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29.08.2011 Diego Wyllie*

Für iOS, Android, Blackberry und Co.: Schritt für Schritt zur eigenen App

Die Unterschiede zwischen den Betriebssystemen, Geräten und Vermarktungsmöglichkeiten machen den Weg zur eigenen App nicht leicht. Worauf Sie bei der Entwicklung mobiler Anwendungen achten sollten.

Wie Apple Anfang Juli offiziell bekannt gab, wurden in seinem App Store bereits rund 425.000 Applikationen über 15 Milliarden Mal von rund 200 Millionen iPhone-, iPod Touch- und iPad-Anwendern heruntergeladen. Erst sechs Monate zuvor hatte das kalifornische Unternehmen die Grenze von 10 Milliarden Downloads geknackt. Das sind erstaunliche Zahlen, vor allem wenn man den Zeitraum von nur drei Jahren bedenkt. Denn als das erste iPhone Anfang 2007 seinen Markteintritt in den USA feierte, war die Entwicklung von Apps durch Drittanbieter untersagt. Seine Türen hat der App Store erst ein Jahr später, im März 2008, geöffnet, nachdem Apple die erste Version des iPhone SDK veröffentlichte. Sieben Monate später folgte Googles Android Market, der heute mit circa 390.000 verfügbaren Anwendungen und insgesamt knapp fünf Milliarden Downloads ebenfalls ein großer Erfolg ist.

Aber auch Microsoft, Amazon, Blackberry, Nokia, sowie weitere Handy-Hersteller sind mit ihren eigenen Plattformen an dem anfangs als Nischenmarkt belächelter Markt für mobile Anwendungen vertreten. Und dieser wird immer größer und lukrativer. So sollen laut aktueller Prognosen von IDC bis 2015 weltweit über 182 Milliarden mobile Apps heruntergeladen werden. Gegenüber dem Jahr 2010, in dem die globalen Downloads auf rund 10,7 Milliarden beziffert wurden, entspricht dies einem Wachstum von sage und schreibe circa 1600 Prozent. Die Zahl der App-Downloads explodiert auch in Deutschland. So haben Handy-Nutzer 2010 rund 900 Millionen Apps auf ihre Smartphones geladen, wie eine aktuelle Studie des Branchenverbands Bitkom belegt. Damit habe sich die Zahl der App-Downloads im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (plus 112 Prozent).

In diesem extrem dynamischen Markt ist der Weg zur eigenen mobilen Anwendung nicht einfach. Unternehmen, die hier investieren möchten, stehen zunächst vor vielen Fragen, die im Rahmen einer Projektstrategie sorgfältig zu analysieren sind. Welchen Nutzen bietet die Anwendung? Welche Zielplattformen sollen unterstützt werden? Soll die App nativ entwickelt werden oder auf Basis von Web-Technologien? Warum soll die App überhaupt erst realisiert werden? Begleiten Sie uns im Folgenden Schritt für Schritt zur eigenen App.

1. Fokus auf Nutzen und Mehrwert Die Beweggründe für die Entwicklung und Nutzung mobiler Anwendungen sind vielfältig. Wie eine weitere Bitkom-Umfrage unter deutschen Unternehmen aus der ITK-Branche zeigt, stellt die Erweiterung des eigenen Produktportfolios (73 Prozent) unter Entwicklern die Hauptmotivation dar. Ein verbesserter Kundenservice und eine verbesserte Kundenbindung sind eine logische Schlussfolgerung aus dieser Entscheidung und spielen auch bei den Fachabteilungen eine entscheidende Rolle. Der Kunde bleibt also sowohl aus Sicht der IT- als auch der Fachabteilung im Fokus der Überlegungen, die zum Einsatz von mobilen Anwendungen führen. "Hinter einer guten App sollte immer eine gute Idee beziehungsweise die Überlegung stehen, was man in einem mobilen Kontext für einen Mehrwert bieten kann” kommentiert Martin Kauss, Chief Architect beim Cloud-Provider Open Xchange. Insofern sind Firmen gut beraten, sich genau zu überlegen, wie Anwender von ihrer App profitieren können. Klare und realistische Ziele bei Nutzen und Wert der App stellen gleichzeitig die Basis für ein erfolgreiches Projekt dar.

2. Auswahl des passenden Geschäftsmodells Sind grundlegende Fragen hinsichtlich des Nutzens und der Funktionalität der App definiert, so gilt es nach Einschätzung von Kauss in einem zweiten Schritt zu klären, wie die Anwendung zum Benutzer kommt beziehungsweise wie ein Geschäftsmodell aussehen kann. Dies ist keine leichte Aufgabe, denn es gibt viele Optionen und die richtige Entscheidung hängt von einer Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren ab. Eine zentrale Frage betrifft die Auswahl der zu unterstützenden Zielplattformen. Soll die Anwendung auf möglichst vielen Geräten laufen oder wäre es besser, sich nur auf eine Zielplattform zu fokussieren? Jede Plattform ist anders und hat ihre eigene Vor- und Nachteile. Beim Vergleich müssen verschiedene Aspekte wie etwa Entwicklungskosten, vorhandenes Know-How und Verfügbarkeit personeller Ressourcen in Betracht gezogen werden. Neben der Zielgruppe, die adressiert werden soll, spielen auch technische Aspekte rund um die Funktionalität der App und deren Implementierung eine wichtige Rolle bei der Auswahl des passenden Geschäftsmodells. Soll das Angebot eventuell mit Cloud-Diensten kombiniert werden? Wird ein Content-Modell anvisiert? Diese und ähnliche Themen sollten zu Beginn ausführlich diskutiert werden, um möglichst deutliche Projektziele setzen zu können.

3. App Design Wenn man sich über das Potenzial und die Zielgruppe der App im Klaren ist sowie ein geeignetes Geschäftsmodell gefunden sind, kann man mit der eigentlichen Umsetzung beginnen. Zunächst empfiehlt es sich, das Design der Benutzerschnittstellen zu entwerfen. Diesem Thema wird bei mobilen Anwendungen eine besonders hohe Bedeutung beigemessen. Entsprechend soll es auch in der Planung berücksichtigt werden. Denn Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit sind zentrale Software-Anforderungen, die im Bereich Mobile häufig schwieriger zu erfüllen sind als bei Desktop- oder Web-Anwendungen. Die begrenzten Hardware-Ressourcen, sowie die mobilen Bildschirmformate verlangen ein durchdachtes Design, das für die unterschiedlichen Smartphones optimiert werden muss. Dazu Kauss: "Hier gilt es sich Gedanken zu machen über die User Experience, das Aussehen der Benutzerschnittstellen und die Features, die angeboten werden sollen.” Zu empfehlen sei dabei die Erstellung von Prototypen, die man am Anwender unter realen Bedingungen testen kann. "Denn eine erfolgreiche App ist immer auch gut bedienbar”, so der Experte weiter. Ebenfalls hilfreich sind in dieser Phase Werkzeuge, die den Entwurf-Prozess vereinfachen und beschleunigen können. Dazu zählen beispielsweise Wireframe-Tools wie "Pencil Sketching”, "Cacoo” oder "iPhone Mockups”, mit denen sich Benutzerschnittstellen der App auf professionelle Weise skizzieren lassen.

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