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16.10.2017 Manfred Bremmer *

Jedes dritte Device mit Kundendaten wird nicht verwaltet

Wenige Monate vor dem Ende der Übergangsfrist entpuppt sich die EU-Datenschutz-Grundverordnung als Impulsgeber für Mobility-Investitionen. Diese sind dringend nötig, denn einer aktuellen IDC-Studie zufolge ist jedes dritte mobile Gerät mit Zugriff auf Firmendaten nach wie vor ungemanaged.

Zeit für eine richtige Absicherung: Smartphones, Tablets, Apps und Co. sind längst zu einem wichtigen Handwerkszeug für Wissensarbeiter geworden.

Zeit für eine richtige Absicherung: Smartphones, Tablets, Apps und Co. sind längst zu einem wichtigen Handwerkszeug für Wissensarbeiter geworden.

© Antonio Guillem - shutterstock.com

Ein Ereignis wirft in diesem Jahr seinen Schatten voraus: Unternehmen müssen sich auf die EU-Datenschutz-Grundverordnung vorbereiten, deren Übergangsfrist im Mai 2018 endet. Der Schutz von personenbezogenen Daten auf mobilen Devices spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im Durchschnitt können 30 Prozent der Belegschaft in Firmen mittels Smartphone oder Tablet auf Kundendaten zugreifen, so ein Ergebnis einer aktuellen IDC-Umfrage – und diese sind neben Mitarbeiter- oder Lieferanteninformationen nur ein Teilbereich personenbezogener Daten.

EU-DSGVO als Impulsgeber für neue Mobility-Investitionen
Interessanterweise stimuliert die EU-DSGVO dabei eher Investitionen, als dass sie diese bremst. 40 Prozent der von IDC befragten 257 IT- und Fachbereichsverantwortlichen von Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern gaben an, dass sie gerade aufgrund der DSGVO neue Mobility-Projekte anstoßen wollen, nur 29 Prozent stellen diese zurück. Die Mehrheit erkennt: Es bedarf mehr Investitionen, um die Compliance und Sicherheit mobiler Devices, Apps und Daten zu gewährleisten.

Handeln ist dringend erforderlich, denn jedes dritte Smartphone mit Zugriff auf Firmendaten wird laut Umfrage heute nicht über ein EMM-System (Enterprise Mobility Management) verwaltet. IT-Entscheider müssen den Schutz personenbezogener Firmendaten insbesondere auf privaten Devices dringend in den Griff bekommen, sonst wird die DSGVO-Compliance aus Sicht von IDC nicht zu halten sein.

Von Enterprise Mobility Management zu Unified Endpoint Management
Wie die Umfrage weiter ergab, erfreuen sich Unified-Endpoint-Management-Lösungen, mit denen sowohl mobile als auch traditionelle Clients (mit Windows 10 oder Mac OSX) verwaltet werden, wachsender Beliebtheit. Weil das UEM dem Wunsch vieler IT-Entscheider nach Vereinfachung und Zusammenführung des End-User Computings entspricht, befinden sich 45 Prozent der befragten Firmen derzeit inmitten konkreter Umsetzungspläne.

Allerdings erfordert die Einführung eines UEMs nicht nur die Umstellung auf ein neues Management-Tool, sondern bedingt auch Veränderungen in der IT-Abteilung. Zwei Drittel der Unternehmen mit bislang getrennten Teams für das Mobile- und das Client-Management wollen diese im Rahmen ihrer UEM-Migration zusammenführen. Die befragten IT-Entscheider äußerten sich jedoch optimistisch, dass dies ohne größere Konflikte gelingen kann. Aus ihrer Sicht sind eine offene Kommunikation, Transparenz über die Veränderungen und das Angebot von Fortbildungen wichtige Erfolgsfaktoren, um bisher getrennte End-User-Computing-Teams zusammenzuführen.

Große Aufgeschlossenheit gegenüber dem Management von IoT-Endpoints
Als weiteren Trend stellte IDC fest, dass sich IT-Verantwortliche sehr offen dafür zeigten, die Endpoints ihrer IoT-Szenarien über eine EMM- bzw. UEM-Lösung zu verwalten. 61 Prozent der befragten Unternehmen erachten dies als sinnvollen Schritt, zumal immer mehr Hersteller ihre Lösungen in diese Richtung weiterentwickeln.

Studienautor Mark Schulte weist jedoch darauf hin, dass EMM beziehungsweise UEM nicht die Antwort auf alle IoT-Szenarien sein wird. So sei es etwa unwahrscheinlich, dass Landwirte ihre Viehzucht mit der gleichen Plattform wie Smartphones oder Laptops verwalten wollen. "Die naheliegendsten Anwendungsfälle befinden sich im Office-Umfeld, wie beispielsweise dem Management von vernetzten Konferenzräumen", erläutert Schulte. Der IDC-Analyst geht gleichzeitig davon aus, dass EMM- und UEM-Lösungen, die sich ausschließlich auf Smart Devices, Laptops und PCs beschränken, in den kommenden Jahren zur Seltenheit werden.

Enterprise Mobility ist strategischer als je zuvor, doch der Peak ist erreicht
Als weiteres wichtiges Ergebnis fand IDC heraus, dass mobile Technologien heute strategischer als je zuvor sind. Laut Umfrage hat heute mehr als jede zweite Organisation eine dedizierte Enterprise-Mobility-Strategie implementiert. Smartphones, Tablets, Apps und Co. sind zu einem nicht mehr wegzudenkenden Handwerkszeug für Wissensarbeiter geworden. Die gereifte Herangehensweise wird auch in den Fokusinitiativen für 2018 deutlich: Unternehmen wollen eine bessere Unterstützung der Fachbereiche und die Durchsetzung der Security Hand in Hand angehen.

Den Analysten zufolge ist damit der Höhepunkt dieser Entwicklung aber vorerst erreicht. Denn durch innovative Anwendungsfälle werden Smart Devices, Wearables oder AR/VR immer häufiger in Digitalisierungsstrategien aufgehen. Für IT-Verantwortliche bedeutet dies eine noch größere Relevanz ihrer mobilen IT für den Unternehmenserfolg, eine engere Zusammenarbeit mit den Fachbereichen und die Aussicht auf zusätzliche Budgetquellen.

Fazit: Bei der Tool-Auswahl schon für die Zukunft planen
Die wachsenden Anforderungen in punkto Enterprise Mobility erfordern aus IDC-Sicht Management-Tools, die mit der Zeit gehen und Innovation und Sicherheit vereinen. IT-Verantwortliche sollten daher prüfen, wie sich die Product Roadmaps ihrer EMM- und Client-Management-Anbieter für die nächsten drei Jahre darstellt, welche Akzente diese in Hinblick auf das UEM und IoT-Endpoint-Management setzen und welchen Mehrwert sie für die EU-DSGVO-Compliance bieten.


* Manfred Bremmer schreibt für die Computerwoche.

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