Ohne Cloud keine Digitalisiserung Ohne Cloud keine Digitalisiserung - Computerwelt

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06.04.2017 Oliver Weiss

Ohne Cloud keine Digitalisiserung

Herbert Bürger, Geschäftsführer von Cegeka Solutions in Österreich, erklärt im Gespräch mit der COMPUTERWELT, warum die Digitale Transformation ohne die Nutzung von Cloud-Services nicht funktionieren kann.

Herbert Bürger ist Geschäftsführer von Cegeka Solutions in Österreich.

Herbert Bürger ist Geschäftsführer von Cegeka Solutions in Österreich.

© Cegeka

Was bietet Cegeka im Bereich Cloud denn an?
Der Begriff "Cloud" umfasst ein sehr umfangreiches Lösungsportfolio: Private-Cloud-Lösungen, die Public Cloud und auch Mischvarianten, die sogenannten Hybrid-Cloud-Lösungen. Private-Cloud-Lösungen können sowohl lokal vor Ort beim Kunden und auch in externen Rechenzentren betrieben werden. Unsere größte Expertise können wir bei Hybrid-Cloud Lösungen einbringen – das jeißt auf die spezifische Kundenanforderung zugeschnittene Kombinationen verschiedener Technologien. Darüber hinaus verfügen unsere Spezialisten – lokal und international – über umfangreiches Wissen, um Kunden und Interessenten Unterstützung und Hilfe in allen Cloud-Belangen anbieten und sie auf Ihrem Weg in die Cloud begleiten zu können. Mit unserer Virtualisierungsplattform in den Cegeka Rechenzentren können wir Private-Cloud-Lösungen für unsere Kunden realisieren. Dabei nutzen die Kunden die Preisvorteile einer geteilten Infrastruktur, die Sicherheit eines Rechenzentrums und den Vorteil, dass die Daten in einem lokalen Rechenzentrum gespeichert sind. Aber auch Public Cloud Lösungen wie zum Beispiel Microsoft Azure haben wir im Programm. Auch diese lassen sich durchaus mit anderen Lösungen zu Hybridlösungen verbinden.

Wie stehen denn die heimischen Unternehmen Ihrer Erfahrung nach zum Thema Cloud?
Da gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Zum Einen Kunde mit wenig Cloud-Erfahrung, die es bisher gewohnt waren, alle Services on Premise im eigenen Rechenzentrum abzubilden. Hier existiert nach wie vor die Herausforderungen zu definieren, welche Services wie und an welchen Partner ausgelagert werden können. Cegeka bietet für solche Kunden einen "Cloud-Readiness-Workshop" an. In diesem zweitätigen Workshop finden wir gemeinsam mit dem Kunden heraus, wo er beim Thema Cloud steht und welche Services sinnvoll ausgelagert werden könnten, unabhängig davon mit welchem Service-Provider dies umgesetzt werden soll. Mit eigener Hardware unterliegt ein Unternehmen den Einschränkungen der verfügbaren Ressourcen. Einfache und rasche Skalierbarkeit (in beide Richtungen) ist bei Cloud-Lösungen hingegen Standard. Zusätzlich steigen die Kosten bei höheren Verfügbarkeitsanforderungen, da Systeme redundant ausgelegt werden müssen. Darüber hinaus gibt es Kunden, die ihre Services schon zumindest in Teilbereichen ausgelagert haben. Diese Kunden haben den ersten Schritt schon gemacht und sind – Zufriedenheit vorausgesetzt – am Überlegen, welche weiteren Bereiche ausgelagert werden können und wie sich dadurch weitere Einsparungen erzielen sowie die Service-Qualität erhöhen lassen.

Kann Digitalisierung ohne Cloud funktionieren?
Aus meiner Sicht nicht. Die Digitale Transformation setzt nicht unbedingt voraus, dass sich alle Daten in Der Cloud befinden. Allerdings tendieren Unternehmen, die zum Beispiel traditionelle Services auf neue Art und Weise anbieten, dazu, sich nicht ein eigenes Rechenzentrum und die dazugehörige Mannschaft aufzubauen, sondern diese Dienste von einem geeigneten Anbieter zuzukaufen. Das hat den Vorteil, die Service Level Agreements (SLA) zu bekommen, die benötigt werden, ohne enorme Aufwände treiben zu müssen, die per se wenig bis nichts mit dem eigentlichen Kerngeschäft zu tun haben. Ich denke, es geht immer mehr in Richtung Services und Dienstleistungen durch professionelle Provider. Viele Kunden wollen keine Ressourcen mehr für Hardware und Betriebssystem bzw deren Wartung investieren oder sie benötigen 7x24-Services.

Was bedeutet die DSGVO für die Cloud-Nutzung?
Grundsätzlich ist die DSGVO im Hinblick auf die lokale Gesetzgebung noch nicht vollständig ausjudiziert – daher können entsprechend relevante Maßnahmen derzeit nur präventiv und teilweise mit Annahmen getroffen werden. Unternehmen, die heute schon viele Daten und damit verbundene Services in der Cloud nutzen, müssen bis zum Inkrafttreten der neuen DSGVO am 25. 5. 2018 mögliche juristische Implikationen analysieren und etwaige Maßnahmen daraus ableiten. Sobald die lokale Gesetzgebung im Nationalrat in allen Details verabschiedet wurde, beginnt speziell für Unternehmen der öffentlichen Hand sowie Unternehmen mit der Hauptgeschäftstätigkeit im sensiblen personenbezogenen Datenbereich die Wegfindung, um alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Dies ist aufgrund der verschärften Strafregelung von Pönalen bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes auch dringend erforderlich. Für Dienstleister wie Cegeka bietet die neue Gesetzgebung auch viele Möglichkeiten. Wir sind als einer von sehr wenigen Anbietern zum Beispiel in der Lage, dem Kunden grundsätzlich zu garantieren, dass seine bei uns gehosteten Daten die EU nie verlassen werden, da wir nur über Rechenzentren innerhalb des EU-Raumes verfügen. Darüber hinaus tendieren einige unserer Kunden dazu, bei sensiblen personenbezogenen Daten darauf zu bestehen, dass alle Services im jeweiligen Land lokal erbracht werden müssen und somit die Daten das Herkunftsland nicht verlassen. Für Anbieter, die rein auf Public-Cloud-Lösungen und damit impliziert auch meist auf wenige, sehr große internationale Rechenzentren außerhalb der EU setzen, wird diese Umsetzung eine Herausforderung. Sowohl für die Anbieter als auch für deren Kunden.

Cloud und Security: Ist das ein Widerspruch?
Dies lässt sich für mich am leichtesten mit einem Beispiel beschreiben: Wie sicher bin ich mit meinem Auto unterwegs? Die Autoindustrie baut seit langer Zeit Fahrzeuge, die immer höheren Sicherheitsstandards genügen. Dennoch kommt es auf den Menschen an, der dieses Fahrzeug lenkt. So würde ich auch die Sicherheit in der Cloud beschreiben: Jedes System ist immer nur so gut wie derjenige, der dieses Werkzeug benutzt, bzw. so gut wie der Partner, von dem der Nutzer beraten wird. Egal wo ich heute eine Lösung betreibe, habe ich für entsprechende Security zu sorgen. Die Maßnahmen, Tools und Prozesse unterscheiden sich je nach Anwendung – aber jedes Unternehmen muss sich heute darüber Gedanken machen. Von Firewalls mit Intrusion Prevention, Web- und Spam-Filtering über die Approval-Prozesse für Änderungen (4-Augen Prinzip etc.) bis zur Datenverschlüsselung sind der Security heute eigentlich keine – und wenn überhaupt meist nur budgetäre – Grenzen gesetzt. Eine große Schwachstelle ist nach wie vor der Mensch, also der Mitarbeiter in einem Unternehmen. Der Umgang mit Daten oder auch mit Passwörter wird teilweise nach wie vor fahrlässig behandelt. Security-Konzepte sind immer gesamtheitlich zu sehen und ein nicht verschlüsselter USB-Stick mit sensiblen Unternehmensdaten ist ebenso ein Sicherheitsrisiko. Wir versuchen im Rahmen unserer Projekte den Kunden auch hinsichtlich Security einen gesamtheitlichen Ansatz zu vermitteln. Auch Datensicherung sollte in der Cloud ein Thema sein – man denke an Cryptolocker, die auch verbundene Netzwerklaufwerke verschlüsseln können. Leider denken zu vielen Unternehmen erst über Investitionen im Security-Umfeld nach, wenn ein Schaden bereits eingetreten ist - Stichwort Phishing oder eben Cryptolocker. Darum hat Cegeka einige Spezialisten auf diesem Gebiet, die sich auch ständig weiterentwickeln und am Laufenden bleiben.

Was sollten Unternehmen in der Cloud beachten? Wie schafft man den Weg in die Cloud?
Ich denke es ist essenziell, dass man weiß, welche Daten wo liegen und welche Daten wohin über tragen werden oder eben nicht übertragen werden dürfen (Klassifizierung der Daten, welche Daten sind sensibel, welche nicht). Es ist also ein gewisses Ausmaß an juristischem Wissen erforderlich, um (richtige) Entscheidungen zu treffen. Wenn ein Unternehmen heute erst beginnt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, ist einer der wichtigsten Aspekte ein zuverlässiger Partner. Es gibt einige Stolpersteine und Herausforderungen, und nicht jeder muss das Rad immer neu erfinden. Wir haben in diesem Umfeld jahrelange Erfahrung und möchten, dass unsere Kunden davon profitieren. Außerdem werden sich über kurz oder lang nur mehr die großen Unternehmen ein eigenes Rechenzentrum leisten können und wollen. Die mittelständischen Unternehmen, deren Kerngeschäft außerhalb der IT liegt, werden sich darauf konzentrieren müssen, in ihrem Business kosteneffizient und konkurrenzfähig zu bleiben. Die heute vorhandene IT-Mannschaft kann von den täglichen wiederkehrenden Aufgaben entlastet werden, und sich wertsteigernden Tätigkeiten zuwenden. Dies ist für jedes Unternehmen zu schaffen – mit dem richtigen Partner. 

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