Gastkommentar: 2011 – ein Jahr im Zeichen der Cloud Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


06.12.2011 Alexander Spörker*

Gastkommentar: 2011 – ein Jahr im Zeichen der Cloud

Alexander Spörker, Country Manager VMware Österreich, blickt auf ein ereignisreiches IT-Jahr 2011 zurück – und wagt eine Prognose für 2012.

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende. Den Jahreswechsel nehmen viele Menschen zum Anlass, auf die vergangenen Monate zurückzublicken: Was hat uns das Jahr 2011 gebracht? Neben jenen schrecklichen Bildern der Tsunami-Katastrophe in Japan, des Attentats in Norwegen oder des Arabischen Frühlings haben wir auch glanzvolle Momente royaler Märchenhochzeiten oder siegreicher Weltcup-Skispringer vor Augen.

Ökonomisch gesehen war 2011 zwar von der Euro-Krise geprägt, für österreichische Unternehmen aber insgesamt ein recht erfolgreiches Jahr. Sowohl die Consumer-orientierten als auch de B2B-Branchen verzeichneten größtenteils ein gesundes Wachstum. In der IT-Industrie trat vor allem ein Thema besonders hervor: die Cloud!

Egal, auf welcher Branchenmesse man sich umsah oder auf welchem Roundtable die Experten diskutierten, überall dominierte die Wolke. Ob in Marketing-Broschüren, auf neu gestalteten Websites oder bei der Namensgebung neuer Produktnamen – nahezu jedes Unternehmen, das in der IT mit greifbaren Produkten oder dienstleistungsnahen Services Geld verdient, hat sich im Jahr 2011 das Label "Cloud" übergestülpt…

CLOUD ABSEITS DES HYPES Der aktuelle Gartner Hype-Cycle ordnet Cloud Computing auf der Entwicklungskurve jenseits des "peak of inflated expectations" ein und erwartet eine Mainstream Adoption innerhalb der kommenden zwei bis fünf Jahre. Was bedeutet dies für das anstehende Jahr 2012? Und wie sieht die Realität in dem von mittelständischen Unternehmen dominierten Österreich aus? Sind diese nicht eher noch damit beschäftigt, die technischen Grundlagen dafür zu legen – sprich Virtualisierung und Automatisierung weiter voranzutreiben?

In den Gesprächen mit unseren Kunden fällt auf, dass kaum ein Unternehmen an den offensichtlichen Vorteilen des Cloud Computings – Erhöhung der Flexibilität, Kosteneinsparungen, Entlastung der IT-Ressourcen – zweifelt. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sowie österreichische Start-ups vollziehen die "Journey to the Cloud", wie wir bei VMware die verschiedenen Stufen beim Ausbau der virtualisierten Infrastruktur hin zu einem privaten oder hybriden Cloud-Modell bezeichnen, oft sehr konsequent. Doch egal, wie überzeugt ein Kunde von der Cloud sein mag, zwei kritische Themenkomplexe tauchen in jedem Gespräch auf: Security – vor allem in Verbindung mit Datenschutz und Datenhoheit – sowie Compliance.

Verständlich, denn leider wird in der allgemeinen Cloud-Euphorie auch viel Schindluder betrieben. CIO und IT-Administratoren sollten genau hinsehen, was hinter den wolkigen Versprechungen steckt und wie durchdacht die jeweiligen Konzepte sind. Denn längst ist nicht alles Cloud, was glänzt!

DAS DILEMMA. SICHERHEIT VERSUS FREIHEIT 2011 haben Security-Anbieter und IT-Hersteller eine Vielzahl an Sicherheitskonzepten und -Lösungen präsentiert, die dem Cloud-Dilemma "Sicherheit vs. Freiheit" begegnen. Ein vielversprechendes Konzept liefern meines Erachtens Sicherheitssysteme, die direkt dort implementiert sind, wo sie benötigt werden: nämlich in der virtualisierten bzw. Cloud-geprägten Server-Umgebung sowie in den zu schützenden virtuellen Applikation. VMware setzt zudem auf starke Partnerschaften mit führenden Sicherheitsanbietern wie Trend Micro, Symantec, RSA und bietet Lösungen für die Einhaltung von Compliance sowie gesetzlichen und unternehmensinternen Vorgaben an.

KEIN HOTEL CALIFORNIA! Viel diskutiert bei Österreichischen CIO war im Jahr 2011 auch der US Patriot Act, ein Bundesgesetz, dem alle US-Unternehmen unterliegen. Doch die Sorge, der amerikanische Staat könne auf in der Cloud gelagerte Daten österreichischer Unternehmen zugreifen, kann dann entkräftet werden, wenn der Cloud-Provider sein Rechenzentrum innerhalb der EU betreibt.

Gemäß des Safe-Harbour-Abkommens unterliegen europäische Daten in den USA zwar ohnehin einem besonderen Schutz. Möchten österreichische Unternehmen aber auf Nummer sicher gehen, dass ihre Daten vor dem Zugriff der US-Behörden sicher sind, sollten sie auf jeden Fall auf die Angebote lokale Anbieter setzen! Im Rahmen des weltweiten Netzwerks von über 6.000 vCloud Service-Providern, arbeitet VMware auch in Österreich mit zertifizierten Partnern zusammen, die mit lokalen Angeboten sicherstellen, dass die Daten österreichischer Unternehmen nicht in fremde Hände geraten.

Gespannt sein können wir 2012 auf die von EU-Kommissarin Viviane Reding angestrebte Harmonisierung der so genannten "Binding Corporate Rules". Die rechtlich bindenden Selbstverpflichtungen von Unternehmen zum Datenschutz innerhalb der EU sowie für Datentransfers außerhalb der Gemeinschaft sollen von einer zentralen Datenschutzbehörde abgesegnet werden, damit sie EU-weit anerkannt werden können.

Letztendlich muss jedes Unternehmen selbst entscheiden, welche Daten es nach außen geben, bzw. welche Services es von extern beziehen möchte. Nur ein hybrides Cloud-Modell, das auf einer offenen Virtualisierungsplattform basiert, erlaubt es, ausgelagerte Daten jederzeit wieder zurückzuholen. In jedem Fall sollten die Unternehmen mit den Service Providern klare Absprachen treffen, konkret: Service Level Agreements (SLAs) vereinbaren. Das mag am Anfang mühsam sein, zahlt sich aber aus. 2012 werden die IT-Firmen den Proof-of-Concept liefern müssen, dass die Cloud kein "Hotel California" ist, bei dem man zwar jederzeit auschecken, dieses aber nie wirklich verlassen kann.

END USER COMPUTING TREIBT IT Wichtigster Treiber beim Cloud Computing im vergangenen Jahr war übrigens keine IT-Firma per se – sondern der End User! Denn bei dem Cloud-Gedanken geht es nicht um Technologien als solche; vielmehr sind Soft- und Hardware nur Mittel zum Zweck, größtmögliche Flexibilität bei gleichzeitiger Kostenkontrolle in Einklang zu bekommen. In einer zunehmend mobilen Gesellschaft kommt es nicht mehr darauf an, auf welchem Gerät wir gerade arbeiten oder wo sich bestimmte Daten befinden. Es ist der User selbst, der immer mehr in den Vordergrund rückt – und auf dessen Bedürfnisse die IT-Abteilungen von Unternehmen reagieren müssen. Wir von VMware verzeichnen deshalb gerade in den letzten Monaten eine verstärkte Nachfrage nach unseren End User Computing-Lösungen – sei es im Bereich der Desktop-Virtualisierung oder bei unseren Software as a Service-Angeboten.

FAZIT: Die Cloud wird uns auch im Jahr 2012 nicht loslassen. Allerdings wird sich nach und nach die Spreu vom Weizen trennen. Und auch das Thema End User Computing wird noch stärker den Markt vorantreiben. Die Kunden werden schnell merken, welche Angebote wirklich verlässlich sind und halten was sie versprechen – und was unter Umständen nur alter Wein in neuen Schläuchen ist.

* Alexander Spörker ist Country Manager von VMware in Österreich.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • eyepin GmbH

    eyepin GmbH Application Service Providing, Auftragsentwicklung für Software, Individual-Softwareentwicklung, Programmierung, Übernahme von Softwareprojekten mehr
  • Bechtle IT-Systemhaus Österreich

    Bechtle IT-Systemhaus Österreich WLAN-Systeme, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Server-Betriebssysteme, Verschlüsselungs- und Kryptografie Software, Security Audits, Notfalls-Rechenzentren,... mehr
  • Fabasoft AG

    Fabasoft AG Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrttechnik, Freie Berufe, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung,... mehr
  • Matrix42 AG

    Matrix42 AG Mobile Lösungen und Applikationen, Zugangs- und Zutrittskontrolle, Security Audits, Übernahme von Softwareprojekten, Programmierung, IT-Asset- und Lizenzmanagement, IKT-Consulting,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: