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29.02.2016 Rudolf Felser/pi

Cloud: Langwierige Sicherheitsprüfungen fördern Schatten-IT

Aktuelle Studien der Cloud Security Alliance und Skyhigh Networks offenbaren eine deutliche Diskrepanz zwischen Sicherheitsbedürfnis von Unternehmen und Nutzung von Cloud-Diensten durch die Mitarbeiter.

© Hans-Joachim Roy - Fotolia.com

Die Fachabteilungen in Unternehmen erkennen zunehmend die Möglichkeiten von Public Cloud Services für sich. Die CSA-Umfrage "The Cloud Balancing Act for IT: Between Promise and Peril" zeigt, dass IT-Verantwortliche im Schnitt zehn Anfragen zur Nutzung neuer Cloud-Dienste pro Monat erhalten. Über 71 Prozent der befragten Unternehmen haben auf diese Nachfrage bereits reagiert und formale Antragsprozesse etabliert. Angesichts der hohen Dynamik im Cloud-Bereich befinden sich diese allerdings noch im Fluss. Zwei Drittel (rund 66 Prozent) der Unternehmen mit definierten Prozessen geben zu, diese nicht immer einzuhalten.

Trotz aller Versuche der Prozessoptimierung benötigen IT-Teams im Durchschnitt nahezu 18 Tage, um die Sicherheit eines Cloud-Dienstes zu überprüfen und detailliert zu evaluieren. Für viele Fachabteilungen scheint dieser Bearbeitungsaufwand zu lange zu dauern. Laut der Auswertung der tatsächlichen Cloud-Nutzung in der Studie "Cloud Adoption & Risk in Europe Report Q1 2016" von Skyhigh Networks befinden sich in einem europäischen Unternehmen mittlerweile durchschnittlich 1.038 Cloud-Dienste im Einsatz (im Vorjahr waren es noch 782) - der überwiegende Teil davon ohne Wissen der IT-Abteilung. Die Folgen sind unter anderem Lizenzkosten für eigentlich unnötige Dienste sowie ein massiver Kontrollverlust. Oftmals lassen sich Compliance und Datenschutz nicht mehr gewährleisten.

"ÜBERFLÜSSIG UND UNSICHER"

Die IT-Verantwortlichen wissen genau, warum sie die Einführung bestimmter Cloud-Dienste missbilligen. Der CSA-Umfrage zufolge begründen sich rund 55 Prozent der Ablehnungen darauf, dass bereits eine Lösung mit ähnlicher Funktionalität im Hause ist. Danach dominieren Sicherheitsbedenken: Misstrauen gegenüber dem Anbieter des Cloud-Dienstes (53 Prozent), fehlende Verschlüsselung (46 Prozent), mangelnde DLP-Funktionalität (44 Prozent) sowie Datenspeicherung in einem Land, dessen Gesetzgebung nicht die gewünschten Anforderungen an den Datenschutz erfüllen (42 Prozent).

Eine gründliche Evaluierung ist notwendig. Denn obwohl sich rund 90 Prozent der bestehenden Cloud-Dienste an Unternehmen wenden, eignen sich laut Skyhigh Networks die wenigstens davon tatsächlich für den Unternehmenseinsatz. Das Unternehmen bewertet mit seinem CloudTrust-Programm fortlaufend über 16.000 Cloud-Dienste hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit.

So stellen nur 44 Prozent der Service-Anbieter klar, dass die gespeicherten Daten ausschließlich dem Anwender gehören und lediglich 18 Prozent löschen diese umgehend, sobald der Anwender sein Benutzerkonto kündigt. Neun Prozent der Dienste speichern die Daten zwar verschlüsselt, jedoch nicht einmal ein Prozent ermöglicht Unternehmen, einen individuellen Schlüssel zu verwenden. Das Fazit von Skyhigh Networks: Im Endergebnis lassen sich nur acht Prozent der Services bedenkenlos im Unternehmensumfeld verwenden.

"Cloud-Dienste sind prinzipiell sofort einsatzbereit. Benötigen IT-Verantwortliche zu lange, um Anfragen von Fachabteilungen zu bearbeiten, nehmen diese gerne mal selbst das Heft in die Hand. Dabei werden dann wichtige Sicherheitsmaßnahmen umgangen", kommentiert Daniel Wolf, Regional Director DACH von Skyhigh Networks. "Der Kriterienkatalog des CloudTrust-Programms enthält eindeutige Handlungsempfehlungen. Dadurch kann die IT Cloud-Dienste wesentlich schneller evaluieren und so dem Wildwachs der Schatten-IT Einhalt gebieten." (pi)

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