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27.01.2011 Alex Wolschann/idg

Microsoft kann das Tempo nicht halten

Die ganze IT-Welt spricht von Tablet-PC, Microsoft-Boss Ballmer über Windows 8 und die Touch Mouse.

Microsoft Boss Steve Ballmer ist in der Regel ein Mann der vollmundigen Worte. Vor allem wenn ihm die halbe IT-Welt aufmerksam zuhört, während er die CES 2011 offiziell eröffnet. Was jedoch als gute Chance für den größten Softwarekonzern der Welt galt, entpuppte sich für viele neugierige Plenumsteil­nehmer als handfeste Enttäuschung.

Obwohl schon im Vorfeld klar war, dass die CES 2011 im Fokus der Tablet-PC ­stehen würde, gab es vom Microsoft-Boss nicht ein Wort zu diesem Thema zu hören. Ballmer weiß genau, dass Microsoft zum jetzigen Zeitpunkt nichts gegen die Dominanz von Apple und Google ausrichten kann. Das aktuelle Windows 7 mag auf einem Desktop-Rechner reibungslos laufen: Für einen Tablet-PC ist es denkbar ungeeignet. Die CES hat dafür einige Beispiele geliefert. Hersteller wie Asus oder Lenovo haben Microsofts wichtigste Software zwar in ihre Tablets integriert, haben aber das ­Problem, dass die Geräte deutlich schwerer als die Konkurrenz zu bedienen sind, vor allem aufgrund der kleinen Symbole bei Windows 7. Auf der CES hat sich gezeigt, dass die Mehrheit der Hersteller eher auf Google setzt als auf Microsoft. Der Internet-Konzern bastelt fleissig daran, sein Handy-Betriebssystem Android für Tablets fit zu machen, und mit dem neuen ­Betriebssystem Honeycomb weiter an Marktanteilen zu gewinnen. Microsofts Problematik spiegelt sich am Beispiel Asus wider: Drei Android-Tablets steht nur eines mit Windows 7 gegenüber, das mit einem Kaufpreis von 1.000 Dollar auch gleich das teuerste Gerät im Portfolio ist.

WINTEL-ALLIANZ FÄLLT Obwohl sich Ballmer bei Tablets schweigsam gab, konnte der Microsft-Boss bei anderen Themen die Erwartungshaltung erfüllen. Ballmer kündigte in Las Vegas an, Windows auch auf Prozessoren mit ARM-Design zum Laufen zu bringen, das in den derzeit erfolgreichen Tablets wie dem iPad oder dem Samsung Galaxy verwendet wird.

Wie der für Windows verantwortliche ­Manager Stephen Sinofsky in Las Vegas erklärte, reagiert Microsoft mit der Unterstützung von ARM-Prozessoren und ­System-on-a-Chip- (SoC-)Designs auf die im Laufe der Jahre drastisch angestiegenen Hardware-Anforderungen an Desktop-PC. Diese Entwicklung kam Microsoft in der Vergangenheit zwar nicht ganz ungelegen und wurde auch mitverursacht. Inzwischen steht sie jedoch Microsofts Erfolgen bei mobilen Geräten, allen voran Tablets, im Weg. Als Lösung soll das künftige ­Windows ressourcenschonender werden, indem es auch auf ARM-Chips von Nvidia, Qualcomm und Texas Instruments läuft, ebenso wie auf künftigen x86-SoCs von Intel und AMD.

Zusätzlich rechnet Microsoft damit, dass die Hardware-Anforderungen von Desktop-PC und mobilen Geräten, eventuell auch Smartphones, konvergieren – und entsprechend auch Windows und Windows Phone verschmelzen, mit verschiedenen Benutzeroberflächen. Durch die breitere Streuung seiner Hardwarelieferanten kehrt Microsoft auch der so genannten Wintel-Allianz mit Intel den Rücken. ­Microsoft wird auch künftig auf die Produkte von Intel setzen, jedoch nicht mehr ausschließlich, wie es in der Vergangenheit meist der Fall war. Obwohl Microsoft eine Demo mit ARM-Chips zeigte, gab es sonst wenig Konkretes über Windows 8 zu hören. Auch zu Preis, Auslieferungstermin oder gar dem Namen des neuen Betriebs­systems wurden keine Angaben gemacht. „Windows 8“ wird jedoch frühestens in zwei Jahren erwartet, so dass etliche Zeit vergehen wird, bis Microsoft von den ­erwünschten Effekten im Tablet-Markt profitieren kann.

Microsoft geht davon aus, dass die Hardware-Anforderungen von Desktop-PC und mobilen Geräten, eventuell auch Smartphones verschmelzen. Ballmers Strategie beinhaltet, dass das Kernsystem von Windows an unterschiedliche Plattformen angepasst wird. „Welches Gerät du auch nutzen wirst, Windows wird drauf sein“, tönte Ballmer in Las Vegas. Diese Initiative bedeutet, dass Ballmer den Tablet-Markt zumindest nicht kampflos aufgeben will. Auch beim Windows Phone 7 ist es letztendlich gelungen, zum technischen Status der Konkurrenz aufzuschließen.

MOUSE 2.0 Microsoft hat auf der CES mit der Touch Mouse auch neue Hardware vorgestellt. Das Gerät ist das Ergebnis des internen Forschungs-Projekts „Mouse 2.0“. Laut Microsoft suchten die Entwickler der Touch Mouse nach einem Gerät, das die bekannten Maus-Funktionen in die Touch-Generation überträgt und ent­wickelten dafür fünf verschiedene Prototypen, aus denen letztendlich die Touch Mouse hervorging. Die Touch Mouse erinnert zwar frappant an die Magic Mouse von Apple, soll aber nach ersten Erfahrungsberichten besser zu bedienen sein.

Bei der Touch Mouse hat Microsoft die beiden Tasten sowie das Scrollrad durch eine berührungsempfindliche Sensorplatte ersetzt. Dadurch sind einfache aber auch komplexe Touch-Gesten möglich: Mit ­einem Finger kann man scrollen oder blättern, mit zwei Fingern können Fenster minimiert oder maximiert werden. Mit drei Fingern lassen sich alle derzeit geöffneten Programme gleichzeitig anzeigen. Insgesamt erkennt die Touch Mouse elf verschiedene Befehle, kommt im Juni in den Handel und soll knapp 80 Euro ­kosten. Zusätzlich gab es in Las Vegas Neuigkeiten zur X-Box Bewegungssteuerung Kinect. Die Software Avatar erkennt nicht nur Bewegungen, sondern auch Gestik und Mimik.

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