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07.06.2013 :: Printausgabe 12/2013 :: Oliver Weiss/pi +Premium Content

Megatrends fordern Logistik-Industrie

Der 10. Steirische Logistik- und Automotive Tag der Bundesvereinigung Logistik BVL Österreich stellte die Auswirkungen großer globaler Trends wie die Entstehung von Megastädten auf die Logistik- und Automobilindustrie in den Fokus.

Der 10. Steirische Logistik- und Automotive Tag der Bundesvereinigung Logistik BVL Österreich.

Der 10. Steirische Logistik- und Automotive Tag der Bundesvereinigung Logistik BVL Österreich.

© Petru Rimovetz





Helmut Zsifkovits, Montanuniversität Leoben und BVL Regionalbüroleiter Steiermark, sowie Peter Totz, Salomon Automation, konnten am 15. und 16. Mai 2013 mehr als 100 Teilnehmer zur Jubiläums-Logistiktagung begrüßen. Dirk Jodin, Institutsleiter für Technische Logistik an der TU-Graz, konzentrierte sich in seinem Einführungsvortrag "Herausforderungen und Trends in der Intralogistik" auf die aktuellen Handlungsfelder: "Das Anwachsen der Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen bis 2050 wird von einer Steigerung der Lebenserwartung und der Entstehung von Megastädten und -zentren mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, die versorgt werden müssen, begleitet", sagt Jodin. Lösungsansätze seien hier unter anderem urbane Transport- und Logistiksysteme, E-Mobility-Konzepte, die Bündelung verschiedener Verkehre, die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, flexible und dezentrale kreislauffähige Warenübergangssysteme, sowie eine intelligente Verkehrssteuerung und adaptive Tourenplanung zur Ressourcenschonung und Reduzierung der CO2-Emissionen.

NEUER INDIVIDUALISMUS
Veränderte Beziehungsgeflechte und eine Do-it-yourself-Ökonomie zeichnen sich durch Variantenvielfalt, Steigerung der Angebotsvielfalt und der Sendungsmengen aus. Mit leistungsfähigen Distributionsnetzwerken, schnellen und flexiblen Lieferketten, ausfallsicheren selbststeuernden Materialflusssystemen, dem Einsatz von Schwarmintelligenz bzw. zellularer Fördertechnik als Alternative zu herkömmlichen Fördertechniklösungen, wie auch hohen Sortierleistungen in Knotenpunkten will Jodin der neuen Stufe des Individualismus begegnen. "Für eine energieeffiziente Materialflusstechnik müssen Kennzahlen und Messverfahren für eine nachvollziehbare und nachhaltige Vergleichbarkeit von Logistiksystemen erst geschaffen werden", erklärt der Institutsleiter.
Katrin Reisinger, Business + Logistic, moderierte anschließend die große Podiumsdiskussion mit Vertretern der steirischen Top-Intralogistikunternehmen. Zum Thema "Strategische Geschäftsentwicklungen in der Intralogistik" diskutierten Gerald Hofer, Vorstand von Knapp, Hannes Neubauer, Geschäftsführer Salomon Automation, Markus Skof, Geschäftsführer ISA – A Jungheinrich Company, Heinrich Amminger, Geschäftsführer Ylog und Dirk Jodin von der TU-Graz. Investitionssichere und energieeffiziente Automatisierungs- sowie Softwarelösungen, die sich bei hoher Standardisierung flexibel dem veränderten Kaufverhalten anpassen lassen und rasch einsetzbar sind, seien die aktuellen Kundenanforderungen, so der Tenor der Branche. Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung seien hierfür notwendig, würden aber auch eine große Bandbreite an Lagertechniklösungen und eine entsprechende Unternehmensgröße voraussetzen, um am globalen Markt bestehen zu können. Dazu Gerald Hofer, Knapp: "Kundenbedürfnisse können heute nur durch einen Mix aus unterschiedlichen Systemen optimal abgedeckt werden. Gut, wenn man über alles verfügt." Hätte man früher individuelle Lösungen für den Kunden entwickelt, gehe der Trend zum modularen Aufbau von Softwarelösungen, fügt Hannes Neubauer von Salomon Automation, hinzu. Würden für Großkunden nach wie vor Individuallösungen hergestellt, erwarte die breite Masse an KMU eine hochstandardisierte Software, die rasch eingesetzt werden kann.

SHARECONOMY
E-Commerce, neue Technologien, Nachhaltigkeit und Prozessgenauigkeit sind die definierten Trends in der Intralogistik. Die Anforderungen an die Logistik lassen sich mit erhöhter Flexibilität, tagesgenauer Auslieferung, Transparenz in der Lieferkette und Prozessperformance beschreiben. Markus Skof, Geschäftsführer ISA, griff mit Shareconomy einen weiteren Trend in der Intralogistik auf. Vom klassischen Car-Sharing-Modell über das Generieren und Teilen von Content über Soziale Netzwerke und Web 2.0, oder Cloud-Technologie und dem Internet der Dinge, zeichne sich heute die vierte industrielle Revolution mit dem Internet der Dienste ab. Vorreiter sei die Fraunhofer IML, die in ihrer Logistics Mall bereits Logistiktools in der Cloud zur Miete anbiete. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der effiziente Einsatz von Warehouse Management Systemen in manuellen Lagern. ISA biete mit Isastore/Jungheinrich WMS ein Werkzeug, das mit einer kurzen Realisierungszeit von acht Wochen bei 25 Prozent aller manuellen Systeme punktet. (pi/oli)

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