Die Tops und Flops der mobilen Trends 2016 Die Tops und Flops der mobilen Trends 2016 - Computerwelt

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25.07.2016 Rudolf Felser/pi

Die Tops und Flops der mobilen Trends 2016

Bettina Horster, Direktorin Mobile im deutschen Digitalverband eco, benennt "Megatrends" und "lahme Enten" des Jahres 2016.

© Edyta Pawlowska - Fotolia.com

Die "Tops und Flops des Jahres" benennt der deutsche Verband der Internetwirtschaft eco. Bettina Horster, Vorstand VIVAI AG und Direktorin Mobile im eco Verband, nimmt kein Blatt vor den Mund, um die "lahmen Enten" herauszudeuten, dabei verschweigt sie aber auch die Megatrends nicht.

Zu den Top-Themen gehören nach ihrer Analyse natürlich-sprachliche Assistenten und Assistenzsysteme, etwa für kuratiertes Shopping, Verfahren der Datenanalyse, der Künstlichen Intelligenz und des Maschinenlernens, FinTech und das Internet der Dinge. Auf der Flop-Seite verbucht Horster den Mangel an kreativen Apps, Virtual Reality, Smart Watches und Wearables, das Quasi-Monopol von Android und Mobile Payment als bloße Bezahlapplikation.

SPRACHERKENNUNG UND DRILLINGE

Wesentliche Grundlage der natürlich-sprachlichen Assistenten, wie etwa Siri oder Cortana, bildet die Spracherkennung, die heute zu rund 90 Prozent funktioniert. 2010 lag die Erkennungsquote noch bei lediglich 70 Prozent. Bei 99 Prozent, die in Kürze erreicht werden, kommt man der natürlichen Kommunikation ganz nahe und die Systeme werden große Akzeptanz finden.

Assistenzsysteme sind auch beim kuratierten Shopping angesagt, also der professionellen Beratung beim Online-Einkauf. Kuratiertes Einkaufen ist der Gegentrend zum Massenangebot: Ein "persönlicher" Berater gibt Hilfe und Orientierung, welche Kleidung, Weine oder sonstigen Konsumgüter am besten zu einem selbst und seinem Lebensstil passen.

Als die "entscheidenden Drillinge" bezeichnet Bettina Horster Artificial Intelligence, Machine Learning und Business Intelligence. "Drill down" bezeichnet die tiefgehende Analyse großer Datenmengen, um aus den Daten tatsächliche Informationen und Trends abzuleiten. Die dadurch ermöglichte Wertschöpfungskette erstreckt sich vom Datensammeln über die "intelligente" Auswertung und das Feedback, aus dem die Systeme wiederum Rückschlüsse ziehen.

BANK IN DER WESTENTASCHE

Als "die Bank in der Westentasche" bezeichnet Horster das Spektrum der FinTech-Angebote. "FinTech erhöht den Druck auf die Banken und sonstigen klassischen Finanzdienstleister massiv", ist sie sich sicher. Sie verweist auf das schier unübersehbare Angebot von Startups im FinTech-Sektor.

DISRUPTIVE GESCHÄFTSMODELLE STATT PROZESSOPTIMIERUNG

Einen "klaren Siegeszug" testiert Bettina Horster dem "Internet of Things" (IoT). Damit verbunden sieht sie die Datennutzung und Datenvermarktung durch neue disruptive Geschäftsmodelle statt dem herkömmlichen Ansatz der Prozessoptimierung. Allerdings sollte hierbei das europäische Verständnis von Datenschutz nicht auf der Strecke bleiben, fordert die Mobile-Direktorin von eco.

"Wir brauchen einen europäischen Markenkern mit der Datenschutz-Grundverordnung" sagt sie und formuliert diesen auch gleich: "Customer-centric und nicht Customer-obsessiv!" Cloud-basierte IoT-Plattformen seien seit Sommer letzten Jahres auf dem Vormarsch, beobachtet Horster, und stellt erfreut fest: "Die Kooperationen bei Standardisierungs- und Plattformkonsortien wie Industrie 4.0 und IIC (Industrial Internet Consortium) funktionieren erstaunlich gut."

Als besonders erfolgreiche und aussichtsreiche Anbieter ("Leaders") von IoT-Plattformen nennt sie Microsoft, IBM, Bosch SI und SAP HPC. Siemens und Google stuft sie als "Challengers" ein. Eine hohe Wettbewerbsstärke, aber geringeren Reifegrad testiert sie Salesforce, AWS und Intel. "Es setzt sich die Erkenntnis durch, das IoT am besten funktioniert, wenn man in Ökosystemen denkt", sagt Bettina Horster, und fügt hinzu: "Collaboration is King – das Netzwerk ist alles!" (pi)

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