Sinn aus dem Informationschaos: Neue Technologien für Datenjournalismus Sinn aus dem Informationschaos: Neue Technologien für Datenjournalismus - Computerwelt

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22.07.2015 pi/Rudolf Felser

Sinn aus dem Informationschaos: Neue Technologien für Datenjournalismus

Datenjournalismus extrahiert komplexe Informationen aus einer Unmenge an Daten und präsentiert sie anschaulich. Doch oft fehlen geeignete Analysemethoden und die passende Technik für diese schwierige Aufgabe. Das Forschungsprojekt "VALiD - Visual Analytics in Data-Driven Journalism" entwickelt neue Techniken, die Journalisten dabei unterstützen sollen.

© Dreaming Andy - Fotolia.com

So wie viele andere Organisationen stehen Verlage und die Nachrichtenindustrie vor der Herausforderung, Sinn aus der ständig anwachsenden Informationsmenge zu ziehen. Das Ziel des Projekts VALiD ist es, jene Visual-Analytics-Technologien wesentlich zu verbessern, die die Untersuchung von komplexen und heterogenen Daten im Datenjournalismus unterstützen.

"Wir leben in einer Welt, in der es immer wichtiger wird, komplexe sozio-ökonomische und ökologische Phänomene zu verstehen, um Entscheidungen zu treffen. Traditionell spielen Journalisten und Journalisten eine wichtige Rolle in diesem Bestreben, indem sie verborgene Muster aufdecken, über Zusammenhänge informieren, aufklären und unterhalten", sagt Projektleiter Wolfgang Aigner vom Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.

STEINE AM WEG ZUM DATENBERG

Mit der ständig wachsenden Menge und Verfügbarkeit von Daten mussten Journalisten zunehmend Elemente der Datenanalyse und -visualisierung in ihre Arbeit integrieren. Entstanden ist dadurch das Gebiet des Datenjournalismus, der auf computergestützter, datenbasierter Analyse sowie interaktiver Visualisierung beruht.

"Obwohl sich verschiedene Communities mit Datenjournalismus befassen und ihn eine Reihe bekannter Nachrichtenorganisationen wie die New York Times oder der Guardian aufgegriffen haben, steht die Mehrheit der Journalisten und Journalisten nach wie vor erheblichen Hindernissen bei der Nutzung von Daten in ihrer Arbeit gegenüber", so Aigner.

Drei Haupthürden existieren: Meist fehlen brauchbare Systeme, die passende Technologie und der Workflow in der Arbeitsroutine. "Viele Journalisten und Journalisten verfügen nicht über das technische Know-How, das für das Bedienen derzeit verfügbarer Werkzeuge notwendig ist, gängige Analysetechniken können die komplexen, heterogenen Daten nicht verarbeiten und es fehlt meist eine IT-Infrastruktur, die Datenjournalismus unterstützen könnte", erklärt Aigner.

Genau hier setzt das Projekt VALiD an: Mit dem Blick auf Nutzer und deren Probleme entwickelt es in den nächsten drei Jahren Techniken, die DatenJournalisten bei der Handhabung von komplexen heterogenen Daten unterstützen, sowie eine Reihe von Richtlinien und Best-Practices für Abläufe im Datenjournalismus.

Da das Feld der heterogenen Daten groß ist, fokussiert das Projekt auf zwei Typen: Zum einen werden zeitbezogene Textdaten in Form von Parlamentsprotokollen des Nationalrats unter die Lupe genommen. Diese sind zwar elektronisch verfügbar, liegen aber als unstrukturierte Textmenge vor. Die zweite Art von untersuchten Daten sind dynamische Netzwerke in Form der Medientransparenzdatenbank. Sie enthält große Mengen an Daten dazu, in welchen Medien und in welcher Höhe staatliche Organisationen ihre Inserate schalten.

Die Spezialisten für Visualisierung und interaktive Technologien kommen im Projekt von der FH St. Pölten und der Universität Wien, jene für Datenjournalismus von der FH JOANNEUM und für die Umsetzung prototypischer Techniken ist das Unternehmen drahtwahrenhandlung mit an Board.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) über das Förderprogramm "IKT der Zukunft" der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziert. Partner im Projekt sind die Universtität Wien (Department of Computer Science, Visualization and Data Analysis research group), die Landsiedl, Popper OG – drahtwarenhandlung film & animation und die FH JOANNEUM (Institut für Journalismus und Public Relations). (pi)

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