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21.04.2011 Oliver Weiss

Der Nebel um Cloud Computing lichtet sich: Möglichkeiten und Stolpersteine im Überblick

Seit Anfang des Jahres ist das Thema Cloud Computing auch in den Köpfen der österreichischen CIO angekommen. Nun gilt es, herauszufinden, welche Vorteile die Cloud für das eigene Unternehmen bringen kann und Erfahrungswerte zu sammeln.

Cloud Computing ist derzeit in aller Munde und setzt sich immer stärker durch. Allerdings: Die genaue Bedeutung bleibt so manchem auch weiterhin ein Rätsel. Für IBM Österreich ist Cloud Computing ein Geschäftsmodell und weniger eine Technologie-Frage, wie Christian Klezl, Vice President bei IBM für Cloud Computing, im Gespräch mit der COMPUTERWELT erklärt. Aus seiner Sicht gibt es grundsätzlich zwei Arten von Cloud-Kunden: »Diejenigen, die sehr genaue Vorstellungen davon haben, was sie mit der Cloud tun wollen – da ist es dann sehr einfach, ein entsprechendes Angebot zu machen.« Solche Kunden sind jedoch derzeit eher die Ausnahme. »Typischerweise kommen Kunden im Moment zu uns, weil sie unter starkem Kostendruck stehen und ‚etwas in der Cloud machen‘ müssen«.

Bevor man jedoch »etwas in der Cloud machen« kann, sollte man zunächst die traditionelle IT-Diskussion parken und nicht über Hardware, Software oder einzelne Services reden. Bei jeder Annäherung an das Thema Cloud Computing sollte die jeweilige Geschäftsstrategie im Vordergrund stehen. Für Unternehmen gilt es also, sich analog zur jeweiligen Geschäftsstrategie zu überlegen, was individuell benötigt wird, um einen Mehrwert zu erzielen. Damit kann das geeignete Modell definiert werden, in welchem Business Prozesse, Applikationen, Daten und IT-Ressourcen als Service in Anspruch genommen werden.

IT IN FUNKTIONEN ZERLEGEN »Unternehmen müssen sich überlegen, was die Existenzberechtigung ihrer IT ist, was für Services und Workloads die IT-Abteilung abdeckt«, erklärt Klezl. Es gilt, die IT in Funktionen zu zerlegen und dann zu bewerten, wie kritisch die einzelnen Workloads sind und welche Anwendungen sich für die Cloud eignen. IBM unterscheidet hier zwischen drei Arten von Applikationen: Solche, die für die Cloud geeignet sind, solche die nicht für die Cloud geeignet sind und solche, die ohne die Cloud gar nicht existieren können. Anwendungen beispielsweise, die die Produktionsplanung und -steuerung eines Unternehmens betreffen, sind laut Dieter Kittenberger, Country Manager Österreich für Enterprise Server, Storage und Networking von HP, nur schwer aus der Cloud zu beziehen: »Solche Systeme sind über Jahrzehnte gewachsen und stellen oftmals den Mehrwert, das Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens dar«, erklärt der HP-Mann gegenüber der COMPUTERWELT.

Ob die Geschäftsstrategie eines Unternehmens am besten durch eine Public Cloud, eine Private Cloud oder gar eine Mischform aus den beiden (Hybrid Cloud) abgedeckt werden kann, ist dann die nächste grundsätzliche Entscheidung, die es zu treffen gilt. Der gravierende Unterschied zwischen Public und Private Clouds liegt darin, wer die Cloud besitzt und betreibt. Welche Cloud für welche Organisation am besten geeignet ist, hängt im Wesentlichen von der Größe eines Unternehmens und dem Reifegrad der IT ab, sprich wie standardisiert, virtualisiert und konsolidiert die IT-Landschaft bereits ist. Wie sich in der Praxis gezeigt hat, fällt Unternehmen, die ihre IT bereits virtualisiert haben, der Übergang in die Cloud wesentlich einfacher beziehungsweise ist ohne Virtualisierung als Voraussetzung für die Cloud der Wechsel oft gar nicht möglich.

PRIVATE ODER PUBLIC CLOUD Private Clouds sind vor allem für große Unternehmen geeignet, die über eine eigene IT-Abteilung, also das nötige Personal und Know-how verfügen, und selbst ein Rechenzentrum betreiben. In diesem Fall liegt der Aufbau einer eigenen Cloud nahe, da die Infrastruktur bereits vorhanden ist und die Daten bzw. die Applikationshoheit nicht außer Haus gegeben werden müssen. Als erster Schritt bietet sich dann die Bereitstellung von PC-Arbeitsplätzen beziehungsweise die Einbindung mobiler User über die hauseigene Wolke an. Ausführlichere Artikel und ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis zu diesen beiden Themen finden Sie auf den Seiten 11 und 18 dieser Ausgabe.

Public Clouds wiederum werden von Service Providern betrieben und sind vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen interessant, die weder über das Personal, noch das Know-how, noch die finanziellen Ressourcen verfügen, um eine eigene Serverlandschaft am Laufen zu halten. Die Daten liegen dann im Rechenzentrum des Cloud-Providers, das Anwenderunternehmen braucht lediglich Endgeräte und Internetzugang und kann trotzdem auf die gleiche Funktionalität, die auch Konzernen zur Verfügung steht, zugreifen. Aber auch für große Unternehmen können gewisse Public-Cloud-Angebote durchaus interessant sein, wenn man es selber nicht besser und billiger bewerkstelligen kann.

PREIS VS. KONTROLLE Public Clouds locken zwar oft mit attraktiven Preisen, aber vermeintliche und tatsächliche Risiken in Zusammenhang mit der Informationssicherheit und der Systemverfügbarkeit führen oft dazu, dass Unternehmen ihre geschäftskritischen Systeme nicht in einer öffentlichen Cloud ausführen wollen. Zudem ist es eine große Herausforderung, bereits bestehende Geschäftsanwendungen im Nachhinein einer Public Cloud anzupassen. Auch das macht die Private Cloud attraktiv und führt dazu, dass viele Kunden eine eigene Cloud bauen, um individuelle Bedürfnisse optimal abdecken zu können. Hohe Anpassbarkeit an das eigene Unternehmen, weniger Sicherheitsbedenken, mehr Kontrolle und unlimitierte Bandbreite sind zusammengefasst die Vorteile der Private Cloud gegenüber der Public Cloud.

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