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07.07.2011 Eberhard Wolff*

PaaS-Angebote: Übersicht und Bewertung

Cloud Computing verspricht, die IT-Landschaft grundlegend zu verändern. Der Ansatz bietet die Nutzung von IT-Diensten als on-demand Self-Services. Hier finden Sie eine Übersicht über den Markt.

Cloud Computing verspricht, die IT-Landschaft grundlegend zu verändern. Der Ansatz bietet die Nutzung von IT-Diensten als on-demand Self-Services. Sie stehen also je nach Bedarf zur Verfügung und Anwender können sie selbst buchen – beispielsweise über ein Portal. Typischerweise sind die Dienste dann über das Internet verfügbar. So kann man bei IaaS-Angeboten (Infrastructure as a Service) wie Amazon EC2 virtuelle Rechner anlegen, und die Instanzen stehen innerhalb weniger Minuten zur Verfügung – selbst wenn es sich um eine größere Anzahl handelt.

Vorteil des Cloud-Ansatzes ist ein flexibleres Kostenmodell. Nur die jeweils aktuell benötigten Ressourcen werden bezahlt. Weil bei Bedarf schnell mehr Ressourcen zur Verfügung stehen, ist der Umgang mit Lastspitzen kosteneffizient möglich. Außerdem sind die Investitionskosten für eine Cloud-Lösung sehr niedrig, weil keine Server gekauft werden müssen.

Da Cloud-Lösungen nicht durch komplexe organisatorische Prozesse, sondern durch Self-Service-Portale genutzt werden können, kann man viel schneller Anwendungen in Betrieb nehmen, was zu einem besseren Time-to-Market führt. Dieser Ansatz führt zu einem grundlegend anderen Verständnis von IT-Betrieb und der Kollaboration zwischen Entwicklung und Betrieb.

IAAS VS. PAAS In einer IaaS-Cloud wie Amazon EC2 stehen nur "nackte" Rechner und Storage zur Verfügung. Soll eine selbst geschriebene Anwendung darauf zum Laufen gebracht werden, muss eine Infrastruktur wie zum Beispiel ein Application Server installiert werden. Die Alternative dazu ist die Nutzung eines PaaS (Platform as a Service). Bei einer solchen Plattform ist die Installation zusätzlicher Infrastruktur nicht notwendig. Man kann Anwendungen direkt in der Cloud installieren. Außerdem bietet sie Lösungen für den Betrieb und das Monitoring der Anwendung. Das Skalieren der Anwendung bei Lastspitzen erfolgt automatisch. PaaS bieten oft proprietäre Services mit fertigen Funktionalitäten an, die bei der Entwicklung von Anwendungen hilfreich sind. Beispielsweise enthält die Amazon-Cloud-Plattform einen Service, über den per Kreditkarte mit einem Kunden abgerechnet werden kann. Durch die Nutzung solcher Services ist man allerdings sehr von der PaaS abhängig, da Anwendungen nicht so einfach auf andere Plattformen migriert werden können, die solche Services nicht anbieten.

Bei der Entwicklung von Enterprise-Anwendungen stellt die Java-Plattform die wichtigste Ablaufumgebung dar. Bisher war das Angebot an PaaS-Plattformen für Java begrenzt, aber in den letzten Monaten sind viele neue Angebote aufgetaucht. Daher lohnt sich ein Blick auf den Markt in diesem Bereich.

GOOGLE APP ENGINE Google hat bereits 2008 damit begonnen, ein PaaS anzubieten und war damit ein Pionier im Java-PaaS-Markt. Neben Java unterstützt die Google App Engine (GAE) auch Python-Anwendungen. Es gibt ein GAE-Angebot für den Betrieb von Anwendungen, die im Internet jedem zur Verfügung stehen sollen. Die Kosten hängen davon ab, wie viel Bandbreite, Storage, CPU-Zeit usw. genutzt wird. Zum Testen gibt es ein freies Kontingent. Es ist auch möglich, ein Budget für eine Anwendung festzulegen, um so die Kontrolle über die Kosten zu haben. Für Anwendungen, die nur innerhalb einer Firma verwendet werden sollen, gibt es Google App Engine for Business. Dabei erfolgt die Abrechnung pro Anwendung und Benutzer und es gibt andere SLAs.

GAE treibt den PaaS-Ansatz recht weit: Man hat keinen Zugriff auf das zugrundeliegende Betriebssystem. Anwendungen können auf einem oder vielen Servern laufen, ohne dass der Entwickler es bemerkt. Lastverteilung und Skalierung der Anwendung sind transparent. Um dies zu ermöglichen, hat GAE ein sehr eingeschränktes Programmiermodell. Die auf GAE nutzbaren Java-Klassen sind in einer White List beschrieben. So ist es beispielsweise nicht möglich, neue Threads zu starten; der Zugriff auf das File-System ist nicht erlaubt und ein Request darf nicht mehr als 30 Sekunden Bearbeitungszeit erfordern. Durch diese Einschränkungen ist die Nutzung einiger Java-Frameworks gar nicht möglich oder nur sehr aufwändig zu realisieren. Google bietet eine Liste von Frameworks an, die unter GAE laufen.

Als Datenbank steht eine NoSQL-Datenbank zur Verfügung. Eine relationale Datenbank ist angekündigt, soll dann aber nur im Rahmen von Google App Engine for Business zur Verfügung stehen. Daher muss die Persistenz-Architektur einer Anwendung, die auf GAE laufen soll, entsprechend angepasst werden. Eine Portierung auf eine andere Infrastruktur wird dadurch natürlich erschwert.

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