Die Cloud-Strategie von SPAR Die Cloud-Strategie von SPAR - Computerwelt

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05.06.2015 :: Printausgabe 10/2015 :: pi/Oliver Weiss

Die Cloud-Strategie von SPAR

In einem international agierenden Handelskonzern wie SPAR stehen insbesondere die Bereiche Big Data und Digital Marketing vor neuen Herausforderungen, die nicht zuletzt mit einer ausgeklügelten Cloud-Strategie adressiert werden.

SPAR-CIO Andreas Kranabitl

SPAR-CIO Andreas Kranabitl

© medwed-people

Durch die digitale Revolution und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten in fast allen Businessbereichen verändern sich auch die Anforderungen an die IT dramatisch. Standen vor wenigen Jahren noch Themen wie die Beherrschung und Modernisierung der Technologie sowie Harmonisierungs- und Konsolidierungsüberlegungen im Vordergrund, verlangen heute komplexere Märkte rasches, oft globales Agieren. Entscheidend ist daher nicht mehr, nur die Infrastruktur zur Unterstützung von Geschäftsprozessen bereitzustellen, sondern auch bereichsübergreifend neue Lösungen rasch bereitzustellen. In dieser Transformation gilt es, intern wie extern neue Herausforderungen zu bewältigen: verändertes Mindset, erweiterte Skills, neue Best Practices, adaptierte IT-Organisationen sowie neue Zusammenarbeitsmodelle mit außenstehenden Dienstleistern und Cloud Service Providern.

BIG DATA
SPAR, das im Vorjahr 60 erfolgreiche Jahre im Einzelhandel feierte, stellt sich schon seit längerem proaktiv den Herausforderungen, die auf IT-Ebene vor allem durch Big Data gegeben und noch zu erwarten sind. Denn der Retail-Bereich ist mehr denn je von stark steigenden Datenmengen betroffen und gleichzeitig auf kurzfristige Echtzeit-Analysen eben dieser Daten für diverse strategische Geschäftsentscheidungen angewiesen. Je rascher also Daten analysiert werden, desto besser fürs Geschäft. Im Handel heißt dies, etwa durch die Übermittlung von Kassenbon-Daten die Produktumsätze in den Filialen in Echtzeit bewerten und nachfolgende Prozesse auslösen zu können.

SPAR Österreich besitzt für die Landesgesellschaft sowie angegliederte Auslandstöchter seit 2009 ein eigenes IT-Unternehmen. Die Spar Austria Information and Communication Services Gesellschaft (ICS) wird von Andreas Kranabitl geführt und erbringt IT- und Kommunikationsleistungen für Österreich, Italien, Slowenien, Ungarn, Tschechien und Kroatien. Immerhin besteht das ICS-Team aus mittlerweile rund 350 Mitarbeitern, die für rund 10.000 User in neun Ländern arbeiten und pro Jahr mehr als 200 IT-Projekte abwickeln Den Grund für diese Fokussierung bringt Kranabitl auf den Punkt: "Nichts ist teurer als eine Infrastruktur, die die Geschäftsanforderungen nicht erfüllt. Wer Investitionen in ein zukunftsweisendes System scheut, wird langfristig Probleme beim Geschäftsbetrieb bekommen."

KURZE REAKTIONSZEITEN
CIO Kranabitl und sein Team setzen bei ICS schon seit Jahren auch die Vorteile von Cloud Computing erfolgreich um – nicht nur als Weiterentwicklung der Bereitstellung von IT-basierten Lösungen, sondern auch, um Kosten zu reduzieren, die eigene Agilität und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und die Anforderungen in Bezug auf Innovation, Sicherheit, Flexibilität, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit zu erfüllen. Kranabitl: "Wir verwenden Enterprise Collaboration aus der Cloud und Mobile Device Management. In einer Private Cloud betreiben wir verschiedene ERP- und Business-Lösungen für unsere internationalen Gesellschaften und Partner aus unseren zentralen Rechenzentren in Salzburg. Damit erreichen wir kurze Reaktionszeiten auf Business-Anforderungen, viele Synergieeffekte und letzt-endlich eine beachtliche Effizienz. Daneben beziehen wir Public Cloud Services für Business-Lösungen wie etwa die Validierung oder Beladung von Gutscheinen oder EDI-Services."

Nicht zuletzt im Bereich Digital Marketing bzw. E-Commerce spielt Cloud Computing bei Spar eine entscheidende Rolle: "Der Konsument ist mit uns immer mehr digital verbunden", erklärt der CIO, "und wir wollen für unsere Kunden Systeme bereit stellen, die wirklich helfen, besser zu leben sowie bequemer und einfacher einzukaufen." Kranabitl definiert Digital Marketing auch als "customer journey", wodurch sich unter anderem folgende Fragen stellen: "Wie kommen die Kunden zu uns, wie agieren sie mit unseren Waren, worauf sprechen sie an?"

REALTIME ANALYTICS
In diesem Zusammenhang rüstet das IT-Team derzeit in einem wegweisenden neuen Projekt unterschiedliche Bereiche des Unternehmens mit einer mächtigen Datenbank- und Analyse-Plattform aus. Die Vorteile der eingesetzten Technologie sind vor allem die Schnelligkeit und Flexibilität, proaktiv auf Kundenanforderungen, Trends und Bewegungen im Verkauf und auf Kundenverhalten reagieren zu können. Für SPAR sind dies klare Wettbewerbsvorteile. Kranabitl: "In der Wirtschaft haben heute jene Unternehmen die Nase vorne, die rasch Veränderungen erkennen und flexibel agieren können. Wir hätten spätestens Ende 2014 viel Geld in unser altes Businesswarehouse investieren müssen. Da war es naheliegend, gleich auf eine zukunftsorientierte Lösung zu setzen."

Gesucht – und gefunden – wurde ein zuverlässiger Partner mit viel Erfahrung. „Wir haben uns entschlossen, die IT-Systeme nicht selbst zu betreiben“, so Kranabitl, „wir wollten aber auch nicht komplett outsourcen“. Also ging ICS eine Partnerschaft mit externen Spezialisten im eigenen Rechenzentrumsbetrieb ein. Mit Hilfe einer Unified Compute Platform sollen künftig die großen Datenmengen optimal gehandhabt werden, eine Converged-Scale-Out-Lösung soll die Zukunftssicherheit der IT-Architektur bei Spar gewährleisten. Beim externen Enterprise Storage deckt ein High-End-Speicher neben klassischen Rechenzentrumsthemen wie Backup auch Anforderungen wie Performance, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit inklusive Hochverfügbarkeit und lückenlosem Betrieb ab. So kann das Handelsunternehmen die Vision von "Realtime Retail" bereits heute realisieren. In Echtzeit wird mit Filialen und Mitarbeitern kommuniziert, um etwa rasch zu erkennen, wann bestimmte Waren ausverkauft sind.

"Leider neigen wir in Österreich dazu, das Neue zuerst kritisch zu bewerten und die Probleme in den Vordergrund zu stellen. Das kann man bei Cloud und Big Data gut beobachten", sagt Kranabitl. Fakt sei jedoch, dass 90 Prozent der heutigen Cloud-Lösungen von professionellen, seriösen und stabilen Firmen angeboten werden und gerade in Österreich sei es daher wichtig, die vielfältigen Nutzen von Cloud Computing insbesondere für den Mittelstand zu verdeutlichen und sicher zu stellen. "Mein Standpunkt heute ist, dass es viele Anwendungsfälle gibt, die mit Cloud perfekt umgesetzt werden können und wo die Risiken überschaubar sind. In jedem Fall sind sie nicht wirklich größer als mit anderen Architekturen." Viele Dinge wird man zudem nach Meinung des SPAR-CIO ohne Cloud-Architektur künftig gar nicht machen können. (pi/oli)

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