Welche Android-Oberfläche ist die beste? Detail - Computerwelt

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26.01.2011 Armando Rodriguez, Ginny Mies*

Welche Android-Oberfläche ist die beste?

Nicht alle Android-Smartphones sind gleich. Viele Hersteller packen ihre eigene Bedienoberfläche über das Android-Betriebssystem. Das bringt Vor- und Nachteile.

Einer der größten Vorteile, die das Android-Betriebssystem bietet, ist seine Offenheit und damit die Möglichkeit, es an seine individuellen Bedürfnisse oder auch an seine Zielgruppen anzupassen. Anders als Apples iOS oder Microsofts Windows Phone 7 bietet Android den Smartphones-Herstellern die Möglichkeit ihre eigenen Anpassungen vorzunehmen. Das gilt ganz besonders für das Erscheinungsbild von Android: Denn viele Hersteller legen über das eigentliche Android- Betriebssystem eine angepasste Benutzeroberfläche oder andere Skins.

Die Benutzeroberfläche kann so weit verändert werden, dass die Bedienung oder das Aussehen gar nicht mehr auf ein Android-Smartphone schließen lassen. Die Hersteller können wahlweise neue Funktionen hinzufügen oder gar typische Android-Programme nicht standardmäßig installieren. Und stattdessen ihre eigenen Apps vorinstallieren (die sich dann ohne Root-Rechte nicht mehr deinstallieren lassen und meist beim Start des Android-Smartphones automatisch mitgestartet werden). Wir stellen Ihnen in diesem Artikel die drei geläufigsten Benutzeroberflächen vor und erläutern die Vor- und Nachteile.

MOTOROLA MOTOBLUR Wo ist es installiert? Auf fast allen Motorola Android-Smartphones, ausgenommen das Milestone.

Das Motorola Motoblur ist besonders für Leute geeignet, denen die Standard-Android-Programme für soziale Kommunikation und Netzwerke nicht ausreichen. Neben der GPS-basierten Lokalisierung bietet Motoblur Widgets an, die Sie in Echtzeit über die Aktivitäten Ihrer Freunde in unterschiedlichen sozialen Netzwerken informieren. Diese Status-Aktualisierungen erscheinen im Home-Bildschirm, somit werden Sie die ganze Zeit über auf dem Laufenden gehalten.

An und für sich ändert Motoblur jedoch kaum etwas am Betriebssystem des Androiden. Es werden aber neue nützliche Funktionen hinzugefügt. Es ist mit Motoblur möglich, das Gerät via Fernzugriff zu löschen. Diese Funktion ist besonders wichtig, wenn Ihr Smartphone gestohlen wurde, denn so können Sie Ihre Daten vor Fremdzugriffen schützen. Hierfür benötigen Sie lediglich ein Motoblur-Benutzerkonto auf einem Computer und Sie müssen die Löschung aktivieren. Nach dem Löschen sind Ihre gesamten Daten jedoch nicht verloren, da Motoblur Ihre Daten auf eigenen Servern sichert. Wenn Sie Ihre Daten von Ihrem Motorola-Smartphone löschen müssen, dann können Sie diese mittels PC und Ihrem Motoblur-Benutzerkonto wiederherstellen, wenn Ihr altes Smartphone wieder auftaucht oder Sie ein neues Motorola-Smartphone kaufen. Die ganzen Statusmeldungen, die Motoblur Ihnen ermöglicht, können jedoch ausarten und Ihren Home-Bildschirm mit Facebook- oder Twitter-Nachrichten überfüllen. Dadurch verlieren Sie leicht die Übersicht über Ihren Home-Bildschirm.

Bei Motoblur wird die eigentliche Bilder-Galerie-Applikation von Android durch eine eigene Galerie ersetzt. Seltsamerweise können Sie mit der Motoblur-Galerie nicht auf Googles Picasa zugreifen. Dies könnte für einige Picasa-Nutzer ein Grund sein, sich gegen Motoblur zu entscheiden.

SAMSUNG TOUCHWIZ Wo ist es installiert? Auf den Samsung Galaxy S-Smartphones.

Mit TouchWiz wird die Android-Oberfläche farbiger, symbolträchtiger und es lässt sich darauf einfacher navigieren. Manche behaupten, dass zu viel an Android verändert wurde, sodass das ursprüngliche Betriebssystem nicht wiederzuerkennen sei. TouchWiz ist "Comic-hafter" und deswegen nicht so elegant wie das HTC Sense. Der gesamte Grafikaufwand scheint die Leistung der Smartphones zu beeinträchtigen. Denn obwohl alle Galaxy S-Smartphones, die wir untersucht haben, einen 1-GHz-Prozessoren besaßen, waren beim App-Start deutliche Verzögerung festzustellen. Das gilt beim Navigieren durch Menüs, beim Scrollen durch längere Kontaktlisten und sogar beim Surfen im Internet.

Für Android-Neulinge ist TouchWiz jedoch sehr gut geeignet, da es einige einfache Personalisierungen erlaubt. Sie können bis zu sieben Home-Bildschirme mit Widgets und Verknüpfungen auffüllen. Wenn Sie weniger als sieben Home-Bildschirme benötigen, so können Sie die anderen einfach löschen. Ihnen gefällt die Anordnung der Symbole nicht mehr? Auch dies können Sie einfach anpassen und nach Ihren Wünschen neu anordnen. Bei TouchWiz erhalten Sie zudem von Vornherein ein paar zusätzliche Widgets und Hintergrundbilder, welche normalerweise nicht auf einem Android vorinstalliert sind.

Wie bei HTCs Sense bietet Samsung einen eigenen Sozial Media Portaldienst namens Social Hub an. Hierbei kombiniert Social Hub die Informationen von Ihrem Facebook-, MySpace-, und Twitter-Account in einer einzelnen Ansicht. Dies ist eine tolle App, wenn Sie eine einfache Möglichkeit suchen, um über die unterschiedlichen sozialen Netzwerke auf dem Laufenden gehalten zu werden.

Mit Mini Diary können Sie ganz einfach Blog-Einträge mit Fotos, dem aktuellen Wetter, Textnachrichten und vielen weiteren Informationen schreiben. Diese Einträge können Sie wahlweise in soziale Netzwerke oder zu ihren Freunden versenden. Nachdem Sie einen Beitrag erstellt haben, drücken Sie die Menü-Taste in der unteren linken Ecke des Bildschirms. Nun haben Sie die Wahl, den Beitrag als MMS zu versenden oder zu veröffentlichen. Wenn Sie Veröffentlichen wählen, dann können Sie Ihren Beitrag zu Facebook oder MySpace schicken.

HTC SENCE Wo ist es installiert? Auf vielen HTC-Smartphones, nicht aber auf dem Google Nexus One.

Die Benutzeroberfläche von HTC Sense unterscheidet sich am meisten von der originalen Android-Benutzeroberfläche. Der Bildschirm sieht aufgeräumter und eleganter als üblicherweise aus. Insgesamt erwecken die HTC Smartphones einen seriösen Eindruck. In allen Bereichen wie zum Beispiel beim Entsperren-Bildschirm wurde Android etwas optimiert und verschönert.

Das Betriebssystem Sense ermöglicht es dem Nutzer eine sogenannte „Szene" zu erstellen. Damit können Sie unterschiedlichste Home-Bildschirm-Profile abspeichern und je nach Bedarf können Sie diese zur gegebenen Zeit wieder aufrufen. Wenn Sie Ihr HTC beispielsweise privat und geschäftlich nutzen, dann können Sie eine Arbeits-„Szene" erstellen, in der Sie die nicht benötigten sozialen Netzwerke herauslöschen. Stattdessen können Sie Büroanwendungen auf dem Home-Bildschirm abspeichern wie beispielsweise Quickoffice.

Neben den Standard-Android-Widgets hat HTC seinen Smartphones noch einige weitere eigene Widgets hinzugefügt. Diese fügen sich hervorragend in das Design der gesamten Benutzeroberfläche ein. Für Fans von Social Communities ist zum Beispiel Friend Stream, das Inhalte aus Facebook, Twitter und Flickr in sich vereint. Sie können schnell und einfach Ihre Nachricht in alle sozialen Netzwerke, an denen Sie teilhaben, schicken. Selbstverständlich geht das sehr viel schneller, als würden Sie jede einzelne App aufrufen und Ihren Status jedes Mal aufs Neue eintippen und aktualisieren.Allerdings verliert man bei Friend Stream schnell den Überblick, insbesondere auf HTC-Smartphones mit kleinem Bildschirm und kleiner Bildschirmauflösung. Ein weiterer Nachteil: Es dauert eine ganze Weile bis die sozialen Netzwerke durchforstet wurden und sich die App aktualisiert hat. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie viele Leute in Ihrer Kontaktliste haben.

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