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21.12.2009 Thomas Mach

Wolkige Herausforderungen bewältigen

Cloud Computing verspricht die Lösung aller IT-Probleme – zumindest aus Sicht der Anbieter. Doch die Experton Group warnt: Unternehmen würden unterschätzen, wie hochkomplex und dementsprechend kompliziert das Management solcher Cloud-Welten sei.

Nach Meinung von Carlo Velten, Senior Advisor bei der Experton Group, lasse der "Cloud Computing Hype der Anbieter bei den Anwendern noch eine Weile auf sich warten", denn für Service Computing in großem Umfang fehle es "sowohl noch an entsprechenden Mitarbeitern als auch an Prozesselementen". Manche Organisationen würden dem Fachmann zufolge zwar externe Clouds einsetzen, "doch die meisten großen IT-Abteilungen werden versuchen, den internen Betrieb auf privaten Clouds laufen zu lassen, eventuell ergänzt durch externe Cloud-Applikationen beziehungsweise Facilities".

Doch ein solcher Wechsel erfordere "neue Prozesse und Personal für den Betrieb mit anderen Fähigkeiten und Skills als bisher üblich". "Es gilt zu verstehen, welche Auswirkungen groß ausgelegte Service Computing Umgebungen haben, und dann eine entsprechende Implementierungsstrategie aufzusetzen, die auch Roadmaps für die Kultur und die Skills, die für Rechenzentrumsmitarbeiter, aber auch für betriebswirtschaftliche und operative Supportsystemprozesse erforderlich sind, umfassen."

Ein Problem sei etwa, dass die großen Hard- und Softwareanbieter, aber auch Cloud Service Provider "derzeit die Vorteile des Cloud Computings" anpreisen. Dabei würden sie zwar aufzeigen, wie ihre Angebote Anwender schnell zu erheblichen Business- und finanziellen Vorteilen verhelfen können. "Doch die Implementierung dieser Lösungen geht oft mit nachhaltigen Auswirkungen auf den IT-Betrieb sowie die Leistungsfähigkeit beziehungsweise die Skills des Betriebspersonal einher."

Zudem gehe es in den Visionen der Anbieter für einfaches Cloud Computing in großem Stil meist um interne Systeme mit tausenden von virtuellen Maschinen und unter Umständen Petabytes an Speicherkapazität in Cloud-Umgebungen, die alle über Netzwerk-Clouds miteinander verbunden sind. "Doch das Management solcher Umgebungen wird sich wohl als komplexer herausstellen. Prozesse wie zum Beispiel Change und Incident Management sind in solchen Umgebungen viel komplizierter als mit den heute üblichen verteilten Systemen; auch das Sicherheitsproblem wird sich verschärfen." Damit die Applikations¬verfügbarkeit nicht beeinträchtigt werde, sollten Best Practice Prozesse aufgesetzt und ein hoher Automatisierungsgrad erreicht werden, "bevor man sich daran macht, interne Clouds aufzubauen, die mehr Prozess-Handling und Automatisierung erfordern".

Darüber hinaus werde der Rechenzentrumsbetrieb durch die Implementierung von Service Computing "einem zweiseitigen Problem ausgesetzt" – "dem Bedarf an neuen operativen Skills und Fähigkeiten der Administratoren einerseits bei gleichzeitig weniger gut ausgebildetem, wechselndem Personal andererseits". "Auch steht zu erwarten, dass so mancher Administrator im Rechenzentrum Angst hat, dass aufgrund der höheren Automatisierung, Konsolidierungsmaßnahmen und Self-Service Provisioning sein Job gefährdet ist." Deshalb sollte der derzeitige Stand im Hinblick auf das operative Personal, operative Roadmaps und die Zielumgebung einer Analyse unterworfen und darauf aufbauend entschieden werden, "wie die operativen Anforderungen der nächsten fünf Jahre am besten angegangen werden können".

Die IT-Verantwortlichen müssten also zunächst einmal die Engpässe beim Personal und bei den Prozessen in den Griff bekommen, die im Zusammenhang mit Service Computing Umgebungen entstehen. "Erst dann können neue Technologien voll und effektiv eingeführt werden." Diese Herausforderungen zu lösen werde "mindestens zwei bis drei Jahre" in Anspruch nehmen, "was wiederum impliziert, dass der Beschleunigungspunkt im Hinblick auf die Implementierung der nächsten Processing-Welle noch drei bis vier Jahre auf sich warten lässt".

"Jetzt steht es an, Pläne für Service Computing Umgebungen zu erstellen sowie Regelwerke, Raodmaps und Strategien zu entwickeln, um den Implementierungserfolg zu gewährleisten. In Zusammenarbeit mit strategischen Anbietern müssen Pilotprojekte aufgesetzt werden, mit denen man Erfahrungen sammeln und lernen kann. Außerdem muss die IT-Seite sich auch um entsprechende Geschäfts- und Finanzmodelle für Service Computing kümmern und sich für diese Modelle und die geplante Strategie die Unterstützung der Geschäftsseite sichern, bevor sie von der Markthysterie mitgerissen werden. Bis dahin werden die meisten Unternehmen Cloud Computing sehr selektiv angehen und eher taktisch einsetzen", erklärt Velten.

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