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20.04.2011 Alex Wolschann

Tablets als Tor zur Wolke

Wenn die Analysten des Marktforschungsinstituts IDG mit ihrer Prognose Recht behalten, wird die Zahl der weltweit verkauften Tablets 2011 auf 50 Millionen ansteigen.

2010 wurde noch mit acht Millionen verkauften Geräten gerechnet. Gartner prognostiziert gar 294 Millionen bis 2015. Mitgrund für derart optimistische Prognosen dürfte auch die Tatsache sein, dass immer mehr Unternehmen das Business-Potenzial der flachen Devices für sich entdecken.

Zu verdanken ist das einem weiteren absoluten Trend der heutigen Zeit: Cloud Computing. Tatsächlich scheinen beide Trends wie geschaffen füreinander zu sein. Das Tablet als Thin Client greift auf die Daten in der Wolke zu, ohne selbst über viel Rechenleistung oder Speicher verfügen zu müssen. Individuelle Apps ermöglichen den Mitarbeitern zielorientiertes Arbeiten ohne aufwendige Einschulung. Die Bedienung der Tablets ist intuitiv, und: auch ITler sind Menschen. »Dank den neuen, attraktiven Endgeräten wird der Trend zur Consumerization immer stärker« beschreibt Peter Abrahamczik, Geschäftsführer der österreichischen Cancom a+d IT Solutions, die aktuelle Marktentwicklung. Egal ob Endanwender oder Businessanwender: Wer sich einmal an die schicken Tablets gewöhnt hat, gibt sie nicht gerne aus der Hand. »Für ein Unternehmen ist diese Entwicklung als durchaus positiv anzusehen, da eine tiefere persönliche Bindung zum Arbeitsgerät auch die Produktivität steigert«, weiß Abrahamczik zu berichten. Sein Unternehmen bietet mit Cancom AHP Cloud eine Lösung für die Einbindung mobiler Geräte in das Firmennetzwerk.

HERAUSFORDERUNG UND CHANCE Eine immer mobilere Arbeitswelt, arbeitstaugliche Tablets und Smartphones sowie eine Vielzahl von Apps und Diensten aus der Cloud stellen IT-Abteilungen vor die Aufgabe, mobile Geräte in die bestehende Architektur zu integrieren. Dank der Wolke können aber alle Clients zentral verwaltet werden, was eine große Zeitersparnis bedeutet. Überhaupt haben die Tablets als Thin Clients große Vorteile gegenüber Desktops: »Wozu brauche ich einen Fat Client, wenn es ein starkes Data Center gibt? Das Endgerät muss vom Use case definiert werden«, erklärt Karl Heinz Warum, Deutschland-Geschäftsführer von Wyse. Während ein Fat Client 300 Watt benötigt, kommt ein Thin Client mit 15 Watt, ein Zero Client gar mit vier Watt aus. Tablets in der Cloud hätten für Wyse ein riesiges Potenzial, verrät Warum. In naher Zukunft sieht der Manager eine 70-prozentige Ablöse von PC und Notebooks zu Gunsten von Tablet-PC.

Traditionelle IT-Leiter sind von dieser Entwicklung allerdings weniger begeistert: Zum einen ist es schon aus technischer Sicht nicht ganz einfach, immer wieder neue Geräte in das Unternehmensnetzwerk einzubinden, zum anderen stellt jedes fremde Device natürlich ein gewisses Sicherheitsrisiko dar. Zumindest in der herkömmlichen IT-Landschaft. Beim Cloud Computing sollen diese Bedenken jedoch der Vergangenheit angehören. Da alle Anwendungen auf dem Server laufen, ist es für den Administrator auch wesentlich einfacher, das System zu überwachen und bei Bedarf neue Software-Updates einzuspielen.

UNIVERSELLE EINSETZBARKEIT Der Vorteil von Cloud Computing ist die universelle Einsetzbarkeit in jeder Branche bei jeder Unternehemensgröße: »KMU steigen um, weil die Einsparungen aufgrund der Skaleneffekte am größten sind, größere Unternehmen profitieren von speziellen Anwendungen und deren flexiblen Einsatzmöglichkeiten und Abrechnungsmodellen, erklärt Johannes Baumgartner, Managing Director von Fujitsu-Österreich. Tatsächlich spart etwa die Deutsche Bank durch den Umsteig auf Cloud Computing allein neun Millionen Euro allein an Druckkosten pro Jahr.

Ein Selbstläufer ist die Kombination aus Tablet als Thin Client und Cloud Computing aber nicht: »Die Infrastruktur spielt eine entscheidende Rolle, denn der gestiegene Kostendruck, globalisierte Geschäftsbeziehungen, Migration von Betriebssystemen, Software-Updates, neue Endgeräte und vieles mehr stellen Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen«, weiß Citrix-Österreich-Chef Peter Hanke, der Tablets in Unternehmen heute schon als gelebte Realität bezeichnet. Ein Maß an Mut zur Erneuerung und Aufklärungsarbeit können natürlich nicht schaden.

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