Cloud Computing für Java-Entwickler Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


29.04.2010 Oliver Weiss

Cloud Computing für Java-Entwickler

Salesforce.com und VMware haben VMforce präsentiert, eine Entwicklungsumgebung für Enterprise Java Apps. Sechs Millionen Programmierer sollen davon profitieren.

VMforce, die erste Enterprise-Java-Cloud, wird laut Ankündigung das Spring Framework von VMware nutzen. Java-Programmierer benötigen also keine eigene Software und Entwicklungsumgebung, sondern programmieren in der Cloud. Darf man der gemeinsamen Ankündigung von Salesforce und VMware Glauben schenken, dann entsteht durch die strategische Alliance beider Unternehmen ein echtes Platform-as-a-Service-Angebot (Paas). Etwa zwei Millionen Java-Programmierer sind in der Spring Community organisiert.

Cloud-Pionier Salesforce betreibt, neben seinem Customer Relationship Management (CRM), bereits ein PaaS in der Wolke: Force.com. Der Nachteil von Force.com besteht jedoch in der proprietären, eher unüblichen Programmiersprache Apex, auf die sich Software-Entwickler einschiessen müssen, um die Vorteile von Force.com nutzen zu können. Mit VMforce will Salesforce jetzt die riesige Gemeinde der Java-Entwickler mit an Bord holen.

Java-Programmierer, die unter VMforce entwickeln, sollen laut Ankündigung auch auf die Business-Services der bereits bestehenden PaaS-Umgebung Force.com zugreifen können. Dazu gehören Workflows, Reporting und Analyse, Software-Module für den mobilen Einsatz von Devices, Sicherheit und Identität. Ausserdem profitieren VMforce-Entwickler von der relationalen Force.com-Datenbank und von den Chatter-Services, die Salesforce auf seiner Hausmesse im letzten Jahr in San Francisco erstmalig präsentierte. Chatter führt soziale Kommunikationskanäle wie Gruppen-Diskussionen, Feeds, Dokumenten-Sharing und eventgesteuerte App-Nachrichten auf einer Plattform zusammen.

VMforce unterstützt Standard-Java-Code, Java Server PagesLexikon und Servlets über das Spring Framework. Auf diesem Java-SDK programmierte Anwendungen sollen sich einfach auf VMforce und zurück portieren lassen. Ausserdem skalieren VMforce-Business-Anwendungen, wie von Cloud-Diensten aber auch nicht anders zu erwarten, automatisch. Kunden müssen sich keine Gedanken über die Kapazität von Applikationsservern, Datenbanken oder die Infrastruktur machen. Als Server für die VMforce-Applikationen kommt "tc Server Runtime" zum Einsatz, eine Unternehmensversion von Apache Tomcat.

VMforce wird im Herbst 2010 an den Start gehen, zumindest ist für den Herbst dieses Jahres eine Developer Preview vorgesehen. Die beiden Anbieter betonten, dass alle auf VMforce entwickelten Java-Applikationen automatisch und ohne zusätzlichen Programmieraufwand auch auf mobilen Devices nutzbar seien. Möglich machten das mobile Sourcecode-Komponenten auf Force.com. Die unter dem Spring Framework entwickelten Apps werden durch einfaches Drag&Drop implementiert, das heisst in die Cloud gebracht.

Dank der vCloud-Technologie von VMware übernimmt VMforce automatisch das Management des Java-Stacks und skaliert auch die Infrastruktur automatisch, sollten Änderungen beim User-Verhalten zum Beispiel mehr Ressourcen erforderlich machen. Zu den Modulen auf Force.com, die Java-Programmierer benutzen können, stehen an erster Stelle die relationale Force.com-Datenbank selbst, ferner eine Workflow Engine, eine Analytics Engine, Reporting und Dashboard-Erstellung, eine automatische Volltextsuche sowie die Verwaltung der User und der User-Rechte (Identity Management).

Microsoft hat Anfang des Jahres mit Windows Azure ebenfalls ein PaaS-Angebot auf den Markt gebracht, legt aber auf seine .NET-Programmiersprachen Visual Basic und C# sehr starken Wert. Java kommt dabei zu kurz. Ausserdem soll VMforce, im Gegensatz zu Windows Azure, auch lokal auf den Unternehmensrechnern implementiert werden können. Weiterführende Informationen zu VMforce und "Open PaaS" finden Interessierte in zwei Blogposts bei VMware sowie bei Salesforce.

"Jetzt können Enterprise-Java-Entwickler leistungsstarke und innovative Cloud-Apps schaffen", verspricht Salesforce.com-Chef Marc Benioff. Sein VMware-Pendant Paul Maritz ergänzt: "Kunden können so die bestehenden internen Investitionen mit der Flexibilität und den Ressourcen der Cloud verbinden." Anwender sollen unter anderem von der automatischen Skalierung durch VMforce profitieren und sich keine Gedanken mehr über die Skalierung von App-Servern, Datenbanken oder Infrastruktur an wechselnde Leistungsanforderungen mehr machen müssen.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • mic customs solutions (Gruppe)

    mic customs solutions (Gruppe) Supply Chain Management, Kaufmännische Software (ERP), Expertensysteme, E-Procurement und Supply Chain Management, B2B Dienste und Lösungen mehr
  • ELO Digital Office AT GmbH

    ELO Digital Office AT GmbH Mobile Lösungen und Applikationen, Dokumentenmanagement und ECM, Übernahme von Softwareprojekten, Systemintegration und Systemmanagement, Programmierung, Individual-Softwareentwicklung, IKT-Consulting,... mehr
  • VOQUZ Technologies GmbH

    VOQUZ Technologies GmbH Öffentliche Verwaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung, Product Lifecycle Management (PLM), Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS),... mehr
  • SEQIS GmbH

    SEQIS GmbH Qualitätssicherung, Expertensysteme, Tools, Security Audits, E-Commerce-Software, B2B Dienste und Lösungen, Übernahme von Softwareprojekten,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: