Trusted Government Cloud Austria: "Schritt für Schritt, aber Hand in Hand" Trusted Government Cloud Austria: "Schritt für Schritt, aber Hand in Hand" - Computerwelt

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07.12.2015 pi/Rudolf Felser

Trusted Government Cloud Austria: "Schritt für Schritt, aber Hand in Hand"

Das Bundesrechenzentrum (BRZ) stellte kürzlich auf einer Fachveranstaltung das Thema Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung in den Fokus. Gemäß dem Motto "vertrauensvoll, flexibel und effizient" ist eine gemeinsame, sichere Trusted Government Cloud Austria das Ziel. Eine verwaltungs­übergreifend konsistente Cloud-Strategie, die sich rund 83 Prozent der Teilnehmer des BRZ-Fachevents wünschen, ist dafür notwendig.

Fachveranstaltung Trusted Government Cloud Austria

v.l.n.r.: DI Thomas Janisch (BRZ), Univ.Prof. Dr. Schahram Dustdar (TU Wien), Andreas Reichel (Dataport Deutschland) und DI Roland Jabkowski (BRZ)

© BRZ

"Die Cloud ist Ausdruck eines Paradigmenwechsels, wie IT heute konsumiert wird. Auch die öffentliche Verwaltung muss die Vorteile der Cloud-Prinzipien erkennen und nutzen", fasste BRZ-Geschäftsführer Roland Jabkowski den Schwerpunkt der Fachtagung zusammen. Der konkrete Nutzen und die gemeinsamen Handlungspotenziale für die Etablierung einer vertrauenswürdigen Verwaltungs-Cloud, einer Trusted Government Cloud Austria, wurden aufgezeigt und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Verwaltung und der Wissenschaft diskutiert.

"Cloud Computing ist ganz klar eine Chance, denn es birgt das Potenzial, gleichzeitig die Kosten zu senken und die Flexibilität zu erhöhen", bringt Jabkowski die Vorteile auf den Punkt. Viele EU-Staaten arbeiten derzeit an eigenen Cloud-Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Auch in Österreich soll eine Trusted Government Cloud entstehen. Datensicherheit, das Einhalten der österreichischen Datenschutzbestimmungen und die Datensouveränität sind wichtige Aspekte, die es dabei zu beachten gilt, um vertrauensvolle, flexible und effiziente Cloud-Services zu ermöglichen.

BEDARF BESTEHT

Dass Bedarf für solche Services besteht, dem pflichtet auch Wolfgang Ebner vom Bundesministerium für Finanzen bei: "Dienste wie das Enterprise Social Networking des Finanzministeriums zeigen bereits das vorhandene Potenzial von Cloud-Services. Wissenserhalt und Wissenstransfer sind Themen, die in der Verwaltung immer wichtiger werden. Der Bedarf an cloudbasierten Storage-Lösungen und verwaltungsinternen Dokumentenmanagementsystemen ist deshalb auf jeden Fall gegeben."

Auch Martin Schneider vom Bundesministerium für Justiz sieht Potenzial: "Für mich ist der Vorteil von Cloud-Lösungen, dass mehr Speicherplatz oder mehr Rechenleistung auf Knopfdruck verfügbar sind. Ich sehe die Entwicklung durchaus positiv, sie wird uns wirtschaftlich und leistungsmäßig weiterbringen."  

Roland Ledinger vom Bundeskanzleramt ist überzeugt: "Wir sollten statt technisch eher strategisch denken. Wo nutzt uns eine Cloud? Wofür besteht Bedarf? Die Terminkoordination innerhalb der Verwaltung sollte beispielsweise nicht über kommerzielle Services wie Doodle abgewickelt werden. Cloud-Services sollten jedenfalls von allen Gebietskörperschaften auf gleicher Augenhöhe gemeinsam realisiert werden."

SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG

Das BRZ setzt bei der Umsetzung sicherer Cloud-Lösungen auf Kooperation und arbeitet sehr eng mit seinen Kunden und Partnern zusammen. Wie das tatsächliche Angebot einer Trusted Government Cloud letztlich gestaltet werden soll, hängt stark von den Anforderungen und Bedürfnissen der Verwaltung ab. "Es gilt, gemeinsame Ziele zu definieren und dazu sind Kooperationen notwendig", fasst Hermann Feiner vom Bundesministerium für Inneres den Bedarf einer übergreifenden Strategie zusammen. "Gegenseitiges Vertrauen ist hier der Schlüssel. Wir müssen Schritt für Schritt, aber Hand in Hand an die Umsetzung gehen." Zurzeit wird jedenfalls ressort- und behördenübergreifend mit Vertretern aus Bund, Ländern und Gemeinden ein Storage-Verbund aus der Cloud evaluiert. "Da haben wir gemeinsam mit dem BMF, dem BRZ und den Ländern schon den richtigen Weg eingeschlagen und jeder ist eingeladen, mit uns zu gehen", so Feiner.

Dass an einem Strang gezogen werden muss, da waren sich auch die Besucher der Veranstaltung einig. Eine verwaltungsübergreifende, konsistente Strategie ist die Voraussetzung für eine Trusted Government Cloud Austria. Diesem Grundsatz stimmten 83,33 Prozent der Teilnehmer in einer BRZ-Umfrage zu.

WORKSHOPS UND SHOWCASES

Neben Vorträgen und Workshops zu den Potenzialen und Herausforderungen einer Trusted Government Cloud präsentierte das BRZ auf der Fachtagung eine Auswahl von zum Thema passenden IT-Services. Die im Auftrag des Finanzministeriums entwickelte Anwendung "Enterprise Social Networking" ermöglicht neue Wege des behördenübergreifenden Informationsaustausches und verbessert die Zusammenarbeit der Ressorts. Auch eine zuverlässige Lösung für die Speicherung und Synchronisierung von Daten in einem Cloud-Ablageplatz hat für Interesse unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesorgt.

Die technologische Basis für die Umsetzung einer Cloud-Strategie für Österreich ist gegeben: Als IT-Dienstleister des Bundes bietet das BRZ die besten Voraussetzungen für effiziente Cloud-Services, die die nationalen Gesetzes- und Sicherheits­anforderungen einhalten – dazu gehören auch entsprechende Zertifizierungen nach internationalen Standards. So kann eine österreichische Lösung innerhalb der Verwaltung mit voller Rechtssicherheit nach österreichischen Gesetzen gewährleistet werden. "Vertrauensvoll, flexibel und effizient" lautet das Motto. (pi)

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