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02.06.2010 OSCAR*

Gastkommentar: Heiter bis wolkig

Aus gegebenem Anlass geht es heute um das Thema Cloud Computing.

Cloud ist ja in letzter Zeit ein Buzzword in der IT, aber auch – weil zum derzeitigen Wetter passend – ein Passwort, nicht zu verwechseln mit Password, dem Kennwort für die Zugriffssicherheit. Wiki beschreibt Cloud Computing folgendermaßen: die IT-Landschaft wird durch den Anwender nicht mehr selbst betrieben, sondern von einem oder mehreren Anbietern als Dienst angeboten. Die Anwendungen und Daten befinden sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum, sondern in der (metaphorischen) Wolke, auf die üblicherweise über das Internet zugegriffen wird.

Klingt für mich nach SaaS – the next Level. Weil SaaS ja seit 2005 in aller Munde ist und mittlerweile als abgedroschene Phrase abgetan wird (Erfolg kann man SaaS nicht wirklich nachsagen), wurde ein neuer Begriff gesucht, der den Unternehmen wieder frisches Budget wert sein sollte. Natürlich hat Cloud Computing theoretisch seinen Charme und man darf den Umwelteffekt (weil weniger Infrastruktur läuft) nicht vergessen. Trotzdem erinnern mich die verwendeten Argumente sehr stark an den Beginn meiner IT-Zeiten, wo Mainframes das Non-Plus-Ultra waren und sich der Anwender mit auf Terminals vorgegebenen Diensten begnügen musste. Heute, in der Cloud, ist sicher mehr Flexibilität im Spiel, vor allem farblich, aber das Konzept ist das Alte. Nichtsdestotrotz halte ich Open Source und Cloud für unzertrennlich und einen großen Trend. Die Herausforderung ist, einzelne Clouds über dieselben Sicherheits- und Stabilitätsanforderungen zusammenarbeiten zu lassen. Auf Grund seiner Offenheit (Stichwort offene API), Flexibilität, Interoperabilität und der Herstellerunabhängigkeit, ist Open Source die geeignete Technologie, um von einer Cloud auf die andere zuzugreifen. Das heißt, ich kann (m)eine Cloud durch shared Services von anderen, etwa Public Clouds, erweitern. Und in Zeiten wie diesen ist der Kostenfaktor nicht zu vernachlässigen, weil durch den Einsatz von Open Source hier sicher Vorab-Investitionen minimiert werden können.

Den Markt betrachtend gibt es hier aber noch einiges zu tun. Es mangelt an transparenten, durchgängigen und schlüssigen Konzepten, und der Begriff Cloud wird vielseitig, oft auch für nur einfache Services (z.B. Hosting), benutzt. Und es gibt immer noch gute Gründe für Unternehmen, die IT in eigenen Händen zu belassen und dabei trotzdem die Kosten erheblich zu minimieren.

*OSCAR steht für Open Source Communication And Relation und ist eine Kolumne des Open-Source-Spezialisten Michael Kalaus.

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