Österreich Nachzügler bei Big Data Österreich Nachzügler bei Big Data - Computerwelt

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26.03.2013 Rudolf Felser

Österreich Nachzügler bei Big Data

Interxion und Vanson Bourne kommen in ihrer Studie "Big Data – Jenseits des Hypes" zu dem Ergebnis, dass lediglich ein Viertel aller europäischen Unternehmen aktuell ein Big Data-Konzept hat. Die Studie zeigt Unterschiede zwischen den europäischen IT-Märkten, vor allem bezüglich der Bedeutung von Big Data und der Bewertung von Chancen und Risiken. Die befragten österreichischen Unternehmen messen Big Data mehrheitlich eine geringe Priorität im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bei und haben dementsprechend auch weniger Bedarf an Big-Data-Lösungen.

Heimische Unternehmen messen Big Data eine geringe Priorität im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bei.

Heimische Unternehmen messen Big Data eine geringe Priorität im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bei.

© Fotolia

Vanson Bourne hat im Auftrag von Interxion 750 Senior-IT-Entscheidungsträger in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern im November und Dezember 2012 befragt. An der Studie haben 150 Befragte aus dem Vereinigten Königreich und Irland sowie je 100 aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz, den Benelux- und skandinavischen Ländern teilgenommen. Das Ergebnis: Obwohl Big Data europaweit von vielen Unternehmen und IT-Abteilungen zugleich als Herausforderung und als Chance wahrgenommen wird, überwiegt bei österreichischen Unternehmen noch die Skepsis. Während im europäischen Durchschnitt nur 19 Prozent der Unternehmen keine Pläne haben, auch nur zu untersuchen wie ihre Organisation von Big Data profitieren kann, sind es in Österreich 32 Prozent; nur die Schweizer sind noch zurückhaltender. Etwas besser ist das Verhältnis bei der Frage nach dem Bedarf an Big Data: 18 Prozent der befragten heimischen Unternehmen sehen keinen Bedarf, während es in Europa zwölf Prozent sind.

Es überrascht kaum, dass Analytics (55 Prozent) und Storage (53 Prozent) die am häufigsten genannten technischen Herausforderungen von Big Data sind. Bemerkenswerterweise folgt das Netzwerk an dritter Stelle: Nahezu die Hälfte (48 Prozent) der Befragten vermutet diesbezüglich Beeinträchtigungen der Netzwerk-Infrastruktur und somit Auswirkungen auf die Geschwindigkeit, mit der Informationen abgerufen, verarbeitet und bereitgestellt werden können. Diese Bedenken sind vor dem Hintergrund verständlich, dass 58 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, dass ihre Daten innerhalb von bis zu 100 Millisekunden ihren Endkunden zur Verfügung stehen sollten.

Trotz der Herausforderungen erkennen die Befragten auch zahlreiche Vorteile von Big Data: Als wichtig bewertet wurden schnellere Entscheidungsprozesse (57 Prozent), höhere Kundenzufriedenheit (54 Prozent), mehr Cross-Selling (47 Prozent), schnellere Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen (46 Prozent) sowie Innovation (46 Prozent).

"Um von den genannten Vorteilen profitieren zu können, ist es entscheidend, jetzt die richtigen Weichen zu stellen und eine erfolgreiche Big-Data-Lösung in die langfristige strategische Geschäftsplanung einzubinden", kommentiert Christian Studeny, Geschäftsführer von Interxion Österreich, die Ergebnisse. "Die Infrastruktur im Rechenzentrum erfüllt dabei die hohen Anforderungen von Big-Data-Lösungen wie die Handhabung von großen Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen, geringer Latenz, Skalierbarkeit und ausgeprägter Konnektivität.”

KEIN PLAN
Auch wenn die Bedeutung von Big Data in Österreich aktuell noch gering ist: 36 Prozent der heimischen Unternehmen haben keine strategischen Pläne bzgl. Big Data, während es in Europa nur 17 Prozent sind. Auch die heimischen IT-Abteilungen sehen Big Data noch nicht wirklich als Schwerpunktthema: nur zehn Prozent der befragten IT-Abteilungen haben einen Plan die Fachabteilungen bzgl. deren Big Data Vorhaben zu unterstützen (in Europa sind es 46 Prozent).

Die Auslagerung von Big Data-Lösungen in die Colocation wird von 46 Prozent der europäischen Unternehmen als wichtig, von 24 Prozent sogar als sehr wichtig bewertet. 50 Prozent der befragten Unternehmen bevorzugen eine Big-Data-Lösung as a Service, um Netzwerkkapazitäten zu sparen, 44 Prozent sprechen sich für ein Pay-as-you-go-Modell aus.

Insgesamt ergab die Studie, dass bislang nur jedes vierte europäische Unternehmen ein auf Big Data basierendes Geschäftsmodell erfolgreich entwickelt und umgesetzt hat.

GARTNER: ERSTE PROJEKTE 2013
Nichtsdestotrotz: Gartner zufolge werden 2013 die ersten wirklichen Big-Data-Projekte umgesetzt und einer weltweiten Untersuchung zufolge planen 42 Prozent der IT-Entscheider heuer oder im nächsten Jahr, in entsprechende Techniken zu investieren.

"Kaum eine Organisation hat zwar bereits eine unternehmensweite Strategie ausgearbeitet, aber Unternehmen verstehen inzwischen, was Big Data bedeutet", erklärt in diesem Zusammenhang Doug Laney, Research Vice President bei Gartner. Die heißen Fragen auf Anwenderseite seien im Moment, welche Strategien und Skills Big Data erfordert und wie sich der ROI messen und sicherstellen lässt. Als Starthilfe für interessierte Unternehmen hat das IT-Beratungs- und Systemintegrationshaus MSG Systems sieben Schritte identifiziert, die als Basis für Projekte zur Nutzung von Big Data dienen. Sie finden diese Schritte in dem Artikel "Ausgangsbasis für Big-Data-Projekte" aus der COMPUTERWELT-Printausgabe nach einer kostenlosen Registrierung unter www.computerwelt.at/login/. (pi/rnf)

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