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20.02.2012 Alexander Spörker*

Gastkommentar: Hybride Cloud-Modelle

Wie hybride Cloud-Modelle mittelständischen Unternehmen das Beste aus Private und Public Clouds bieten.

Unbestritten liegt die Zukunft der Business-IT im Cloud Computing – so sehen es nicht nur die IT-Unternehmen, Hersteller und Service Provider, sondern auch die Mehrheit der Unternehmen und Betriebe selbst. Doch bislang herrscht im Markt noch kein durchgängiger Konsens darüber, welcher Cloud Computing-Ansatz in welcher Ausprägung für mittelständische Unternehmen der richtige ist.

Gerade Mittelständler haben in den vergangenen Jahren konsequent den Ausbau ihrer virtualisierten Infrastruktur vorangetrieben – angefangen von der Virtualisierung ihrer Server über SAP-, Datenbank- und Anwendungs-Virtualisierung bis zum Aufbau zentral gemanagter VDI-Umgebungen. Sollen sie jetzt den nächsten, konsequenten Schritt zum Aufbau einer internen Cloud-Umgebung gehen? Oder keine weiteren Experimente wagen und auf einen Cloud-Anbieter zurückgreifen, um dennoch die nötige Flexibilität zu erreichen?

Die gute Nachricht ist: Eine "Entweder-oder-Entscheidung" ist nicht notwendig!

Die Unternehmen müssen sich nicht für entweder eine Private oder eine Public Cloud entscheiden. Denn es gibt mit der Hybrid Cloud ein Modell, welches das Beste aus beiden Welten miteinander verbindet. Mit einem hybriden Cloud-Konzept bleiben Unternehmen zu jeder Zeit flexibel, können nach Bedarf externe Services oder Ressourcen beziehen und diese mit ihrer internen, virtualisierten IT-Umgebungen verknüpfen.

Eine Hybrid Cloud ist nicht bloß eine "Mischform" aus Private und Public, sondern verknüpft geschickt die Vorteile beider Wolkenkonzepte miteinander. Die Verknüpfung standardisierter Angebote einer Public Cloud mit den individuellen Stärken einer Private Cloud kann aufgrund der zugrunde liegenden Virtualisierung problemlos durchgeführt werden. Dabei wird sicherheitsrelevanten Bereichen wie Datenschutz, Datenhoheit, Zugriffskontrolle und Authentifizierung ebenso Rechnung getragen wie einem intelligenten Management, zentraler Verwaltung und Monitoring sowie einer gerechten und transparenten Kostenverrechnung.

Wichtig zu wissen: Trotz Verknüpfung bleiben die verschiedenen Umgebungen – die hauseigene IT-Infrastruktur und die des Cloud-Anbieter – als eigenständige Einrichtungen bestehen. Also keine Verschmelzung, sondern eine Verbindung beider Welten. Eine Zweckgemeinschaft, die man auch jederzeit wieder lösen kann, wenn man sich beispielsweise für einen anderen Service Provider entscheidet.

Die bisher meistgenutzte Funktion einer Hybrid Cloud ist übrigens nach wie vor die Anmietung von externen IT-Ressourcen bei Lastspitzen. Bei diesem so genannten "Cloud-Bursting" können bei kurzfristigen Kapazitätsengpässen Workloads ausgelagert werden, wodurch die Unternehmen auch bei kurzfristig hoher Datenauslastung produktiv weiter arbeiten können. Von einem Ausbau der IT-Infrastruktur für einige wenige Bedarfsspitzen pro Jahr kann bei einer Hybrid Cloud abgesehen werde, was vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen eine große Kostenersparnis darstellt.

SICHERHEIT UND FLEXIBILITÄT – KEIN WIEDERSPRUCH Noch ein wichtiger Punkt, der bei quasi jeder Cloud-Diskussion aufkommt: die Sicherheit. "Public Clouds konnten die von IT-Abteilungen großer Unternehmen geforderte Leistung, Sicherheit und Anwendungsportabilität bisher nicht erfüllen", sagt Mathew Lodge, Senior Director Cloud Services, VMware. Natürlich hat die Sicherheit der eigenen Systeme in jedem Unternehmen höchste Priorität. Aber auch hier lässt sich dank neuer, technischer Konzepte eine positive Entwicklung verzeichnen. Mit vCloud stellen beispielsweise VMware und seine Partner ein Konzept vor, Unternehmensanwendungen in die Hybrid Cloud zu tragen. Unternehmen bekommen durch die vCloud-Initiative eine Garantie, dass ihre Rechenzentrumsinfrastruktur mit der der Cloud-Anbieter kompatibel ist. Diese Services ermöglichen dank Virtualisierung die Kombination der Agilität von Public Clouds mit den verschiedenen Sicherheitsansätzen, Leistungen und der Anwendungsportabilität, die Unternehmen brauchen. Damit erhalten die Unternehmen eine größtmögliche Kontrolle beim Datenmanagement sowie Flexibilität.

Bei der Wahl des Cloud-Anbieters ist darauf zu achten, dass diese auf einer soliden, virtualisierten Plattform mit eingebauter Sicherheit und offenen Schnittstellen bauen. Bei der eigenen, privaten Cloud-Umgebung etablieren sich interne Sicherheitsstandards, die auf kompatiblen Technologien aufsetzen und auf offenen Standardformaten virtueller Maschinen, Open Management und Schnittstellensteuerung basieren. Weil diese Umgebungen grundsätzlich zusammenpassen, lassen sich die virtuellen Instanzen in einer hybriden Cloud-Umgebung zusammen mit ihren Sicherheits- und Compliance-Eigenschaften beliebig transferieren – egal ob von der privaten zur externen Domain oder umgekehrt.

Fazit: In Hybrid Clouds stecken gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ein enormes Potenzial für mehr Effizienz und Flexibilität. Wenn alle technischen Grundlagen erfüllt sind sowie Virtualisierungs-Anbieter und Service Provider eng zusammen arbeiten, kann sich der Nutzen einer Hybrid Cloud voll entfalten. Der IT selbst bringt das nur Vorteile – neben Kosten- und Zeitersparnissen, wird auch ein Höchstmaß an Automatisierung geboten.

* Alexander Spörker ist Country Manager von VMware in Österreich.

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