"Die Firma ist dort, wo die Mitarbeiter sind" "Die Firma ist dort, wo die Mitarbeiter sind" - Computerwelt

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08.12.2014 :: Printausgabe 24/2014 :: Daniel Liebhart*

"Die Firma ist dort, wo die Mitarbeiter sind"

Immer wieder krempeln wir unsere IT-Systeme um und kombinieren Anwendungen und Daten zu einem funktionierenden Ganzen oder beseitigen Altlasten. Und das alle Jahre wieder – dennoch hat sich etwas Wesentliches verändert: Wir sind mobil geworden.

© Marco Mueller - Fotolia.com

Wir kennen es alle, das Idealbild der IT als durchgehende Unterstützung der betrieblichen Tätigkeit. Jeder Geschäftsprozess, jeder Geschäftsfall und jedes relevante Geschäftsobjekt soll durch geeignete Informationssysteme schneller und besser bearbeitet werden können – und das zum größtmöglichen Kundennutzen. Wir sind bemüht, als interne IT-Abteilung oder als externe Dienstleister oder Produkthersteller unseren Beitrag dazu zu leisten. Gleichzeitig gilt es, bestehende Systeme möglichst kostengünstig am Laufen zu halten, um eine hohe Amortisation der Investitionskosten zu erreichen. Dies führt zu einem Nebeneinander von Legacy-Systemen, angepassten Standardprodukten und individuell entwickelten Speziallösungen. Die laufen nicht auf ein und derselben Infrastruktur und schon gar nicht auf derselben Technologiebasis. Trotzdem hat sich in den letzten Jahren die Produktivität der meisten Unternehmen durch IT-Unterstützung signifikant verbessert. Nicht zuletzt, weil die unternehmensinterne IT zwar gut vernetzt – also gut integrierbar – ist, aber diese Vernetzung innerhalb klar definierter Firmengrenzen stattfindet – also alles im eigenen Hause und damit relativ kontrollierbar bleibt. Und genau das wird sich in nächster Zeit ändern.

GRENZEN VERSCHIEBEN SICH
Die nächste Technologiegeneration bringt vor allem zwei Dinge mit sich: Mobilität und Verschiedenartigkeit der Endgeräte. Die neue Mobilität steht heute im Vordergrund und betrifft die Grenzen der Unternehmens-IT. Arbeitsplätze werden zunehmend mobil – heute sind es zirka 20 Prozent, in naher Zukunft werden es sehr viel mehr werden, und bereits im Jahr 2020 soll die überwiegende Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung überall und jederzeit arbeiten können. Das bedeutet nichts anderes, als dass Anwendungen und Daten dort verfügbar sein müssen, wo sich gerade das Personal aufhält.

Die Argumente dafür sind bestechend: Bis zu 45 Prozent Produktivitätssteigerungen für Unternehmen bei gleichzeitig verbesserter Work-Life-Balance für die Mitarbeiter. Dies verändert die Grenzen der Unternehmens-IT grundlegend. Das Unternehmen ist dort, wo sich die Mitarbeiter aufhalten. IT-Funktionalität und Informationen sind dort, wo sich die Mitarbeiter aufhalten. Sie sind mehrheitlich außerhalb klar definierter Firmengrenzen und befinden sich in den Tiefen des globalen Netzes. Damit entziehen sie sich der direkten Kontrolle im eigenen Haus. Anwendungen und Daten müssen sich in naher Zukunft so frei bewegen können, wie es die Mitarbeiter tun. Dies setzt eine globale Infrastruktur voraus, die einerseits flexibel und agil durch Raum und Zeit betriebsunterstützende Arbeitsinstrumente zur Verfügung stellen muss und andererseits die Einhaltung klar definierter und gut abgesicherter Unternehmensgrenzen gewährleisten kann. Diese Infrastruktur wird im Moment in Windeseile global aufgebaut. Sie besteht aus Cloud-Services, Social-Network-Plattformen und Marktplätzen für Informationen.

Auf den ersten Blick kann diese Infrastruktur nicht mehr als eine gute vernetzte interne Plattform sein. Anwendungen und Daten werden sich nicht grundlegend verändern. Sehr wohl aber die Arbeitsgeräte, der Arbeitsort und die Arbeitszeit – und damit der innere Aufbau der Infrastruktur. Dies wird die nächste Runde des Zyklus "kreative Zerstörung – vollständige Integration" bestimmen. Damit wir die neue globale Infrastruktur verwenden können, müssen wir mit der bestehenden internen Infrastruktur aufräumen oder sie ersetzen. Das ist der Grund, weshalb private Cloud-Infrastrukturen sinnvoll sind und nicht der vermeintlich tiefere Preis oder die höhere Elastizität. Es sind die möglichen Produktivitätssteigerungen durch mobiles Arbeiten, die eine solche Investition rechtfertigen. Verwendet ein Unternehmen bereits heute interne Cloud-Plattformen, so wird es viel einfacher, morgen auf globale Cloud-Infrastrukturen als Voraussetzung für mobiles Arbeiten umzustellen.

Doch es kommt noch besser. Jedes Unternehmen ist in Zukunft gut beraten, mobile Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Die Möglichkeiten der mobilen Geräte sind damit jedoch noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Sind die Mitarbeiter eines Unternehmens global vernetzt, wird es ein Leichtes sein, ganze Abteilungen mit anderen Abteilungen oder Produktionsstandorte mit anderen Produktionsstandorten zu verbinden und schließlich das Unternehmen als Ganzes mit anderen Unternehmen zu vernetzen und neue innovative, globale und ressourcenschonende Wertschöpfungsnetzwerke zu schaffen.

* Der Autor Daniel Liebhart ist Dozent für Informatik an der ZHAW und Solution Manager bei Trivadis.

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