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27.04.2009 Rudolf Felser/apa

Chinesen bringen Android-Netbook

Ein chinesischer Hersteller hat das erste Netbook mit dem für Smartphones gedachten Betriebssystem Android angekündigt.

Ein chinesischer Hersteller hat das erste Netbook – pardon – Mini-Notebook (siehe dazu "Der Kampf um die Marke Netbook") mit dem eigentlich für Smartphones gedachten Betriebssystem Android angekündigt. Das Alpha 680 komme innerhalb der nächsten drei Monate für 250 Dollar (umgerechnet rund 190 Euro) in den Handel, sagte ein Vertreter der Firma Guangzhou Skytone Transmission Technologies Company der Zeitschrift "Computerworld".

Wo der Hersteller gespart hat: Das Gerät hat einen vergleichsweise kleinen 7-Zoll-Bildschirm und weist auch ansonsten eine eher für Smartphones typische Ausstattung auf. Netbooks haben zwar alle eine geringere Rechenleistung und sind vor allem für die mobile Internet-Nutzung ausgelegt. Das Alpha 680 soll aber einen 533-Megahertz-Prozessor des britischen Chipkonstrukteurs ARM enthalten, wie er beispielsweise auch im iPhone zum Einsatz kommt. Dickes Plus: Die Steuerung ist den Angaben zufolge über den berührungsempfindlichen Bildschirm möglich. Außerdem ist das Gerät den Fotos auf der Homepage zufolge ein "Convertible", kann also als herkömmliches Netbook und als "Tablet-PC" verwendet werden. Der Arbeitsspeicher ist ab Werk 128 Megabyte groß, an Bord ist zudem eine ein Gigabyte große Festplatte. Ins Internet geht das Netbook mit Wireless LAN oder UMTS. Das Alpha 680 hat trotz des stromsparenden Chips eine vergleichsweise geringe Laufzeit von bis zu vier Stunden, da der Akku nur über zwei Zellen verfügt. Hier nachzubessern dürfte aber bei Erfolg des Gerätes keine allzu große Schwierigkeit sein.

Ob bzw. wann das Gerät in Europa auf den Markt kommen wird, steht jedoch in den Sternen. Der Hersteller peilt eher die Märkte in Asien und Afrika an – worauf auch die Ausstattungsmerkmale sowie der Preis des Gerätes hindeuten.

WINDOWS-KILLER ANDROID? Android wurde von einer Industrie-Allianz unter der Führung von Google entwickelt und war ursprünglich für Mobiltelefone gedacht. Der auf Linux basierende Programmcode ist frei verfügbar und darf von Entwicklern kostenlos verwendet und weiterentwickelt werden. Damit ist es möglich, Lizenzkosten für Software zu sparen. Das gilt zwar prinzipiell auch für andere auf Linux basierende Betriebssysteme, wie sie ebenfalls vereinzelt bei den handlichen Rechnern zum Einsatz kommen. Trotzdem hat Linux nach einem anfänglich guten Start Marktanteile an Windows verloren. Die Akzeptanz der User für ein "neues" und zum Großteil unbekanntes Betriebssystem war scheinbar nicht hoch genug – zumindest in den Augen der Hersteller.

Bei Android könnte das anders laufen. Google-CEO Eric Schmidt hat bei der letzten Investoren-Konferenz gute Zeiten für "sein" Betriebssystem vorhergesagt. "Alles in allem sieht es nach einem sehr starken Jahr für Android aus", so Schmidt. Die Unternehmen hätten auf eigene Faust angefangen mit Android auf Mini-Notebooks und anderen Mobile Internet Devices (MID) zu experimentieren, ohne dass Google hätte "nachhelfen" müssen.

Bislang gibt es zwei Handys mit dem System (neuerdings auch in Österreich, siehe "Neues von Googles Android"), mehrere Hersteller haben Geräte für die nächsten Monate angekündigt, kürzlich auch Samsung. Außerdem hatten die Computerhersteller Asus und Hewlett-Packard angekündigt, Android auch auf Netbooks zu testen. Das Marktforschungsunternehmen Ovum räumt der Plattform gute Chancen bei Mini-Notebooks ein.

Damit erwächst Microsoft Konkurrenz: Heute dominiert der weltgrößte Softwarehersteller das Netbook-Segment mit einem Anteil von rund 70 Prozent. Allerdings verkauft er hier das acht Jahre alte Windows XP, da das aktuelle Betriebssystem Windows Vista zu viele Ressourcen benötigt. Erst bis Anfang 2010 soll mit dem Vista- Nachfolger Windows 7 eine neue Plattform herauskommen, die auch für Netbooks geeignet ist. (rnf/apa)

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