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04.12.2011 Ariane Rüdiger*

Big Data, Backup, Cloud, SSD: Die 10 wichtigsten Storage-Trends

Virtualisierung, Cloud-Storage und leistungsstarke SSD-Systeme gehören zu den Storage-Trends, die IT-Entscheider im Auge behalten müssen.

Wer in großen oder mittelständischen Unternehmen für Storage- oder Daten-Management verantwortlich ist, hat keinen leichten Job. Die Anforderungen an die Verfügbarkeit, Qualität und Sicherheit der Daten wachsen stetig. Wir haben die 10 wichtigsten Storage-Trends zusammengetragen und erläutern, wie sich IT-Manager und CIOs darauf einstellen sollten.

Trend 1: Die Datenberge wachsen weiter – die Märkte wachsen mit. Mehr als ein Zettabyte (eine 1 mit 21 Nullen) umfasste 2010 die weltweit produzierte Datenmenge, wie IDC in einer von EMC gesponserten Studie herausfand. In diesem Jahr soll das „digitale Universum“ auf 1,8 Zettabyte anschwellen. Ständig und überall werden neue und hochvolumige Datenmengen produziert. Dazu tragen Daten in Nicht-SQL-Formaten („unstrukturierte Daten“), beispielsweise Bilder, Sounds oder E-Mail-Anhänge, den Löwenanteil bei. Kein Wunder also, dass der Speichermarkt wächst, obwohl die Preise pro Gigabyte weiter fallen. Im Storage-Segment Arbeitsspeicher kostet das Gigabyte derzeit teilweise weniger als 4 Euro, Speicherplatz auf einer SSD (Solid State Disk) ist schon für einen Euro pro Gigabyte zu haben und günstige Festplatten bekommt man in hohen dreistelligen Gigabyte-Kapazitäten für unter 100 Euro. Das setzt dem Umsatzwachstum der Storage-Hersteller Grenzen, auch wenn der Preisverfall im Enterprise-Geschäft durch hochwertige Lösungen mit viel Software langsamer vonstatten geht. Der Speichermarkt soll in Deutschland 2011 laut BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) um 2,5 Prozent wachsen. Für das kommende Jahr, das schon mit vielen trüben Prognosen belegt wurde, rechnet der Verband immerhin noch mit einer Steigerung um 1,5 Prozent.

Trend 2: SSD-Storage wird selbstverständlich Die schnellen SSD-Speicherbausteine ohne bewegliche Teile haben sich durchgesetzt und werden mittlerweile in vielen Systemen zumindest als Option empfohlen. Diverse Storage-Anbieter setzen hauptsächlich oder ganz auf SSD- oder einfache NAND-Zelltechnologie und machen damit gute Geschäfte. Einige Beispiele: Schon länger auf dem Markt sind Viking oder Fusion-io, die Speichermodule für die Integration in Server liefern. Hier erhöhen sich Kapazitäten und Geschwindigkeit, aber auch die Vielfalt der Anwendungen. Vikings aktuelles Produkt ArxCis-NV etwa integriert DRAM, Flash-Speicher und einen Superkondensator zu einem USV-Ersatz. Bei Stromausfall liefert der Kondensator Strom, bis die Daten vom DRAM in den Flash-Speicher übertragen wurden. Ein SSD-Modul für den Server mit direkter Einbindung in die Tiering-Architektur der gesamten Speicherinfrastruktur plant EMC. Es soll als vorgelagerte Speicherschicht 0 ohne Kanalverzögerung dienen.

Zudem entwickeln immer mehr Hersteller SSD-Komplettsysteme. Violin etwa liefert Boxen mit 20 TByte Kapazität fürs 19-Zoll-Rack. Sie sollen dank eines patentierten Mechanismus, der Zellen beschreiben kann, ohne sie vorher zu löschen, Datenbanken beschleunigen und Hochverfügbarkeit garantieren – bis zu 250000 Ein-/Ausgaben pro Sekunde schaffen die Systeme laut Hersteller. Der US-Newcomer Solidfire hat gerade erfolgreich Geld bei Investoren eingesammelt. Er baut für Cloud-Provider optimierte SSD-Primär-Storage-Systeme, ist aber in Deutschland noch nicht auf dem Markt.

Trend 3: Cloud-Storage kommt Es sieht so aus, als würde Cloud Computing zumindest mittelfristig zum Erfolgsmodell. Wenig verwunderlich, häufen sich die Angebote an neuartiger Hardware, Software und Dienstleistungen für diesen Markt. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Flexibilität, Skalierbarkeit und Sicherheit. Ein Hardwarebeispiel ist IBMs kürzlich vorgestelltes System SONAS. Es speichert bis zu 21 Petabyte Non-SQL-Daten unter einem Dateisystem, lässt sich clustern und sortiert die Daten automatisch in verschiedene Schichten (Tiers). Scality, ebenfalls Anbieter hochskalierender Cloud-Storage, arbeitet mit dem Kollaborationsspezialisten TeamDrive zusammen. Dabei sollen Lösungen entstehen, mit deren Hilfe die Daten mobiler Systeme direkt mit denen in einer Cloud synchronisiert werden können.

Datacore bietet Cloud-Providern seinen Storage-Hypervisor SAN Symphony-V nun als Mietmodell an. Auch neue Storage-Hypervisoren, die auf den Umgang mit virtuellen Maschinen zugeschnitten sind, machen von sich reden. Ein Beispiel dafür ist Virsto. Dieser Hypervisor schreibt die Daten der virtuellen Maschinen in Streaming-geschwindigkeit in ein Logfile, dessen Inhalte dann in ein spezifisches Primärspeichersegment übertragen und von dort später an das zur VM gehörende Speichersegment übertragen werden. Das soll den Daten-Output von VMs, die auf Speicher mit dynamischer Segmentierung durch Thin Provisioning zugreifen, erheblich beschleunigen.

Einige interessante Lösungen haben nicht ausschließlich, aber auch mit Storage zu tun: Etwa die Cloud-Management-Software Extility von Flexiant. Die britische Abo-Lösung kommt als Komplettpaket für 1000 Pfund pro Monat und verwaltetem Knoten. Damit kann man einzelne Segmente der Cloud-Infrastruktur mit allen Elementen unter unterschiedlichen Betriebssystemen gemeinsam administrieren. Das erhöht die Flexibilität der Cloud-Provider, die nun VMware-basierende Bereiche mit anderen unter Hyper V oder Xen kombinieren können.

Einen Schutz vor US-amerikanischen Datenzugriffen will der Spezialist für Cloud-Management-Software Severalnines gemeinsam mit City Network garantieren. Das rein europäische Konsortium bietet Testnutzern derzeit die Beta-Version seines Cloud-gestützten Datenbankdienstes (Database as a Service) an. Er soll die EU-Richtlinie zum Datenschutz 95/46/EG vollständig einhalten.

Trend 4: Schnellere Netze für mehr Daten Cloud-basierende Infrastrukturen verlangen von den Netzen mehr Leistung. Lösungen für die WAN- und Anwendungsbeschleunigung werden daher wichtiger, was auch Speicherhersteller erkennen. So hat etwa AMI Storage nun in seine Storage-Management-Software WAN-Beschleunigungsfunktionen integriert. Auch Emulex argumentiert für seine Version 2.0 des I/O-Management-ProduktsOneCommand Vision vor allem mit der dadurch erzielbaren Anwendungsbeschleunigung. Neu daran sind mehr Bandbreite, Multichannel-Überwachung und verbesserte Benutzerschnittstellen.

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