Wie in der öffentlichen Verwaltung Big Data zu Smart Data wird Wie in der öffentlichen Verwaltung Big Data zu Smart Data wird - Computerwelt

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05.11.2014 pi/Rudolf Felser

Wie in der öffentlichen Verwaltung Big Data zu Smart Data wird

Das Bundesrechenzentrum betonte auf seiner Fachtagung "Schöne neue Welt der Daten" die besondere Verantwortung des Staats im Umgang mit Bürgerdaten, aber auch deren Nutzen. Der IT-Dienstleister des Bundes präsentierte sechs konkrete Handlungsfelder, in denen die neuen Technologien der Datenanalyse für eine weitere Modernisierung und Effizienzsteigerung in der Verwaltung genutzt werden können.

Am Podium der BRZ-Fachtagung: Gerhard Köhle, Günter Stessl, Peter Parycek, Wolfgang Ebner, Ulrike Huemer, Marcus Hudec

Am Podium der BRZ-Fachtagung: Gerhard Köhle, Günter Stessl, Peter Parycek, Wolfgang Ebner, Ulrike Huemer, Marcus Hudec

© Klaus Vyhnalek - BRZ GmbH

"Die Chancen aber auch die Risiken sind beinahe so unvorstellbar wie die Datenmengen" – mit diesen Worten eröffnete BRZ-Geschäftsführer Roland Jabkowski die BRZ-Fachtagung "Schöne neue Welt der Daten". Big Data und Predictive Analytics in der öffentlichen Verwaltung standen dabei im Mittelpunkt – und damit auch die große Herausforderung für die Verwaltungs-IT: Sowohl Sicherheit, Datenschutz als auch Transparenz in der Verwendung der sensiblen Bürgerdaten müssen gewährleistet sein. Dem Staat komme hierbei eine besondere Verantwortung zu. Der IT-Dienstleister des Bundes präsentierte sechs konkrete Handlungsfelder, in denen die neuen Technologien der Datenanalyse für eine weitere Modernisierung und Effizienzsteigerung in der Verwaltung genutzt werden können. Um die hohen Ziele zu erreichen regten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung eine gemeinsam erarbeitete österreichweite Datenstrategie an.

"Big Data ist keine Utopie, Big Data ist Realität. Unser Ziel muss es sein, unter verantwortungsvoller Berücksichtigung des Datenschutzes aus Big Data Smart Data zu machen. Nur so können wir die Basis für vielfältige Anwendungen für die Bürgerinnen und Bürger legen und die Daten für eine Effizienzsteigerung der Verwaltung nutzen", erläutert Jabkowski vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachtagung.

Dem pflichtet auch Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien, bei: "Bürgerfreundliche Verwaltung heißt, durch Vernetzung von Daten und Services die Menschen in der eigenen Lebenslage ganzheitlich zu unterstützen. Eine Kooperation von Stadt, Land und Bund ist dafür dringend erforderlich."

Wolfgang Ebner, Stellvertretender Sektionsleiter im Bundesministerium für Finanzen, wiederum betont die besondere Bedeutung der Komponente Mensch und die Möglichkeiten, die neue Technologien für die Entscheider der Zukunft bringen: "IT kann aus einer Unmenge von Daten schon heute qualitativ bessere Prognosen ziehen als der Mensch je dazu im Stande wäre. Künftige Managementgenerationen müssen umdenken und dies in ihren Entscheidungen entsprechend berücksichtigen."
 
Dass aus der Vielfalt und Menge von Daten die richtigen Schlüsse gezogen werden, darin sieht  Marcus Hudec das Ziel und letztlich den Mehrwert: "Datengetriebene Analyse kann die Basis für eine neue Qualität der Informationsnutzung und damit auch für eine Effizienzsteigerung in den Verwaltungsprozessen darstellen. Dazu muss jedoch an den richtigen Stellen geschraubt werden", erklärt der Professor für Informatik an der Universität Wien.

6 HANDLUNGSFELDER
Diesen richtigen Stellen auf der Spur waren die Teilnehmer nach den Eröffnungsstatements in den Workshops der Tagung, die sich Big Data im Einsatz in der öffentlichen Verwaltung von unterschiedlichen Seiten näherten. Die Palette der Themen reichte von Predictive Analytics über Datenschutz bis zur Rolle von Registern in Zeiten von Big Data. Insbesondere die Einsparungen, die Big Data-Technologien im Verwaltungseinsatz bewirken können, wurden angesichts der knappen Budgetlage des Staates immer wieder betont. So geht die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie davon aus, dass sich dadurch in der öffentlichen Verwaltung in Zukunft bis zu 20 Prozent an Ausgaben einsparen lassen.

Dieses Potenzial heben will auch das BRZ und hat sechs konkrete Handlungsfelder identifiziert, in denen die öffentliche Verwaltung aus Big Data-Technologien auch unter strenger Berücksichtigung des Datenschutzes Nutzen ziehen kann. Diese umfassen neben "Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung" (Einsatzplanung von Feuerwehr, Rettung und Polizei) auch "Services für Bürger und Unternehmen" sowie die "Modernisierung der Gesetzgebung" etwa durch Szenario-Analysen. Weitere Handlungsfelder wurden bei "Wirtschaft und Arbeit", z.B. bei der Steuerung des Arbeitsmarktes, in der "staatlichen Infrastruktur" (Steuerung des öffentlichen und individuellen Verkehrs) sowie in Sachen "Effizienz und Verwaltungsreform" (Optimierung von Verwaltungsprozessen) identifiziert.

Weiters präsentierte das BRZ auf der Fachtagung wie Big Data-Projekte im Einsatz für den Staat konkret aussehen können. Beispielsweise stellt das Data Warehouse "Steuer" die Basis für unzählige Analysen und Ad-hoc-Auswertungen im Finanzministerium dar. Darauf aufgesetzt betreibt das BRZ mit LoS ein System zur leistungsorientierten Steuerung aller nachgeordneten Dienststellen der Steuer- und Zollverwaltung, das anhand von Balanced Scorecards und multidimensionalen Datenanalysen die Entscheidungsfindung maßgeblich unterstützt. (pi)

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