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08.07.2009 Rudolf Felser/Michaela Holy/apa

Alles neu macht Google

2010 sollen Geräte mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS ausgestattet werden. Außerdem hat Google das Beta-Label seiner Webdienste entfernt.

Google Apps is out of beta (yes, really) teilte das Unternehmen im offiziellen Google-Blog mit. Vor fünf Jahren begannen die Entwickler von Google ihre Webdeinste unter der Bezeichnung Google Apps zu veröffentlichen, jetzt sind sie aus ihren Beta-Schuhen entwachsen, das Beta-Label wurde entfernt. Nach Informationen von Google würden die Apps mittlerweile bei 1,75 Millionen Unternehmen eingesetzt; alle Standards, die es für Non-Beta-Software gebe, würden erfüllt beziehungsweise übertroffen werden.

GOOGLES BETRIEBSSYSTEM Neben der folgenden Meldung ist das Ende der Beta-Phase der Apps allerdigns ein "kleiner Fisch": Google will mit Google Chrome OS ein eigenes Computer-Betriebssystem anbieten, mit dem erste Geräte ab der zweiten Hälfte des Jahres 2010 auf den Markt kommen sollen, so Google in einem Firmenblog.

Mit Google Chrome OS verstärkt das Unternehmen den Druck auf Microsoft. Nach Office-Anwendungen und Internet-Software greift Google nun das Herzstück von Microsofts Geschäft an: Das Betriebssystem Windows. Wie bei dem vor allem für kleine mobile Geräte wie Handys oder Netbooks gedachten Betriebssystem Android soll der Quellcode offen sein. Das heißt, er wäre für Software-Entwickler frei zugänglich. Google Chrome OS sei grundsätzlich für alle Geräte von Mini-Notebooks bis zu großen Desktop-Rechnern gedacht. Zunächst solle es aber auf den auch Netbooks genannten Mini-Notebooks zum Einsatz kommen.

Derzeit sei man deswegen schon mit mehreren Unternehmen im Gespräch, so Google weiter. Das Betriebssystem soll mit auf der x86-Architektur basierenden CPUs, die hauptsächlich von Intel und AMD geliefert werden, sowie der ARM-Architektur, die bislang nur in Smartphones Verwendung findet, kompatibel sein.

Erste Prototypen von Netbooks auf ARM-Basis tauchten letzten Monat bei der Computex show in Taiwan auf, Googles angekündigte Unterstützung der Plattform könnte einen gewaltigen Sprung vorwärts für den Mobilprozessor-Spezialisten bedeuten. Microsofts Windows läuft nicht mit ARM-Prozessoren, weswegen sich viele Hersteller umorientieren und auf Linux oder eine spezielle Version von Googles Android setzen wollen. Es ist noch nicht ganz klar, wie viel Code die beiden Betriebssysteme Andoid und Chrome OS gemeinsam haben werden, laut Google adressieren sie jedoch sehr unterschiedliche Geräte.

CHROME IST NICHT ANDROID "Google Chrome OS ist ein neues Projekt, separat von Android", heisst es dazu von Google. "Android wurde von Anfang an dafür entwickelt um auf verschiedenen Geräten, von Telefonen über Settop-Boxen bis hin zu Netbooks, zu laufen. Google Chrome OS wurde für Menschen gemacht, die hauptsächlich im Web unterwegs sind."

Zu Beginn konzentriert sich Google also auf das Netbook-Segment. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass der (auch) Suchmaschinen-Betreiber in den Wettbewerb mit Microsoft und Apple auf größeren, auf das Internet ausgerichteten, Geräten einsteigt.

LINUX-KERNEL Das "Herz" von Chrome OS ist ein Linux-Kernel. Applikationen, die in herkömmlichen Web-Programmiersprachen geschrieben werden können, sollen innerhalb eines neuen Windowing-Systems laufen. Außerdem sollen sie sich mittels Chrome-Browser auch auf Windows-, Mac- oder Linux-Computern ausführen lassen. Die Applikationen würden also so gut wie auf jedem System einsetzbar sein.

Eine breite Unterstützung der Plattform ist der Schlüssel dazu, um genügend Entwickler ins Boot zu holen, und somit ein wichtiger Erfolgsfaktor. "Wir haben eine Menge Arbeit vor uns und brauchen auf jeden Fall viel Hilfe von der Open Source Community, um unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen", so Google in einem Blog-Posting.

Dem Endkunden verspricht Google eine verbesserte Bedienung und Nutzbarkeit, resultierend aus schnellerem Zugriff auf E-Mails, kurzen Boot-Zeiten, Datenzugriff von überall und dem Ende problematischer Hardware-Konfigurationen, Software-Updates und Sicherheitsbedenken. "Wir gehen zurück zu den Basics und überarbeiten die darunterliegende Security-Architektur komplett, damit der User sich nicht um Viruse, Malware und Updates kümmern muss. Es soll einfach nur funktionieren", lautet die von Google ausgegebene Devise. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, wird sich zeigen. (mi/rnf/apa)

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