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07.04.2010 Thomas Mach

Anwender sind bei Cloud Computing äußerst skeptisch

Kaum Vertrauen zu den Anbietern, Sicherheitsbedenken und Probleme beim Management: Cloud Computing ist noch lange nicht dort angekommen, wo Evangelisten es gerne sehen würden. Langfristig führt aber kaum ein Weg an der Wolke vorbei.

Vision und Realität klaffen in Sachen Cloud Computing derzeit noch weit auseinander. Zwar ist die Wolke längst zum Hoffnungsträger der Industrie geworden – zahlreiche Produkte, Lösungen und Services werden als Cloud-fähig angepriesen – doch die Anwender üben sich in Zurückhaltung. »Die Skepsis hinsichtlich eines sicheren Umgangs mit der Wolke ist bei vielen IT-Entscheidern nach wie vor sehr groß«, sieht Christoph Stoica, Director Identity and Security Management bei Novell Central Europe, das Thema Sicherheit als eines der Hauptprobleme der Wolke. Dabei sei nicht nur technische Sicherheit für Kunden relevant. Viel mehr spiele das Vertrauen zum Anbieter eine entscheidende Rolle.

Ähnlich sieht es Franz Kasparec, Senior Manager Practice EMEA East bei EMC Österreich: »Das Vertrauen der Kunden spielt eine wichtige Rolle. Wir nehmen daher als Hersteller die Aufgabe ernst, Technologien und Beratungsleistungen zu liefern, mit denen IT-Dienstleister ihre Cloud-Infrastruktur effizient und sicher managen und sich gegenüber ihren Kunden als wirtschaftlich und gleichzeitig sicher und vertrauenswürdig positionieren können.«

Doch auch andere Gründe halten Unternehmen davon ab, auf Cloud Computing zu setzen. Zu den Problemfeldern gehören laut Christian Winkelbauer, Country Manager Österreich bei BMC Software, auch Management und Verwaltung von Cloud-Landschaften. Der Experte verweist auf eine Umfrage des Forschungsinstituts Vanson Bourne. Rund 70 Prozent der Befragten gaben zwar an, dass sie entweder gerade virtualisieren oder dies vorhaben – doch bei Cloud Computing sieht die Situation gänzlich anders aus: Gerade einmal 38 Prozent führen dynamische Ressourcen-Allokation durch, nur jeder Fünfte arbeitet mit automatischer Provisionierung und noch weniger Anwender deprovisionieren automatisch.

LÖSBARE PROBLEME »Virtualisierung wird bereits zur Kostenreduktion im Rechenzentrum genutzt, bei Cloud Computing herrscht hingegen noch Zurückhaltung«, sagt Winkelbauer. Herausforderungen bei Management und Sicherheit sieht er aber nicht als unlösbare Probleme: »Für mögliche Vorteile wie erhöhte operative Effizienz, Skalierbarkeit, Servicevielfalt und Kostensenkung lohnt es sich, einen näheren Blick auf Cloud Computing als Alternative zu werfen.«

Derzeit finden sich im Angebots-Dschungel drei Typen von Clouds: Public, Private und Hybrid. »Die Public Cloud ist besonders für Unternehmen interessant, die nicht mehr ihre eigene Infrastruktur und Applikationen unterhalten wollen. Sie mieten sich quasi eine virtuelle Maschine für einen gewissen Zeitraum und sparen so Kapitalkosten.«

Wenn ein Unternehmen hingegen mit sensiblen und geschützten Daten oder Applikationen umgeht, biete sich eher eine interne oder Private Cloud an. »Diese garantiert eher die Einhaltung von Complianceanforderungen«, erklärt Winkelbauer. Gerade hier sei es aber wichtig, dass mit Hilfe einer auf Best-Practice-Prozessen laut ITIL basierenden Lösung nachvollzogen werden kann, welche Services in der Cloud gehostet und welche Workloads automatisiert werden.

Inzwischen vertrauen IT-Manager laut Winkelbauer auch auf hybride Wolken, die sich aus einer Mischung von internen und externen Services zusammensetzen. Hier würden Kostenersparnis der Public Cloud und erhöhte Sicherheit der Private Cloud optimal zusammenarbeiten. »So kann ein Unternehmen neben der internen Wolke auch weitere externe Cloud-Services in Anspruch nehmen und so zum Beispiel zusätzliche Speicherkapazitäten oder Infrastrukturelemente nutzen.«

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