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13.07.2011 Edmund E. Lindau

Government-Cloud für Österreich

Cloud Computing soll in Zukunft im öffentlichen Dienst IT-Services verbessern und Kosten senken.

In Österreich setzt sich das BRZ als das IT-Dienstleistungszentrum der Bundesverwaltung bereits seit längerem mit der Cloud auseinander. » Cloud Computing ist dabei für das BRZ der nächste logische Skalenschritt: evolutionär, nicht revolutionär. Im Unterschied zu diversen Modewörtern in der IT wird die Cloud ein nachhaltiger Stil des IT-Betriebes werden, der für das BRZ schon in nächster Zukunft essentielle Bedeutung haben wird. Wir haben uns bereits intensiv mit dem Thema Cloud auseinander gesetzt und erfolgreich Pilotinstallationen entwickelt«, erklärt Roland Jabkowski, Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums. Dabei ist Cloud Computing in der öffentlichen Verwaltung längst ein wichtiges Thema. So gibt es beispielsweise in Berlin schon seit Dezember 2010 für alle öffentlichen Institutionen des Landes eine Cloud-Computing-Lösung in einer Teststellung. Im Rahmen eines Pressegesprächs im Österreichischen Parlament präsentierte Radu Popescu-Zeletin, Direktor des deutschen Fokus Fraunhofer Instituts, eine aktuelle Studie seines Institutes und der Hertie School of Governance, wonach die öffentliche Verwaltung das Potenzial von Cloud Computing zur Modernisierung der behördlichen Informationstechnik und den Rechenzentren sowie zur Konsolidierung von IT-Ressourcen sehr klar erkennt: »Cloud-Technologie kann in der Verwaltung dazu beitragen, Geld zu sparen. Es gilt aber Herausforderungen im Sicherheitsbereich und beim Datenschutz zu meistern. Unsere Studie zeigt aber: dieses Risiko ist grundsätzlich beherrschbar«, so Radu Popescu-Zeletin.

KOSTEN UND STEUERGELD SPAREN Im Hintergrund geht es darum, die öffentliche IT zu konsolidieren und damit Kosten und somit letztlich Steuergeld zu sparen. Alleine mit der konsequenten Umsetzung einer Shared-Service-Strategie sei es möglich, 20 Prozent der IT-Kosten einzusparen. »Rechenzentren sind Fixkosten-intensiv«, betont BRZ-Chef Roland Jabrowski. Mit Zugriff auf eine passende Verwaltungs-Cloud können einzelne öffentliche Verwaltungsstellen also massiv sparen, da sie dann nur die tatsächlich genutzten Leistungen bezahlen. Das ist freilich ein Paradigmenwechsel. »Variable Kosten sind aus Sicht der deutschen Verwaltung schwer zu akzeptieren«, weiß Popescu-Zeletin. Daran, dass Cloud Computing die Zukunft ist, lässt aber auch er keine Zweifel. Eine Arbeitsgruppe der Kooperation Bund-Länder-Städte-Gemeinden (BLSG) arbeitete bereits an einem Cloud-Positionspapier, so Roland Ledinger, Leiter Bereich IKT-Strategie des Bundes im Bundeskanzleramt. »Aus unserer Sicht ist eine gemeinsame Strategie in der Nutzung und Anwendung von Cloud-Computing in der Verwaltung unbedingt notwendig. Es gilt zu entscheiden, ob es in Österreich eine Government-Cloud geben soll. Dazu müssen vorab Vor- und Nachteile aus technischer, organisatorischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht bewertet werden.« Als erste Cloud-Applikationen sieht Ledinger Contend-Management-Systeme. Freilich gibt es gerade im öffentlichen Bereich gewisse Einschränkungen. »Bei personenbezogenen Daten ist es für die Verwaltung undenkbar, in eine Public Cloud zu gehen«, stellt Ledinger klar. Denn große Dienstleister wie Amazon, Google und Microsoft sind US-Unternehmen und können nicht garantieren, dass US-Behörden keine unerwünschte Dateneinsicht beispielsweise nach dem umstrittenen Patriot Act nehmen. Der richtige Weg für die öffentliche Verwaltung ist eine Private Cloud, in der nur klar definierte Nutzer Zugriff auf Daten haben. Eben diese Variante stellt das ITDZ Berlin seit Dezember 2010 in einer Teststellung bereit, bei der Fachverwaltungen Schulungssysteme in der Cloud umsetzen können.

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