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18.05.2011 Werner Kurzlechner*

Die IT-Infrastruktur-Trends 2013 bis 2020

Immer mehr Anwendungen laufen im Browser, Client-Betriebssysteme verlieren an Bedeutung. Laut Experton setzen sich auf Servern Windows und Red Hat Enterprise Linux durch.

Betriebssysteme verlieren an Bedeutung, Nischenanbieter drängen sich in den Vordergrund, hybrides Cloud Computing verpasst den Durchbruch: So beschreibt die Experton Group die kurz- und mittelfristigen IT-Infrastruktur-Trends. Auf längere Sicht werden Utility Computing und Grid Computing immer wichtiger.

Experton-Analyst Wolfgang Schwab destillierte die sich abzeichnenden Trends aus aktuellen Anwenderprojekten und –Befragungen. Er unterteilt seine Analyse in ein „Heute und Morgen“, das bis 2013 reicht, und ein „Übermorgen“ von 2014 bis 2020. Für beide Zeithorizonte benennt Schwab nicht nur die Schlüsselthemen, sondern auch ihre Auswirkungen auf die Anwender.

Heute und Morgen: Für Organisationen mit einem hohen Reifegrad ist aus Experton-Sicht eine hybride Infrastruktur kennzeichnend. Externe und interne, Cloud-basierte und Server-basierte Komponenten sind in verschiedenen Mischformen vorhanden.

Wer den Großteil der Infrastruktur im Rechenzentrum virtualisiert hat, hat mit dem Übergang zu Cloud Services umso weniger Schwierigkeiten. „Ein zentralisiertes Management der Infrastruktur bleibt auch in Zukunft erfolgsentscheidend und wirkt sich signifikant auf die Effizienz aus“, so Schwab.

Zunächst erwartet Experton ein Zunahme der Marktvolatilität: viele neue Anbieter, die im gewissem Rahmen gedeihen und miteinander fusionieren. Bald folge aber die Konsolidierungsphase, und einige wenige führende Anbieter schälten sich heraus. Private Clouds sind nach Experton-Prognose eine interessante Option für viele Großunternehmen. „Hybride Clouds dagegen werden durch technische Schnittstelleneinschränkungen, Datenschutz- und Sicherheitsbedenken ausgebremst“, vermuten die Analysten.

Im Storage-Bereich steigt der Bedarf weiter enorm. Schwab rechnet damit, dass auch künftig zweistellige Wachstumsraten im Markt üblich sein werden. Multimedia- und Collaboration-Plattformen und Analyse-Software, die die Handhabung großer Datenmengen ermöglicht, fungieren hier als Treiber. „Angebote wie Storage-Staffelung, Speichervirtualisierung und Thin Provisioning gewinnen an Marktdynamik“, lautet die Prognose.

Weil immer mehr Applikationen über den Browser laufen, verliert das Betriebssystem auf den Endgeräten laut Experton schnell an Bedeutung. Server-basierte Betriebssysteme gewinnen hingegen an Relevanz; Virtualisierung erlaubt die Abkopplung von Hardware und Betriebssystemen. „Microsoft Windows und Red Hat Enterprise Linux werden als wichtigste Betriebssysteme für den x86-Markt überleben und auf ATOM- und ARM-Umgebungen portiert, wo sie auch serverseitig eine marktbeherrschende Rolle einnehmen werden“, so Analyst Schwab. Novell SuSE Linux werde hingegen ums Überleben kämpfen müssen.

Die Standardisierung der Kernapplikationen schafft nach Experton-Einschätzung eine Nachfrage für Anwendungen, die sich vom Rest abheben. Gleichzeitig schafft das Cloud-Computing-Liefermodell neue Marktchancen für eine Fülle an Anbietern. Beides sorgt dafür, dass sich Nischenmärkte herausbilden.

„Um eine höchstmögliche Wertschöpfung zu gewährleisten, müssen alle Processing- und Delivery-Alternativen genauestens auf den Prüfstand gestellt werden“, rät Schwab den Anwendern. „Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Anbieter und Partner über eine entsprechende finanzielle und organisatorische Stabilität verfügen, damit die langfristige Zukunftsfähigkeit und Zusammenarbeit auch wirklich gewährleistet ist.“

Übermorgen: Die weitere Zukunft bis 2020 ist nach Schwabs Einschätzung unter anderem durch Commodity Computing und Utility Computing bestimmt. Eine Fülle kleiner, miteinander verlinkter Systeme lässt einen Pool an Rechenressourcen entstehen. In globalen Speicherpools lassen sich Applikationen und Daten überall zur Aufbewahrung ablegen. Speicherkapazitäten lassen sich ohne großen Kostenaufwand ausbauen. Firmen kaufen überdies immer weniger Software ein, Mietmodelle dominieren und in der Folge sind größere Verschiebungen bei Herstellern und Dienstleistern zu erwarten. 80 Prozent des Server-basierten Computing werden nach Schwabs Prognose extern betrieben werden.

„Es gibt cloud-basierte Datenbanken mit gesetzlichen Vorschriften aller Industrienationen und anderer Länder“, prophezeit Experton für den Compliance-Bereich. „Diese Datenbanken und damit verbundene Services ermöglichen es Unternehmen, über die täglichen Veränderungen von gesetzlichen Vorgaben weltweit auf dem Laufenden zu bleiben.“ Daneben geht Analyst Schwab von einem Trend zur konvergenten Infrastruktur aus.

Für die Anwender heißt das, immer die Augen nach neuen Entwicklungen offenzuhalten. Eine sorgfältige Bewertung aus Sicht des eigenen Unternehmens ist ebenso Pflicht wie eine enge Kooperation mit der Anbieterseite. Schwab rät außerdem zum Aufsetzen von strategischen Fünfjahresplänen, die ständig auf aktuellem Stand zu halten sind.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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