Big Data in Österreich: Status Quo und Zukunft – Teil 2 Big Data in Österreich: Status Quo und Zukunft – Teil 2 - Computerwelt

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Big Data in Österreich: Status Quo und Zukunft – Teil 2

Wie sieht es mit Big Data in Österreich aktuell aus? Welche Vorzeigeprojekte und innovativen Anwender gibt es hierzulande? Was könnte sich in diesem Bereich in den nächsten fünf Jahren ändern? Computerwelt.at hat bei 24 Experten nachgefragt. Hier finden Sie den zweiten Schwung an Antworten der Umfrageteilnehmer.

2. Teil unserer österreichischen Big-Data-Umfrage

2. Teil unserer österreichischen Big-Data-Umfrage

© CC0 Public Domain - pixabay.com

Von N wie Nagarro bis T wie T-Systems: Computerwelt.at hat bei 24 Experten der in Österreich tätigen IKT-Branche nachgefragt, wie es mit Big Data und Analytics am heimischen Markt aussieht, welche Projekte und Anwenderunternehmen schon heute Vorbildcharakter haben und welche Möglichkeiten es in ein paar Jahren geben wird. Das erste Dutzend haben wir Ihnen bereits gestern präsentiert. Hier finden Sie nun die Antworten nächsten 12 IT-Profis.

Damianos Soumelidis, Geschäftsführer Nagarro Österreich

Wie sieht die Big Data/Analytics-Nutzung am heimischen Markt aus und welche Vorzeigeprojekte oder innovative Anwender gibt es in diesem Bereich?

Der heimische Markt ist mit der Erprobung von Big Data noch zögerlich. Was durchaus verwundert, zumal das Thema - ganz im Gegensatz zur Cloud etwa - greifbar und die Voraussetzungen vorhanden sind. Ausreichend datenproduzierende Institutionen gibt es in Österreich, nur wenige erproben jedoch das Wirkungspotenzial von Big Data mit Analytics.
Asiatische und amerikanische Unternehmen steigen bereits voll in die neue Application Economy ein. Die Kombination von E-Commerce, Big Data und Social Media entwickelt sich dort gerade zu einem Geschäftsmodell. Vor allem der Retail-Markt ist prädestiniert dafür, das haben die schlauen Strategen in Übersee längst erkannt.
Allerdings können wir uns bei Nagarro Österreich auch über ein schönes Vorzeigeprojekt freuen, das schrittweise weiterentwickelt wird. Mit unserem Kunden blitzzcar haben wir eine Applikation konzipiert, die aus verschiedensten Ressourcen, u.a. der Tesla App, eine ganz persönliche Daten-Orchestrierung kreiert. Dass man auch im Airline und Transport Business innovativ ist können wir von unserem Kunden Lufthansa bestätigen. Analytics im Kontext mit Kundenverhalten und Nachfragemodellen sind hier schön länger Thema.

Wie könnte der Big Data/Analytics-Alltag in fünf Jahren im Vergleich zu heute aussehen und welche Möglichkeiten wird es für Unternehmen und Anwender geben?

In fünf Jahren wird die Flut an verfügbaren und somit nutzbaren Daten noch um ein Vielfaches größer sein als heute. Diese Daten kommen einerseits aus sensorischen Quellen und werden andererseits von Unternehmen produziert. Datenprovider werden diese Informationen im großen Stil kostenpflichtig nicht nur für Endkunden, sondern auch im B-2-B Bereich anbieten.
Über programmierbare Schnittstellen, die APIs, können wir heute schon sicher und performant an Daten andocken. Ich gehe davon aus, dass Unternehmen in fünf Jahren ein großes Instrumentarium bedienen werden, um solche Angebote verfügbar zu machen oder selbst darauf zuzugreifen und ihr Geschäft danach zu steuern.
Wer auf Marktveränderungen und Umwelteinflüsse kurzfristig reagieren kann, geht hautnah und aktuell auf das Konsumverhalten ein. Ist dieses enorme Potenzial einmal in Gang gesetzt wird, ja muss es fast zum allgemeinen Standard werden.


Daniel Boehrer, Sales Manager bei Nexthink Switzerland & Austria

Wie sieht die Big Data/Analytics-Nutzung am heimischen Markt aus und welche Vorzeigeprojekte oder innovative Anwender gibt es in diesem Bereich?

In unserem Kernmarkt DACH wächst der IT Operations Analytics- (ITOA) Bereich kontinuierlich und wir haben es als Startup geschafft, uns hier und insbesondere im Markt für End-User IT Analytics-Markt prominent zu platzieren. Unser Produkt ist derzeit einzigartig auf dem Markt. Die Nachfrage bezüglich ITOA nimmt bei Unternehmen rasant zu und wir erleben einen starken Zuspruch mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 50 Prozent in den letzten Jahren – und zwar branchenübergreifend in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Analytics-Lösungen sind im Industrie- und Handels-Sektor genauso gefragt wie im Finanz- und Versicherungsbereich. In Deutschland haben wir unter anderem bereits erfolgreich Projekte mit s.Oliver, den Stadtwerken Tübingen und der Unfallkasse Hessen umgesetzt, in der Schweiz mit AMAG und Landis+Gyr sowie in Österreich beispielsweise mit der VKB-Bank. Auch wenn die Projekte im Einzelfall unterschiedlich aussehen: Bei vielen geht es darum, auf der Basis von Analytics bessere und richtige Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu optimieren und Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Das A und O in einer globalisierten Welt!

Wie könnte der Big Data/Analytics-Alltag in fünf Jahren im Vergleich zu heute aussehen und welche Möglichkeiten wird es für Unternehmen und Anwender geben?

Generell wird die Bedeutung von Big Data und Analytics zunehmen und der Markt für Analytics-Lösungen stark wachsen. Laut einer aktuellen Studie* wird sich allein der weltweite Markt für IT Operations Analytics bis 2020 mehr als vervierfachen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Wachstums-Trend auch speziell in unserem Kernmarkt DACH fortsetzen wird. Als Anbieter der ersten Stunde sind wir hier sehr gut aufgestellt und in der Lage, auf sich verändernde Anforderungen der Kunden schnell und flexibel zu reagieren. Seitens der Unternehmen und Anwender wird in den kommenden Jahren generell die eigene IT stärker in den Fokus rücken und der Bedarf zunehmen, diese noch viel besser im Sinne der Unternehmensziele und –Prozesse sowie der Mitarbeiter zu nutzen. Dazu werden sich IT- und andere Abteilungen stärker vernetzen, austauschen und voneinander profitieren. Neue Jobprofile und Positionen wie Chief Analytics Officer, Chief Data Officer oder Data Scientist, die in den USA schon wesentlich häufiger anzutreffen sind als bei uns, werden in vielen Firmen erstmals besetzt werden. Sie werden Analytics und Big Data einen noch höheren Stellenwert verleihen als bisher. Unternehmen müssen – und werden – in diesem Bereich investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Entwicklung, von der alle Beteiligten letztlich auf vielfältige Art und Weise profitieren können.

*Quelle: "IT Operations Analytics Market by Application (Real-time log analytics, Application performance management, Infrastructure management, Network and security management, and others), by Technology/Tool, by Deployment model, by Organization size, by Vertical and by Region - Global Forecast to 2020," published by MarketsandMarkets


Ewald Glöckl, Director Austria NetApp

Wie sieht die Big Data/Analytics-Nutzung am heimischen Markt aus und welche Vorzeigeprojekte oder innovative Anwender gibt es in diesem Bereich?

Seit klassische Data Warehouse Lösungen um neue In-Memory-Anwendungen erweitert wurden und Analytics ein buntes Spektrum von Anwendungen im Markt abdecken, sehen wir eine stetig wachsende Anzahl von Kunden und Referenzen, die aus Ihren Daten mehr machen als nur zu speichern. Gute Beispiele dafür sind z.B die Echtzeitanalyse der Telemetrie aller Tesla Autos, um sichere Softwareupdates und bestmögliche Kundenerfahrung zu gewährleisten.

Wie könnte der Big Data/Analytics-Alltag in fünf Jahren im Vergleich zu heute aussehen und welche Möglichkeiten wird es für Unternehmen und Anwender geben?

Die Möglichkeiten der sogenannten dritten Plattform rund um IoT, Mobility, Social und Cloud  und den damit verbunden Applikationslösungen bringen völlig neue Nutzungsmöglichkeiten. Echtzeitanalysen über riesige Datenmengen werden damit auch neue Geschäftsfelder ermöglichen. Die Notwendigkeit, dass die ständig steigenden Datenmengen und deren effiziente Verarbeitung mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten müssen, ist eine Voraussetzung, um die Versprechen in der Zukunft einzulösen.

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