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24.02.2011 Oliver Weiss

T-Systems rechnet ab

Pay-per-use-Modell soll IT-Ressourcen-Verbrauch optimieren.

T-Systems betreibt seit Januar 2011 im Wiener Datacenter ein dynamisches IT-Service, mit dem Produktivsysteme aus der Wolke bezogen und nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet werden können. Anders als bei anderen Cloud-Angeboten wird die bloße Einschaltzeit des Servers nicht verrechnet, da die Systeme 24/7 verfügbar sind. Der tatsächliche Rechenverbrauch wird in SAPS-Minuten (SAP Application Performance Standard – ein Hardware-unabhängiges Maß, das die Leistung einer Systemkonfiguration in einer SAP-Umgebung beschreibt) abgerechnet. Die Basis dafür bildet ein Zusammenspiel aus aktuellen Technologien und Applikationen, die das Unternehmen in einer intelligenten Architektur zusammengefügt hat. Die beiden Kern-Prinzipien lauten dabei Thin Provisioning und Virtualisierung. Diese ermöglichen ein Abrücken von dedizierten Ressourcen, da sich viele Systeme einen Pool an Ressourcen teilen, diesen aber niemals gleichzeitig komplett ausschöpfen. In der virtualisierten Umgebung laufen die Systeme durchgehend in einer Art Stand-by-Modus und aktivieren sich innerhalb von wenigen Sekunden. Die benötigten Basis-Ressourcen können damit T-Systems zufolge gegenüber herkömmlichen, dedizierten Systemen um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Die Abdeckung der Lastspitzen erfolgt durch den Ressourcenpool. Dieser Vorteil wird an die Kunden weitergegeben. »Unternehmen, die auf diese Plattform migrieren, bieten wir etwas, das sie von keinem anderen Angebot bekommen können«, sagt Max Schaffer, Leiter ICT Operations bei T-Systems in Österreich. »Die erstmalige Möglichkeit, ihre Produktivsysteme sorglos in die Cloud legen zu können, eine garantierte Verfügbarkeit und Disaster Recovery Sicherheit wie bei dedizierten Ressourcen sowie echtes Pay-per-Use.« Denn anders als bei Entwicklungssystemen, die einen relativ niedrigen Ressourcen-Bedarf aufweisen, sei eine Verlagerung von Produktivsystemen ungleich komplexer, trotzdem aber langfristig notwendig. »Diese Landschaften sind für den weitaus größten Teil des IT-Budgets verantwortlich. Um diese Systeme zu flexibilisieren, führt nichts an einer Virtualisierung wie unserer vorbei, da der Rechenbedarf mit dedizierten Ressourcen allein immer weniger bewältigbar ist.« Erster Pilotkunde ist der Papierkonzern Sappi (zweitausend User wurden inklusive sämtlicher Software-Applikationen auf 32 Server migriert), für den T-Systems seit zwei Jahren einen Teil der SAP-Systeme nach dem Pay-per-Use-Modell betreibt. »Für diesen Teil der IT-Landschaft konnten 15 Prozent der Kosten eingespart werden, da wir nur so viele Ressourcen verwenden, wie tatsächlich benötigt werden«, sagt Friedrich Liebmann, IT Manager Commercials von Sappi Fine Paper Europe. »Die Ersparnis, die wir daraus ziehen, investieren wir in Innovationen.«

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