Android-Smartphones - Tipps & Tricks für längere Akku-Laufzeit Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


22.01.2011 Hans-Christian Dirscherl*

Android-Smartphones - Tipps & Tricks für längere Akku-Laufzeit

Moderne Smartphones sind fast schon Alleskönner. Doch der Leistungsumfang und die großen leuchtstarken Touchscreens haben ihren Preis: Der Stromverbrauch ist hoch. Wir sagen Ihnen, wie Sie unnötige Stromfresser erkennen und abschalten und die knappe Akku-Laufzeit Ihres Smartphones verlängern.

Die folgenden Hinweise, Tipps, Tricks und App-Vorstellungen beziehen sich auf das Smartphone-Betriebssystem Google Android. Wir haben dafür die Android-Versionen 2.1 und 2.2 herangezogen. Als Testgeräte dienten ein HTC Desire mit Android 2.2 und ein Samsung Galaxy S mit Android 2.1. Viele unsere Tipps & Tricks sowie die Grundlagen-Informationen gelten aber auch für andere Smartphone-Betriebssysteme wie beispielsweise Apple iOS, Windows Phone 7, Symbian und Blackberry; nur dass die Menü-Punkte eben etwas anders heißen. Suchen Sie dort in den jeweiligen Download-Markets nach Apps, die den hier für Android genannten Beispielen entsprechen.

GRUNDLEGENDES Vibrations-Alarm, Wecker oder animierte Bildschirm-Hintergründe kosten Strom, ebenso das haptische Feedback bei Eingaben auf dem Touchscreen. Auch das bei Android-Smartphones meist eingebaute FM-Radio zieht Strom. Wägen Sie also ab, ob Sie diese Funktionen tatsächlich benötigen. Bei Einträgen im Google-Kalender können Sie festlegen, ob Sie über ein akustisches und optisches Signal an einen Termin erinnert werden wollen - auch das kostet Strom. Alle diese Funktionen legen Sie im Einstellungen-Menü von Android und dort in den entsprechenden Untermenüs fest. Wenn Sie mit deren Abschaltung die Grundlage für das Stromsparen gelegt haben, geht es mit den Detaileinstellungen weiter.

EINSTELLUNGSSACHE Zunächst einmal sollten Sie Ihr Display so einstellen, dass es sich bei Nichtbenutzung des Smartphones abschaltet ("Einstellungen, Anzeige, Display-Timeout"). Beobachten Sie Ihr bisheriges Nutzungsverhalten um die richtige Zeitspanne dafür zu finden. Wenn Sie Ihr Handy grundsätzlich alle fünf Minuten checken, macht es keinen Sinn, wenn Sie das Display nach zehn Minuten abdunkeln lassen. Wählen Sie also eine Zeitspanne, die Ihrem Nutzungsverhalten entspricht.

Über dem Menüeintrag "Display-Timeout" befindet sich übrigens der Menü-Punkt "Helligkeit": Hier können Sie die Helligkeit des Touchscreens so einstellen, dass Sie alles noch bequem erkennen können und trotzdem keinen Strom verschwenden. Damit haben Sie die grundsätzliche Helligkeit des Displays festgelegt. Doch nicht immer benötigen Sie die von Ihnen eingestellte Helligkeit in vollem Umfang.

Ein helles Display verbraucht zwangsläufig mehr Strom. Wenn Sie keine längeren Texte lesen müssen, sondern nur mal zwischendurch schnell eine Mail checken oder einfach nur telefonisch erreichbar sein wollen, dann reduzieren Sie also die Helligkeit des Displays noch stärker. Das geht natürlich über das im obigen Absatz erwähnte Einstellungsmenü („Anzeige, Helligkeit“). Doch wenn Sie häufiger die Helligkeit verändern wollen, dann greifen Sie besser zu dem von Android mitgelieferten Widget, das Sie auf einen Ihrer Startbildschirme legen.

Drücken Sie dazu mit dem Finger länger auf eine freie Stelle auf Ihrem Display und wählen Sie aus dem dann erscheinenden Auswahlmenü „Widget“. Scrollen Sie dann runter bis Sie auf „Energiesteuerung“ stoßen. Wählen Sie dieses Widget aus. Nun ist es auf Ihrem Touchscreen installiert. In Zukunft können Sie damit, genauer gesagt mit dem ganz rechts liegenden Feld mit dem Sonnensymbol, bequem die Helligkeit rauf- und runterregeln. Das ist aber noch nicht alles: Sie können damit auch WLAN (Funkwellensymbol ganz links) und Bluetooth (zweites Symbol von links) sowie GPS (mittleres Symbol) nach Bedarf ein- und ausschalten. Womit wir bei den nächsten Stromfressern wären.

WLAN- UND MOBILFUNK-AKTIVITÄT STEUERN Jede Funktion beziehungsweise jeder Chip/Controller, den Sie in Ihrem Smartphone aktivieren, verbraucht Strom. Sie benötigen aber nicht immer alle Funktionen Ihres Smartphones. Nehmen wir nur einmal Bluetooth: Wenn Sie Bluetooth generell nur dazu nutzen, um damit eine Verbindung zwischen Ihrem Smartphone und der Freisprechanlage Ihres Autos herzustellen, dann sollten Sie das stromverbrauchende Bluetooth außerhalb Ihres Fahrzeugs ausschalten (das bringt eventuell auch einen Sicherheitsgewinn, weil Sie damit ein potenzielles Einfallstor in ihr Smartphone abschalten). Das Einschalten des WLAN-Chips macht ebenfalls nur Sinn, wenn Sie via WLAN ins Internet gehen – beispielsweise zu Hause über Ihren DSL-Router, der auch eine WLAN-Antenne besitzt. Außerhalb Ihrer eigenen vier Wände dürften Sie WLAN kaum benötigen, sofern Sie nicht einen öffentlichen WLAN-Hotspot zum Beispiel in einem Café nutzen.

Der Stromverbrauch von WLAN- und HSDPA/UMTS-Chip hängt übrigens davon ab, ob die Einwahl in das jeweilige Netz auf Anhieb klappt und die Verbindung danach fortlaufend bestehen bleibt oder ob die Einwahl erst nach mehreren Versuchen gelingt und die Verbindung immer wieder abbricht. Muss sich das Mobiltelefon dann wieder neu einwählen, kostet das Strom – sowohl bei WLAN als auch bei Mobilfunk. Zudem sollte bei UMTS die Verbindung möglichst gut sein, um Strom zu sparen. Je öfter sich ein Smartphone neu in ein Netz einwählen muss, desto mehr Strom verbraucht es.

Auch der häufige Wechsel zwischen 3G/UMTS- und 2G/GSM/Edge-Netzen zerrt am Akku. Das tritt vor allem in ländlichen Regionen auf: Kommen Sie in die Nähe einer größeren Stadt, wählt sich Ihr Smartphone vermutlich in ein 3G-Netz ein (in der Statuszeile am oberen Bildschirmrand mit einem H angezeigt). Entfernen Sie sich wieder von dem 3G-Sendemasten, dann springt ihr Smartphone irgendwann auf Edge zurück (mit einem E in der Statuszeile signalisiert). Falls Sie sich also in einer Gegend mit einem schwachen oder nur gelegentlichen 3G-Signal aufhalten und Ihren Akku schonen wollen, dann sollten Sie das Smartphone so einstellen, dass es von vornherein nur GSM zur Verbindung nutzt: "Einstellungen, Drahtlos und Netzwerke, Mobile Netzwerke, Netzwerkmodus, Nur GSM". Sie können damit immer noch das Internet nutzen und Ihre Mails abrufen, aber halt nur noch durchgehend mit Edge-Tempo. Auf Telefonate hat diese Entscheidung natürlich keinen Einfluss. Allerdings braucht die Telefon-Funktion Ihres Smartphones mit GSM etwas weniger Strom als mit 3G. Generell gilt die Faustregel: WLAN-Standby verbraucht weniger Strom als GSM-Standby. Ein Smartphone, das im GSM-Standby bereit steht, ist wiederum stromsparender als ein Smartphone im UMTS-Standby.

Für das Herunterladen größerer Datenmengen (zum Beispiel eines Betriebssystem-Updates) sollten Sie bei einem Smartphone grundsätzlich immer den Weg über WLAN statt über Mobilfunk gehen. Erstens um Ihr monatliches Freivolumen (falls Sie keine Flatrate haben) nicht zu schnell zu verbrauchen. Und zweitens, weil es mit WLAN aufgrund der größeren Bandbreite einfach schneller geht (zumindest so lange der neue Mobilfunkstandard LTE nicht verbreitet ist und Sie WLAN nach den n-Standard verwenden). Und je länger der Datentransfer dauert, desto mehr Strom wird verbraucht.

Sucht Ihr Smartphone ständig nach verfügbaren WLANs im Hintergrund, dann saugt es damit ebenfalls den Akku leer. Gehen Sie also in "Einstellungen, Drahtlos und Netzwerke,Wi-Fi-Einstellungen" und nehmen Sie das Häkchen bei „“Netzwerkhinweis“ raus.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • Bechtle IT-Systemhaus Österreich

    Bechtle IT-Systemhaus Österreich WLAN-Systeme, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Server-Betriebssysteme, Verschlüsselungs- und Kryptografie Software, Security Audits, Notfalls-Rechenzentren,... mehr
  • catWorkX GmbH

    catWorkX GmbH mehr
  • SNP AUSTRIA GmbH

    SNP AUSTRIA GmbH Qualitätssicherung, Kaufmännische Software (ERP), Tools, Programmiersprachen, Datenkonvertierung, Übernahme von Softwareprojekten, Systempflege- und Wartung,... mehr
  • Rittal GmbH

    Rittal GmbH Netzwerk-Management, Netzkomponenten, Zugangs- und Zutrittskontrolle, Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Überwachungssysteme, Notfalls-Rechenzentren, Netzwerk- und Systemüberwachung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: