Gastkommentar: Kostenoptimierung durch Cloud Computing Detail - Computerwelt

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27.07.2011 Stefan Stille*

Gastkommentar: Kostenoptimierung durch Cloud Computing

Kaum eine Ausschreibung für ein ERP-Projekt lässt derzeit den Bereich Cloud Computing unberücksichtigt: Anwender sind sehr interessiert an möglichen Ansätzen.

Im Bereich einer so komplexen Anwendungssoftware wie Enterprise Resource Planning sollten Unternehmen die verschiedenen Szenarien für mögliche Kosteneinsparungen allerdings sorgfältig durchspielen, bevor sie sich in die "Wolke" verlegen.

Die Einführung von "Private Clouds", das heißt von zentralisierten Betriebsstrategien innerhalb von Unternehmen, ist bereits für viele Unternehmen gängige Praxis und hat nachweisbare und allgemein anerkannte Vorteile. Der Trend geht hier insbesondere zur Virtualisierung.

Aber auch durch den Betrieb von ERP-Lösungen in der "Public Cloud", das heißt bei Infrastruktur-Anbietern, kann der Kunde grundsätzlich die Kosten für den Betrieb und die Wartung der sonst notwendigen eigenen Server-Infrastruktur durch entsprechende vertragliche Vereinbarungen besser kalkulierbar machen. Selbst bei der On-demand-Bereitstellung von Test- und Entwicklungssystemen ergeben sich so deutliche Kostenvorteile im reinen Anwendungsbetrieb.

Weitere Kosten lassen sich durch die Nutzung von für mehrere Kunden bereitgestellte, komplette Anwendungsumgebungen sparen, die dann aber – außer kundenindividuellen Daten – keine weiteren kundenspezifischen Funktionen beziehungsweise Funktionsanpassungen erlauben. Hier können dann auch die Aufwände für die Anwendungswartung, wie zum Beispiel das Einspielen von Updates oder Fehlerbehebungen durch den Cloud-Anbieter, durch entsprechende Verträge reduziert werden. Tendenziell sehen wir derzeit, dass insbesondere kleinere Kunden mit wenigen individuellen beziehungsweise in Standardapplikationen bereits vollständig enthaltenen Funktionen dieses Einsparungspotenzial nutzen können. Dementsprechend ist das Software-as-a-Service (SaaS)-Bezahlmodell für ERP-Anwendungen kritisch zu betrachten. Größere Firmen mit eher individuellen, komplexeren Anforderungen oder kleine Firmen, die zum Beispiel durch Prozessführerschaft notwendigerweise individuelle Anforderungen haben, profitieren hierbei nicht, da keine Nutzung von gemeinsam genutzten Applikationen möglich beziehungsweise gewünscht ist. Wenn dennoch ein SaaS-Modell in Betracht gezogen wird, ist es ratsam, die Kosten sorgfältig zu analysieren.

Grundsätzlich ist die Cloud im Kontext der ERP-Kernsysteme sicherlich kein Allheilmittel. Vielmehr sollte jedes Unternehmen basierend auf den eigenen funktionalen Anforderungen, individuellen Gegebenheiten wie Internationalität oder der Notwendigkeit zum Betrieb von Speziallösungen entscheiden, inwieweit die Nutzung von Public Cloud-Strategien als Ganzes oder in Teile für Spezialanwendungen wie CRM oder SCM möglich und sinnvoll ist. Auch in diesem Zusammenhang ist die getrennte Betrachtung von Anwendungsbetrieb und -wartung sehr wichtig, da nur so bezogen auf diese beiden Aspekte die richtige Kostenbetrachtung stattfinden kann.

Zahlreiche Anbieter setzen derzeit auf modulare Angebote, um den heterogenen Ansprüchen ihrer Kunden gerecht zu werden: Anwender können zwischen klassischem Hosting oder Cloud-Angeboten wählen und Schritt für Schritt weitere Services hinzufügen – wie etwa Application Management oder Projektleasing.

Bei Infor haben wir die Weichen gestellt, um eine steigende Nachfrage nach alternativen Bereitstellungsformen von Anwendungen abzudecken. Neben den Infor24-Angeboten, ausgewählten Cloud-basierenden Services, gibt es zwei Schlüsselinitiativen: Zum einen stellen wir mit Infor ION die technische Basis für eine stärkere Integration der bestehenden Anwendungen zur Verfügung, unabhängig davon, ob sie auf einem Server im Unternehmen oder in der Cloud betrieben wird. Und zum anderen gibt es mit Infor Workspace jetzt eine rollenbasierende, grafisch einheitliche Benutzeroberfläche, über die per Single-Sign-on alle im Unternehmen eingesetzten Infor-Lösungen (egal ob on-premise oder in der Cloud betrieben) genutzt werden können.

* Stefan Stille ist Manager Solution Design bei Infor.

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