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21.08.2011 Matthias Kraus*

Antwort auf alte Probleme: 5 IDC-Ratschläge für die Cloud-Strategie

Alte IT-Infrastrukturen, hohe Wartungskosten, völlig unzureichende Agilität der IT: CIOs können mit Cloud Computing diese Probleme lösen, meint IDC-Analyst Matthias Kraus in seiner Kolumne.

Cloud Computing ist nach Meinung von IDC auch eine Antwort auf die oftmals tiefen strukturellen Probleme der Anwenderunternehmen mit der eigenen internen IT: Komplex gewachsene und veraltete IT-Infrastrukturen, hohe Wartungskosten, unbefriedigende Auslastung der Hardware-Ressourcen, viel zu hoher Energieverbrauch und völlig unzureichende Agilität der IT.

Die unternehmensinternen IT-Infrastrukturen und Rechenzentren stehen daher vor einer noch nie dagewesenen Transformation. Dabei müssen IT-Entscheider Antworten auf vielfältige Herausforderungen finden:

• Verbesserung der Reaktionszeit auf veränderte Geschäftsanforderungen

• Höhere Anforderungen an Geschwindigkeit, Performance und Sicherheit

• Dynamische, On-Demand-Allokation der Ressourcen, um durch Virtualisierung und Konsolidierung Kostenvorteile bei gleichbleibenden Service-Level zu realisieren

• Verbesserung der Netzwerkverfügbarkeit aufgrund der stetig steigenden Anzahl von Anwendungen und der zunehmenden Mobilität

Im Frühjahr 2011 führte IDC eine Befragung unter 235 deutschen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern durch. Ziel war es, die aktuellen Trends zum Thema Cloud Computing zu untersuchen. Auf Basis der Ergebnisse ergeben sich für IT-Verantwortliche folgende Empfehlungen:

1. Neuorientierung der IT in konjunkturell guten Zeiten Während der vergangenen Wirtschaftskrise zeigte sich deutlich, dass IT-Kosten oftmals zu hoch sind, die IT zu starr und neue Anforderungen des Business viel zu langsam umgesetzt werden können. Cloud Services adressieren genau diese Herausforderungen und können damit wesentliche Antworten auf strukturelle Probleme der Unternehmens-IT bieten.

Die aktuell positive konjunkturelle Lage sollte Entscheider ermutigen, ihre IT grundlegend auf den Prüfstand zu stellen und sich über neue Technologien und Services zu informieren. Aus Sicht von IDC wird zukünftig ein Mix aus konventionellen IT-Modellen und Cloud Services den Bezug von IT bestimmen, um zukünftig flexibler auf sich stetig ändernde Unternehmensanforderungen reagieren zu können.

2. Strategisch mittel- bis langfristig planen Die Nutzung von Cloud Computing ist während der letzten beiden Jahre in den verschiedenen Cloud-Bereichen gestiegen und viele Unternehmen planen auch künftig weitere Investitionen. So ist mit einer anhaltenden Verbreitung von Cloud Services zu rechnen. Laut der IDC-Studie erwarten die befragten Firmen, dass sich ihre Investitionen in Cloud Services mittelfristig amortisieren. IT- und Fachverantwortliche sollten daher das Thema strategisch betrachten und einen mittel- bis langfristigen Zeithorizont im Blick haben.

3. Evaluierung verschiedener Cloud Varianten Die Wahl der Cloud Computing-Art ist derzeit oft noch getrieben von Sicherheitsbedenken. Je "privater" eine Lösung ist, desto beliebter ist sie, obwohl dieses Vorgehen nicht unbedingt dem Anspruch an eine verbesserte Kosteneffizienz entspricht. Scheinbar geht Sicherheit somit vor Kosten und Flexibilität.

Abhängig davon, wie die "Vertrautheit" mit Public Cloud Services steigt, geht IDC davon aus, dass die Nutzung von Public Cloud auch weiter zunehmen wird. Nach Ansicht von IDC sollten Unternehmen zu Beginn ihrer Cloud-Initiativen prüfen, welche Cloud Variante - "Public", "Private" oder Mischformen - für sie am geeignetsten ist.

4. Cloud Services schrittweise einführen Unternehmen nutzen oder planen den Einsatz von Public beziehungsweise Private Cloud Services in vielen verschiedenen Bereichen. Es gibt kein Anwendungsfeld (z.B. CRM, BI, ERP) das momentan bei den Befragten ausgeschlossen wird. Nach Meinung von IDC liegt dies vor allem daran, dass sich viele IT-Abteilungen noch nicht sehr lange mit der bislang jungen Thematik Cloud Services im Detail auseinandersetzen.

Deshalb sollten Unternehmen ihre Cloud-Aktivitäten in mehreren kleinen Schritten starten, um zunächst Erfahrungen bei der Nutzung oder der Integration von Cloud Services mit der bestehenden IT-Umgebung zu sammeln. Wichtig dabei ist, eine genaue Vorgehensweise für die Cloud Aktivitäten festzulegen.

Beispielsweise hilft eine Bestandsaufnahme, inwiefern es mit On-Demand, SaaS, dynamischem Leistungsbezug etc., bereits Berührungspunkte, Überlegungen oder Erfahrungen - auch in Fachabteilungen - gab oder gibt. Außerdem gilt es zu prüfen, welches Wissen im Unternehmen vorhanden ist und wie Ressourcen gebündelt werden können.

5. Angebote genau prüfen Die Angebotsvielfalt ist entsprechend hoch und wird in den nächsten Monaten weiter zunehmen. Optionen sollten daher unter Berücksichtigung der eigenen Ziele eingehend geprüft und verglichen werden. Auch eine direkte Ansprache der Anbieter ist empfehlenswert, um die erforderlichen und notwendigen Service Level Agreements (SLAs) auszuhandeln.

FAZIT Aus Sicht von IDC ist Cloud Computing das Top-Thema der IT-Industrie in den nächsten 20 Jahren. Auch wenn die Verbreitung im Moment noch verhältnismäßig gering ist, so haben die Studienergebnisse aus der IDC-Befragung im Frühjahr 2011 gezeigt, dass bereits mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen eine Cloud-Strategie ins Auge fassen.

Gleichzeitig beobachtet IDC auch, dass Cloud Services immer häufiger Bestandteil von umfassendem IT-Outsourcing sind. Die Verbreitung von Cloud Computing nimmt rasant an Fahrt auf und die meisten Anwenderunternehmen beschäftigen sich mit dem Thema.

Dies ist gut so, denn nur wer sich jetzt intensiv damit auseinandersetzt und für sein Unternehmen evaluiert, in welchen Bereichen der Einsatz sinnvoll und möglich ist, wird für neue Anforderungen des Business,- verursacht durch neue Geschäftsmodelle, Mergers & Acquisitions, Umstrukturierungen oder konjunkturelle Schwankungen, bestens gewappnet sein.

* Matthias Kraus ist Research Analyst bei IDC in Frankfurt. Der Artikel stammt vom deutschen CIO.

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