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10.11.2009 Martin Bayer*/Rudolf Felser

Anwender mieten mehr Software-Services

Im laufenden Jahr werden die Anbieter von SaaS-Lösungen weltweit rund 7,5 Mrd. Dollar einnehmen, prognostiziert Gartner. Progress Software hat für alle Interessenten zehn Empfehlungen, damit SaaS auch für Anbieter ein Erfolgsmodell wird.

Allen Krisen zum Trotz legt der weltweite Markt für SaaS-Lösungen weiter zu. Gartner zufolge können die Anbieter 2009 auf einen weltweiten Umsatz von etwa 7,5 Mrd. Dollar (rund fünf Mrd. Euro) hoffen, das sind 17,7 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. 2008 standen insgesamt Umsätze in Höhe von 6,4 Mrd. Dollar (rund 4,3 Mrd. Euro) zu Buche. Nach Einschätzung der Marktforscher wird sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Bis zum Jahr 2013 sollen die globalen SaaS-Geschäfte auf ein Volumen von zirka 13 Mrd. Dollar (ca. 8,67 Mrd. Euro) anwachsen.

Auch wenn der SaaS-Markt wächst, die aktuelle Gartner-Prognose fällt schlechter aus, als noch vor wenigen Monaten. Im Mai hatten die Marktforscher für 2009 noch ein Wachstum von fast 22 Prozent auf etwa acht Mrd. Dollar vorhergesagt. Bis 2013 sollte der Markt auf 16 Mrd. Dollar anwachsen.

SAAS-LANDSCHAFT ENTWICKELT SICH WEITER Die SaaS-Landschaft entwickle sich laufend weiter, beobachtet Gartner-Analystin Sharon Mertz. Die Anbieter expandierten in neue Regionen und bauten den Anteil am Software-Portfolio ihrer Kunden kontinuierlich aus. Darüber hinaus offerierten sie selbst beziehungsweise deren Partner verstärkt Speziallösungen für bestimmte Branchen. Mertz zufolge trage auch das Angebot von Platform-as-a-Service-Lösungen zur weiteren Verbreitung des Mietmodells bei. Die Anbieter versprechen ihren Kunden damit die Möglichkeit, zügig und einfach selbst eigene SaaS-Anwendungen entwickeln zu können.

Den größten Anteil im weltweiten SaaS-Geschäft machen mit knapp 2,6 Mrd. Dollar Communications- und Collaboration-Lösungen aus. Die Anbieter in diesem Segment werden ihre Umsätze laut der Gartner-Prognose 2009 im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent steigern können. Um fast 22 Prozent soll das SaaS-Geschäft mit Customer-Relationship-Management-Angeboten zulegen - von knapp 1,9 auf fast 2,3 Mrd. Dollar. Auf den weiteren Plätzen folgen Enterprise-Resource-Planning- (ERP) und Supply-Chain-Management-Lösungen (SCM), die Gartner zufolge mit Umsätzen von 1,2 beziehungsweise 0,8 Mrd. Dollar allerdings unterdurchschnittlich wachsen. Eine eher untergeordnete Rolle spielen SaaS-Angebote in den Segmenten Office-Suiten und Digital Content Creation. Hier erwarten die Analysten im laufenden Jahr Einnahmen von 68 beziehungsweise 62 Mio. Dollar.

Aus Sicht von Gartner-Analystin Mertz sind SaaS-Angebote mittlerweile erwachsen geworden. Gerade im CRM-Umfeld habe sich die Mietsoftware zu einem wichtigen Treiber für das gesamte Marktsegment entwickelt. Zwischen 2005 und 2008 habe sich der SaaS-Anteil am gesamten CRM-Markt von acht auf 20 Prozent erhöht. Für 2009 gehen die Analysten von einem Marktanteil in Höhe von beinahe 24 Prozent aus. Angebote wie das von Salesforce.com hätten die Wettbewerber dazu gezwungen, eigene SaaS-Anwendungen zu entwickeln beziehungsweise entsprechende Anbieter zu übernehmen, um ihr Softwareportfolio zu erweitern.

SCHLÜSSELFAKTOREN FÜR SAAS-ERFOLG SaaS liegt zwar im Trend, aber die Umstellung des herkömmlichen On-Premise-Modells ist für die Anbieter aber nicht immer einfach. Für Software-Anbieter, Software-Häuser und ISVs stellt SaaS eine interessante Möglichkeit dar, neue Kunden zu gewinnen und vorhandene enger an sich zu binden. Progress Software, SaaS-Spezialist für Applikations-Infrastruktur und serviceorientierte Architekturen, hat für alle Interessenten zehn Empfehlungen, damit SaaS auch für Anbieter ein Erfolgsmodell wird:

  • Sicherheit: SaaS-Anwendungen müssen den Kunden die Gewähr bieten, dass ausschließlich befugte Benutzer auf Daten und Prozesse zugreifen können und dies auch nur im Rahmen ihrer Befugnisse; die Sicherheitsvorkehrungen müssen gegenüber den Kunden vollständig transparent gemacht werden.
  • Mandantenfähigkeit ist ein wesentlicher Aspekt, um die Daten von verschieden Kunden getrennt verarbeiten und vorhalten zu können, ohne für jeden Kunden eine separate Hardware-Infrastruktur aufbauen zu müssen.
  • Konfigurierbarkeit: Da nicht jeder Kunde alle verfügbaren Services nutzen - und bezahlen - will, ist eine einfache und individuelle Konfiguration, die sich schnell auf die Anforderungen der Kunden einstellen lässt, ein Wettbewerbsvorteil.
  • Personalisierung: SaaS-Anwendungen sind typischerweise hochmodular und schlank. Kann der einzelne Anwender seine wichtigsten Services individuell zusammenstellen, erhöht dies die Arbeitseffektivität und die Benutzerakzeptanz.
  • 5. Flexibles User-Interface: PC im Büro, Notebook beim Kunden, Smartphone unterwegs oder Handheld im Lager: SaaS-Anwendungen müssen mit allen User-Interfaces funktionieren.
  • Integration: Die einfache Integration und Kommunikation mit der vorhandenen Applikations-Landschaft kann ein Vorteil von SaaS-Anwendungen sein, wenn sie technologisch richtig aufgesetzt werden, beispielsweise mit Web-Services und SOA.
  • Verfügbarkeit: Ein hohes Verfügbarkeitsniveau ist für SaaS-Anwendung unerlässlich; neben Disaster-Recovery-Lösungen und Transparenz über Auslastungsgrade beziehungsweise Engpässe benötigen die Anbieter ihrerseits langfristige Vereinbarungen mit Infrastruktur-Partnern.
  • Monitoring: SaaS ist in der Regel mit definierten SLAs (Service Level Agreements) und diese wiederum häufig mit Konventionalstrafen verbunden. Ohne ein professionelles Monitoring einschließlich Frühwarnautomatismen kann SaaS zum Bumerang für den Anbieter werden.
  • Abrechnung: SaaS-Anbieter müssen ihren Kunden flexible Abrechnungsmodelle anbieten, die sich an den jeweiligen Aufgaben orientieren; pauschale Modelle, die für alle Kunden gleich sind, werden nicht funktionieren.
  • Partner: SaaS-Anbieter benötigen Technologie-Partner, die fundierte SaaS-Erfahrung vorweisen können und die in der Lage sind, ihre Angebote flexibel an die verwendeten Kostenmodelle anzupassen.

"SaaS ist auch für Anbieter ein überaus interessantes und zukunftsfähiges Modell", erklärt Olf Jännsch, Sales Director Central Europe Indirect von Progress Software in Köln. "Aber SaaS ist keineswegs ein Selbstläufer und die Umstellung von klassischen Anwendungen auf ein SaaS-Modell ist in der Praxis alles andere als trivial. Die Zehn-Punkte-Liste unserer SaaS-Experten bietet Interessierten hier eine erste Orientierung."

* Martin Bayer ist Redakteur der deutschen Computerwoche.

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