Generationswechsel bei Bring-Your-Own-Device Generationswechsel bei Bring-Your-Own-Device - Computerwelt

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12.01.2017 Meike Escherich*

Generationswechsel bei Bring-Your-Own-Device

Nur 25 Prozent der Unternehmensmitarbeiter erhalten Mobilgeräte vom Arbeitgeber. Bring-Your-Own-Device (BYOD) ist deshalb Realität, insbesondere bei der jüngsten Arbeitnehmergeneration.

Laut Gartner sollten Unternehmen sich nicht mehr mit der Entscheidung "ByoD oder nicht ByoD?" aufhalten, sondern handeln.

Laut Gartner sollten Unternehmen sich nicht mehr mit der Entscheidung "ByoD oder nicht ByoD?" aufhalten, sondern handeln.

© Georgejmclittle/shutterstock.com

80 Prozent der Unternehmensmitarbeiter in reifen Märkten wie Deutschland werden von ihrer Firma mit mindestens einem Technologiegerät ausgestattet. Dabei sind Desktop- und Laptop-PCs am weitesten verbreitet, Unternehmen stellen diese laut einer aktuellen Gartner-Umfrage mehr als 50 Prozent ihrer Mitarbeiter zur Verfügung.

Wesentlich geringer ist allerdings die Zahl der Mitarbeiter, die Mobilgeräte gestellt bekommen. Insgesamt erhalten nur 25 Prozent von ihrem Arbeitgeber ein Tablet, Smartphone oder Phablet. Aus diesem Grund nutzen viele Mitarbeiter ihre privaten Mobilgeräte am Arbeitsplatz - ein Drittel der Befragten gab an, dass sie regelmäßig mit ihrem privaten Smartphone auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen.

Fokus auf das Wie, nicht auf das Ob
Bisher verwenden Unternehmen zu viel Zeit darauf, sich zwischen den Vorgehensweisen Choose-Your-Own-Device (CYOD) und Bring-Your-Own-Device (BYOD) zu entscheiden - obwohl es eigentlich eine Management-Strategie für die Geräte bräuchte, die schon im Unternehmensnetzwerk sind, egal ob mit oder ohne offizielle Erlaubnis. Statt sich um das Management der Hardware selbst zu kümmern, sollten Unternehmen die Produktivitätsgewinne durch Mobilgeräte einschätzen und sich auf Content Management und die sichere Auslieferung von Applikationen konzentrieren, insbesondere für die Mitarbeiter, die sich Sorgen über den Datenschutz machen.

Millennials sind schon einen Schritt weiter
Vor allem Millennials haben in vielen Unternehmen den Ruf, sich über die Geräte und Anwendungen zu beschweren, die ihnen die Firma zur Verfügung stellt. Tatsächlich sind sie durchaus zufrieden mit den Technologien, die sie erhalten - aber sie nutzen auch intensiv zusätzliche Technologien, die nicht genehmigt sind oder die sie persönlich erworben haben. Anwendungen, beispielsweise für Social Media, Enterprise File Sync & Share oder Collaboration, die nicht autorisierte Elemente enthalten, werden von Millennials deutlich häufiger genutzt als von jeder anderen Altersgruppe.

Auch Storage- und Sharing-Tools nutzen 57 Prozent der Millennials mindestens einmal pro Woche, bei den älteren Mitarbeitern sind es nur 41 Prozent. Am häufigsten werden solche Tools von jungen Arbeitnehmern genutzt, die in der IT arbeiten - hier sind es 45 Prozent, die sie täglich einsetzen.

Für Unterstützung beim Einsatz der selbstgewählten Technologien greifen sie nicht unbedingt auf die etablierten Kanäle im Unternehmen zurück: 26 Prozent suchen zuerst im Internet nach einer Lösung, bevor sie auf konventionellem Weg beim IT-Support anfragen.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Aus diesen Gründen ist es besonders wichtig, dass die Anforderungen von Millennials berücksichtigt werden.

  • Millennials sollten dafür in Nutzergremien adäquat repräsentiert sein. Hier werden Geräte und Anwendungen identifiziert, die noch nicht autorisiert sind, aber genauer beobachtet werden müssen und für die eventuell ein Management aufgebaut werden sollte. Wir empfehlen besonders Millennials aus der IT-Organisation zu berücksichtigen, um eventuelle blinde Flecken der Mitarbeiter anderer Generationen zu umgehen.
  • Unternehmen sollten außerdem innerhalb und außerhalb der IT-Organisation Millennials hinzuziehen, wenn sie über Anwendungen für die persönliche Interaktion sprechen. In dieser Gruppe ist in der Regel die Erfahrung mit dem Einsatz solcher Technologien am größten und zwar innerhalb und außerhalb der vom Unternehmen vorgegebenen Regeln.
  • Um den digitalen Arbeitsplatz zu gestalten ist es ratsam, dass Unternehmen nicht nur auf rein altersbasierte Segmente von Mitarbeitern setzen, sondern unterschiedlichste Mitarbeiterhistorien und Arbeitsstile mit einbeziehen.

CIOs können auf diese Art und Weise bestimmen und berücksichtigen, was die neueste Generation der Mitarbeiter wünscht und erwartet. Das hilft dabei, produktivitätssteigernde Technologien ins Unternehmen zu bringen und zukunftsfähige Policies für Bring-Your-Own-Device und Bring-Your-Own-Application zu etablieren. 

*Meike Escherich arbeitet seit 1997 für das IT-Research und Beratungsunternehmen Gartner und gehört seit 2010 als Principal Research Analyst zum Team Personal Technologies.

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