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09.02.2011 Jürgen Donauer*

Ubuntu, Suse, Debian im Business: Linux-Server im Vergleich

Wie gut ist Open-Source-Software im Unternehmen? Wir zeigen die Stärken und Schwächen der führenden Linux-Distributionen für Server.

Wer einen neuen Server braucht und sich bereits für Linux entschieden hat, steht immer noch vor der Qual der Wahl. Da Linux an sich nur der Kernel ist, könnte man prinzipiell aus jeder Linux-Distribution einen Server aufbauen. Dennoch gibt es speziell für den Server-Einsatz entwickelte Derivate. Wenn Sie den Server in einem Unternehmen einsetzen wollen, bestimmt nicht nur Sympathie für eine Distribution die Entscheidung.

Administratoren müssen sich überlegen, in welchem Bereich der Server Verwendung findet und wie viel Linux-Know-How man im Betrieb hat. Natürlich lässt sich Geld sparen, wenn man keine professionelle Unterstützung einkaufen muss. Allerdings müssen sich Entscheider im Klaren sein, dass man dann im Problemfall auf Foren, das Internet und sich selbst gestellt ist. Um die Wahl etwas einzuschränken, stellen wir einige häufig benutzte Server-Distributionen vor.

RHEL: ENTERPRISE LINUX VON RED HAT Der Linux-Distributor Red Hat ist im Server-Bereich derzeit Marktführer. Die Firma hat zwar auch eine Desktop-Ausgabe, konzentriert sich allerdings hauptsächlich auf den Server-Markt. Die kostenpflichtige Distribution gibt es seit wenigen Monaten als Version 6.

Die Red-Hat-Entwickler legen sehr viel Wert auf Stabilität und ausgiebiges Testen. Deswegen werden neueste Technologien sorgfältig und häufig etwas langsamer integriert als bei der Konkurrenz. Das ist aber kein Nachteil, weil das Betriebssystem als sehr zuverlässig und solide gilt. Wer sozusagen "On the Edge" experimentieren möchte, kann auf das von Red Hat gesponserte Fedora-Projekt zurückgreifen. Erst wenn sich Technologien dort bewährt haben, übernehmen die Entwickler diese in Red Hat Enterprise Linux.

Gleich am Anfang der Installation können Administratoren auswählen, ob sie das System nur mit einem Standard-Grafik-Treiber einspielen möchten. Somit ist maximale Kompatibilität in Sachen Grafikhardware garantiert. Ansonsten folgen Sie einfach dem Installations-Wizard. Red Hat bietet bereits eine Auswahl an möglichen Szenarien für den Einsatz des Servers. Sie können aber auch zum Beispiel das Basis-Paket wählen und dann das System mit der Auswahl von weiterer Software individuell anpassen. Wer eine grafische Oberfläche und entsprechende Administrations-Tools haben möchte, kann dies so bestimmen. Ansonsten installieren sich die Server-Pakete ohne X-Server und bieten nach dem Neustart eine schlichte Konsole.

In Sachen Virtualisierung setzt RHEL auf KVM (Kernel-based Virtual Machine). Damit lassen sich unmodifizierte Windows- oder Linux-Abbilder betreiben. Jede virtuelle Maschine erhält private, virtualisierte Hardware. Ein weiterer großer Vorteil von RHEL ist die Langzeitunterstützung. Während die Lebenszeit von Fedora-Ausgaben nur 13 Monate beträgt, garantiert Red Hat bis zu zehn Jahre. Red Hat Enterprise Linux Server gibt es ab 349 US-Dollar pro Jahr. Die Preise staffeln sich je nach Unterstützungs-Vertrag und auch eingesetzten CPUs. Eine komplette Preisliste finden Sie im Online-Shop des Anbieters.

Ein besonderes Lob muss man für das vorbildliche Online-Handbuch aussprechen. Hier findet der Administrator eigentlich Alles, was sein Herz begehrt. Übersichtlich und sehr umfangreich sind die Dokumente gehalten. Allerdings sollten Sie der englischen Sprache mächtig sein.

NOVELLS SLES: SUSE LINUX ENTERPRISE SERVER Die kommerzielle Ausgabe von openSUSE geht in SLES auf. Das von Novell vertriebene Server-Betriebssystem ist allen Linux-Kennern ein Begriff. Wie bei SUSE gewohnt, führt YaST 2 durch die Installation. Das ist sehr angenehm. Es lassen sich während der Installation bereits unter anderem Netzwerk- und Firewall-Einstellungen konfigurieren.

Im Gegensatz zu Red Hat und Ubuntu ist bei der SLES-Installation eine grafische Oberfläche per Standard dabei. Hier lässt sich ein Streitpunkt zwischen Administratoren finden. Je mehr unnötige Pakete installiert sind, desto mehr potenzielle Sicherheitslücken beinhaltet das System. Auf der anderen Seite ist die Administration mit einer grafischen Oberfläche wesentlich angenehmer.

YaST (Yet Another Setup Tool) ist ganz klar eine herausragende Stärke von SUSE Linux Enterprise Server. Dieses grafische Konfigurations-Tool lässt sich einfach und verständlich bedienen und führt schnell zum Ziel. Hier hat SLES vielen anderen Linux-Distributionen etwas voraus. Hier steht Administratoren ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem Sie das komplette System im Griff haben. Für die bekanntesten Server-Dienste stehen grafische Verwaltungs-Tools zur Verfügung. Dazu gehören Samba, FTP, Web-Server und so weiter.

Auch die Virtualisierung lässt sich mittels YaST verwalten. SUSE Linux Enterprise Server stellt Administratoren dabei XEN oder KVM zur Auswahl. Mit den entsprechenden Verwaltungs-Tools können Sie virtuelle Gäste einrichten und installieren. XEN setzt natürlich voraus, dass der richtige Kernel gestartet ist.

Wer einen flexiblen, einfach zu administrierenden Linux-Server sucht, fährt mit SUSE Linux Enterprise Server sicher nicht schlecht. Die Preise für SLES fangen bei 349 US-Dollar pro Jahr an. Die aktuelle Version ist SLES 11. Unterstützung gibt es bis zu zehn Jahre.

VON CANONICAL GESPONSERT: UBUNTU SERVER Ubuntu Linux ist in erster Linie für seine Desktop-Distribution bekannt und ist der Shooting-Star der letzten Jahre. Das von Canonical gesponserte Projekt stellt aber auch eine Server-Variante zur Verfügung. Admnistratoren müssen sich bei Ubuntu überlegen, wie lange der Server im Einsatz sein soll, beziehungsweise wie sehr man auf Sicherheits-Updates wert legt. Die April-Ausgaben von geraden Jahreszahlen enthalten eine Langzeitunterstützung (Long Term Support) von fünf Jahren. Alle anderen Versionen werden 18 Monate lang unterstützt. Aktuell ist Ubuntu 10.10 "Maverick Meerkat"

Ubuntus Server-Variante bietet im Prinzip zwei Versionen. Administratoren können das Betriebssystem als alleinstehenden Server oder als UEC (Ubuntu Enterprise Cloud) / Amazon EC2 einsetzen. Die Installation erfolgt mittels eines unspektakulären Assistenten. Der Ubuntu Server bringt per Standard keinerlei grafische Oberfläche mit sich. Aus diesem Grund eignet sich das System nicht wirklich für Linux-Anfänger. Ansonsten haben Sie auf das komplette und große Ubuntu-Repository Zugriff.

Ubuntu Server setzt in Sachen Virtualisierung auf KVM. Der Virtual Machine Builder soll Administratoren das Erstellen von virtuellen Instanzen vereinfachen.

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