Gartner zu IBM, SAP, Microsoft & Co.: 3 Gründe gegen PaaS Detail - Computerwelt

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29.02.2012 Andreas Schaffry*

Gartner zu IBM, SAP, Microsoft & Co.: 3 Gründe gegen PaaS

Halbgare Angebote, keine Standards: Die großen Anbieter haben Strategien für Platform as a Service vorgelegt - doch noch birgt das Modell für Anwender Risiken.

Bereits 2011 haben viele Hersteller von Enterprise Software ihre Strategien für Platform-as-a-Service-Angebote (PaaS) offengelegt und neue Technologien für PaaS angekündigt. Dazu zählten IBM, Oracle, Microsoft, SAP, Red Hat, Salesforce oder Vmware. Einige der avisierten PaaS-Angebote sollen bis Ende 2012 Marktreife erreicht haben.

PAAS: KEINE STANDARDS, KEINE BEST PRACTICES Allerdings wächst der PaaS-Markt auch in diesem Jahr noch nicht aus seinen Kinderschuhen heraus. Es gibt bislang keine etablierten Marktführer, keine Erfahrungen über die bestmögliche Nutzung von PaaS und damit auch keine Best Practices oder etablierte Technologie-Standards. Nach wie vor ist für Unternehmen die Einführung von PaaS mit Unsicherheiten und Risiken verbunden.

Zu diesem Schluss kommt das US-Marktforschungsinstitut Gartner in dem Marktbericht "PaaS 2012: Tactical Risks and Strategic Rewards". Entgegen der vollmundigen Versprechungen der Anbieter ist der PaaS-Markt nach wie vor unsicher und volatil, fasst Gartner-Analyst Yefim Natis, der auch Autor des Berichts ist, die aktuelle Situation zusammen. Dafür gibt es seiner Ansicht nach im Wesentlichen drei Gründe:

DREI GRÜNDE, WORAN PAAS NOCH SCHEITERT Erstens: Zum einen sind die Anbieter schuld. Das liege unter anderem daran, dass einige der neuen Anbieter PaaS nur widerwillig in ihre Angebotspalette aufnehmen und eine defensive Strategie verfolgen. Etablierte Anbieter wiederum bieten lediglich proprietäre Lösungen an und sehen PaaS lediglich als Vehikel, um ihre alten Architektur-Modelle und Workloads zu verkaufen.

Zweitens: Die meisten PaaS-Angebote sind noch in der Entwicklungsphase. Es gibt auch keine gesicherten Verfahren für die Bereitstellung von PaaS-Cloud-Services für die Bereiche Integration, Anwendungen und Geschäftsprozessmanagement (Business Process Management; BPM). Deshalb wird jede PaaS-Architektur, die zurzeit auf dem Markt ist, in den nächsten zwei Jahren maßgeblich verändert.

Drittens: Es fehlt derzeit an Plattformstandards, was an den eingesetzten Programmiermodellen liegt. Dadurch sind Unternehmen, die Plattform-Services beziehen, auf Gedeih und Verderb an einen einzelnen Anbieter gebunden. Hier gibt es große Unsicherheiten, denn eine Plattformentscheidung lässt sich nicht so einfach rückgängig machen.

LICHT AM ENDE DES TUNNELS Allerdings sehen die Marktforscher auch Licht am Ende des PaaS-Tunnels. Für die kommenden Jahre prognostizieren sie in diesem Marktsektor ein deutliches Wachstum. Bis Ende 2013, so die Prognose, sollen zudem alle großen Software-Anbieter marktreife PaaS-Produktangebote im Portfolio haben. Bis 2016 soll es außerdem neue Programmiermodelle geben, die die Basis für neue technologische Standards bilden. Mit zunehmender Standardisierung von PaaS-Angeboten steigt auch für neue Dienstleister die Chance, sich an die Spitze des Marktes zu setzen.

Obwohl derzeit der Markt noch sehr unübersichtlich ist und es kaum erprobte Angebote gibt, halten die Analysten es für die richtige Strategie, wenn IT-Organisationen schon heute damit beginnen, bestimmte PaaS-Dienste zu nutzen. Sie können so wichtige Erfahrungen sammeln und auf Grundlage der PaaS-Technologien im Unternehmen IT-Innovationen vorantreiben und agiler auf Business-Anforderungen reagieren.

Gartner definiert PaaS als eine Middleware-Funktionalität, die Cloud Services für den Betrieb der Applikationsinfrastruktur liefert. Sie liegt als Schicht zwischen der IT-Infrastruktur mit ihren Servern, Netzwerken und Storage-Lösungen und den Business-Anwendungen. Zugleich ist PaaS, wie jede normale Middleware, eine Integrationsplattform für unterschiedliche Anwendungen.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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