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01.02.2012 Rudolf Felser

Retarus-Umfrage: Sicherheitsbedenken in der Cloud

Wie eine Umfrage von Retarus ergeben hat, beklagen rund 80 Prozent der Unternehmen mangelnde Transparenz bei Cloud-Angeboten.

Nur jeder fünfte IT-Verantwortliche wird von seinem Cloud-Anbieter automatisch umfassend darüber aufgeklärt, wo seine Unternehmensdaten physikalisch gespeichert und verarbeitet werden – und welchen nationalen Gesetzen sie damit unterliegen. Insbesondere international agierende Unternehmen und Konzerne wünschen sich einen Cloud-Anbieter, der in der Lage ist, Kundendaten nach verschiedenen länderspezifischen handels- und finanzrechtlichen Vorgaben zu verarbeiten. Drei von vier der befragten Unternehmen möchten selbst bestimmen, wo und nach welchen Datenschutz- und Compliance-Regeln ihre Daten verarbeitet werden.

Dass in der Cloud verarbeitete Daten womöglich dem Fremdzugriff preisgegeben sind, hat zu einiger Unruhe in den Unternehmen geführt. Dies liegt vor allem daran, dass die Strukturen der Datenwolke in vielen Fällen nur unzureichend transparent gemacht werden. Dieses Problem beschränkt sich allerdings nicht ausschließlich auf Cloud-Anbieter, sondern gilt strenggenommen für alle Services und Web-Anwendungen, in deren Rahmen Auftragsdaten verarbeitet werden. Dabei wissen die Kunden meist gar nicht, welchen Datenschutz- und Compliance-Regeln der jeweilige Cloud-Anbieter oder Service-Provider – und damit die eigenen Daten – unterliegt.

So können Unternehmen, die geschäftskritische Daten von vermeintlich europäischen Firmen oder europäischen Niederlassungen außereuopäischer Firmen verarbeiten lassen, schnell auf unerwünschte Nebeneffekte stoßen. Nämlich wenn diese Dienstleister US-amerikanische Muttergesellschaften haben. Ohne es zu wissen, liefern sich die Unternehmen dann in Unkenntnis des Patriot Acts dem Zugriff von US-Behörden aus, die in diesem Fall auch auf in europäischen Rechenzentren gespeicherte Daten zugreifen können.

Das Gesetz, dass zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus gedacht war, erlaubt US-amerikanischen Behörden den Zugriff und damit auch die Kontrolle über alle Daten amerikanischer Unternehmen, ihrer internationalen Tochtergesellschaften sowie auch jener Unternehmen, die Server im Geltungsbereich der US-Gesetze betreiben. Der Patriot Act wirft die Frage nach der Sicherheit vertraulicher Daten auf, egal ob diese in der Cloud gespeichert, bei einem Managed Service Provider oder über eine Web-Anwendung verarbeitet werden. Für viele Unternehmen ist es von kritischer Bedeutung, dass die Speicherung oder Verarbeitung ihrer Daten bestimmten, nationalen Compliance- oder Datenschutz-Richtlinien unterliegt. Somit ist die Frage nach dem geographischen Standort des Anbieters ausschlaggebend. Nur ein Cloud-Anbieter oder Service-Provider, der internationale Rahmenverträge nach lokaler Rechtsprechung anbietet und über das erforderliche Know-how sowie geeignete Infrastrukturen verfügt, kann die nötige Transparenz und Rechtssicherheit bieten.

Egal ob das Angebot "Cloud" oder "Managed Service" heißt, die Entscheidung über den Ort der Datenverarbeitung muss immer beim Kunden liegen. Im Rahmen bestimmter Dienste sollte dies idealerweise für einzelne Kommunikationsprozesse individuell unterschiedlich festgelegt werden können. Unternehmen müssen die Möglichkeit haben, ihre Daten je nach Anforderung nach den entsprechenden nationalen Bestimmungen, wie etwa den strengen Datenschutzrichtlinien in Europa, verarbeiten zu lassen. Kanadische Regierungsbehörden und Kunden aus dem Gesundheitswesen bestehen zum Beispiel trotz der lokalen und kulturellen Nähe zu den USA darauf, dass ihre Daten nicht in den Geltungsbereich von US-Behörden gelangen. (pi)

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