellwächter als "Routine". Das Unternehmen zeigte sich in einer Stellungnahme zuversichtlich, die Behörde werde trotz des geplanten Zusammenschlusses ausreichenden Wettbewerb in der wachsenden Mobilfunkbranche sehen. Google interessiert sich bei der im August angekündigten Übernahme vor allem für die von Motorola Mobility gehaltenen Patente.

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