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10.02.2011 Alex Wolschann/pte

Google zieht mit Android an Nokia vorbei

Google hat es erstmals in der Geschichte des Mobilfunks geschafft, mehr Marktanteile als Nokia zu erzielen und die Finnen vom Thron zu stoßen. Apple kommt auf vier Prozent der verkauften Geräte.

Seit es Handys gibt, hat der ­finnische Weltkonzern Nokia stets mit ­Respektabstand zur Konkurrenz den Markt dominiert. Doch die Vormacht­stellung wurde ausgerechnet von einem Anbieter überholt, der erst seit wenigen Jahren überhaupt im Mobilfunk engagiert ist. Analysten des Marktforschers Canalys ermittelten für Android im Schlussquartal 2010 einen Marktanteil von 32,9 Prozent – gegenüber noch 30,6 Prozent für Nokia. In absehbarer Zeit dürften die meisten ­verkauften Handys Smartphones sein – ­eigentlich Mini-Computer, mit denen man auch telefonieren kann. Vor einem Jahr sah die Smartphone-Welt noch ganz anders aus. Nokias Betriebssystem Symbian führte nach Canalys-Zahlen mit komfortablen 44,4 Prozent, Android kam gerade einmal auf 8,7 Prozent.

Die Vielfalt von Modellen und Herstellern macht diesen Erfolg in so kurzer Zeit möglich. Google hat Android zwar ins Leben gerufen und gilt als wichtigste treibende Kraft. Hinter dem offenen Betriebssystem steht aber eine Allianz aus mehreren ­Dutzend Produzenten, Zulieferern und Mobilfunk-Betreibern. Ob Samsung, ZTE, Motorola oder HTC – die Android-­Handys drängen aus allen Richtungen auf den Markt. Da kann auch Apple nicht mithalten, obwohl der iPhone-Absatz im vierten Quartal mit 16,2 Millionen fast verdoppelt wurde. Da der Smartphone-Markt aber genauso schnell wuchs, stagnierte der Anteil bei 16 Prozent. Tränen vergießen muss Apple deswegen nicht: Der hohe iPhone-Preis verschreckt vielleicht manchen Käufer, macht die Geräte aber auch hochprofitabel. Nach Berechnungen des Marktbeobachters Asymco verkauft Apple gerade einmal vier Prozent der Mobiltelefone weltweit – streicht aber gut die Hälfte der Gewinne der Branche ein.

APPS FÜLLEN DIE KASSEN Die Zeit, in der Handy-Hersteller nur durch den ­Telefonverkauf verdienen konnten, sind endgültig vorbei. Die Smartphones ­können über die so genannten App Stores mit neuer Software befüllt werden, der ­Betreiber der Plattform kassiert mit. Bei iTunes etwa landen 30 Prozent von jedem Kauf bei Apple. Das Betriebssystem entscheidet, wer an den App-Store-Einkäufen verdient. Die Marktforscher von Gartner schätzen, dass sich in diesem Jahr etwa 15 Mrd. Dollar (10,96 Mrd. Euro) im App-Store-System drehen werden, inklusive Werbeeinnahmen bei kostenlosen Programmen. Apple hat den Vorteil, in dem Markt nicht nur mit dem iPhone, sondern auch mit seinem iPod touch und dem iPad mitzuspielen. Der Umschwung von Geräten zu Software mag auch ein Grund dafür sein, dass Apple derzeit eine Konfrontation mit den Inhalteanbietern riskiert, um ­seinen 30-Prozent-Anteil zu schützen. Aus mehreren Richtungen dringt durch, dass der Konzern seine Kontrolle über das App-Geschäft verschärfen will. Dem Ver­nehmen nach sollen keine Käufe von Zeitungen, Büchern oder Magazinen ohne iTunes-Bezahlsystem möglich sein. So wurde nach Sony-Angaben eine E-Book-App des japanischen Konzerns abgelehnt, weil sie auf den firmeneigenen Online-Shop für digitale Bücher zugreifen sollte. Apple beharrt darauf, dass die Anbieter über den iTunes-Store gehen. Die Verleger haben aber eine Alternative: die Android-Tablets. Im vergangenen Jahr beherrschte Apple den Tablet-Markt mit seinem iPad als praktisch einziger Anbieter. Jetzt steht eine Androiden-Invasion bevor. Allein Samsung pumpte zuletzt zwei Millionen seiner Galaxy-Tablets in die Vertriebskanäle – auch wenn die Südkoreaner ein­räumen mussten, dass zunächst nur ein kleiner Teil davon Käufer fand.

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