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21.06.2010 Jon Brodkin*

Google, Microsoft & Co: Sechs Vorurteile gegenüber Cloud-Anwendungen

Arbeitsplatzverlust, Kostenersparnis, Bandbreiten-Probleme, Leistungsfähigkeit, Installationsaufwand und Sicherheit - zum Thema Cloud-Computing gibt es viele Vorurteile und Irrtümer. Wir erklären die neue Technologie, die unter anderem Google und Microsoft vorantreiben.

In diesem Artikel werden wir Ihnen sechs weit verbreitete Vorurteile zum Thema Cloud-Computing vorstellen. Sie erfahren, wie sich die IT-Spezialisten den Nutzen, die Langzeitauswirkung und die Arbeitsweise mit der neuen Technologie vorstellen.

Wir stellen Ihnen bewusst die Meinung verschiedener Experten vor, sodass Sie sich selbst ein Bild über die neue Cloud-Technologie machen können.

CLOUD-COMPUTING WIRD VIELE IT-ARBEITSPLÄTZE VERNICHTEN Es ist wahr, dass mit Hilfe der Cloud-Technologie IT-Aufgaben nicht mehr im Unternehmen selbst durchgeführt werden müssen. Darum wäre es für viele Unternehmen nicht mehr notwendig, eine große IT-Abteilung aufrecht zu erhalten. Einige Organisationen, die Anwendungen wie Google Apps nutzen, sind schon jetzt vollständig auf Cloud-Dienste umgestiegen. Der Grund: Die Belegschaft ist mit der Masse interner E-Mails und kooperierenden Systemen nicht mehr klar gekommen. Dieses Ursache-Wirkungs-Szenario könnte auf andere Unternehmen übertragen werden und den Verdacht des Outsourcing im großen Maße erhärten.

Jedoch, so sagen die Analysten, sind die langfristigen Risiken für Arbeitnehmer im IT-Bereich bei weitem nicht so groß, wie es zunächst aussieht. Unternehmen, die über eine große Zahl Cloud-Applikationen verfügen, benötigen auch weiterhin IT-Mitarbeiter, welche die verschiedenen Programme koordinieren und ins System integrieren können. Einige IT-Projektleiter werden sich und ihre Aufgaben vielleicht später mit etwas anderen Augen sehen. Weniger als ausführendes Projektorgan, sondern eher als Koordinator und Verkäufer der erhaltenen Daten.

"Es ist keine Frage, dass sich die Nachfrage nach den traditionellen IT-Fähigkeiten deutlich abschwächen wird", sagt Jeff Kaplan, Analyst und Vorstand von Thinkstrategies. "Aber dies bedeutet nicht, dass es in Zukunft nicht eine neue Generation Spezialisten im Bereich der Datenorganisation und -aufbereitung geben kann, die mit den Cloud-Lösungen arbeiten können.

Wenn Sie zurzeit als IT-Administrator einen oder mehrere Server betreuen, sich um die Applikationen kümmern und weitere lokale Software verwalten, dann könnte Cloud-Computing ihr Arbeitsleben verändern. Sie müssten sich neue Fähigkeiten aneignen oder sich sogar umschulen lassen. Jedoch sollten clevere technikbegeisterte Mitarbeiter in der Lage sein, sich den Änderungen in einer sowieso schnelllebigen Branche anzupassen.

DIE CLOUD IST GÜNSTIG Das Ziel von Google Apps ist ein Umsatz von 37,50 Euro (50 US-Dollar) pro Jahr und User im Business-Bereich. Der Online-Service von Microsoft zielt auf 90 Euro (120 US-Dollar) pro Jahr. Google und Microsoft bieten beide kostenlose Versionen für Privatnutzer an.

Das Angebot hört sich günstig an, da es auch günstig ist. Jedoch bemerken Nutzer und Analysten schnell, dass nicht nur Lizenzkosten die Unternehmens-Kasse belasten. "Der erste Eindruck vermittelt, dass die Cloud fast kostenlos ist. Sie ist da draußen. Man muss sich nur anmelden und alles ist super", sagt Scott Weidig, der Technologie-Koordinator an der Schaumberg High School in Illinois. Er nutzt schon jetzt viele Cloud-Applikationen, wie Zoho und Google Apps im geschäftlichen und privaten Bereich.

Was höhere Kosten verursachen kann, sind beispielsweise die Bandbreitenanforderungen um die Cloud effektiv nutzen zu können. Einige Nutzer mussten darum schon zu einem teureren Netztarif wechseln.

Viele Nutzer sind sich auch der versteckten Rechtskosten nicht bewusst. "Denn Unternehmen gehen ein großes Risiko ein, wenn sie Applikationen aus dem Unternehmensspeicher in die Cloud laden", sagt Nolan Goldberg, Anwalt für Patentrecht und Spezialist im Bereich der Betriebsgeheimnisse bei Proskauer Rose LLP in New York.

"Cloud-Dienste sind nicht notwendigerweise günstiger", sagt Goldberg. "Das Vorurteil der günstigen Cloud-Dienste entstammt den Preisschildchen, welche von den Cloud-Unternehmen veröffentlicht werden, und beinhalten nicht die zusätzlichen Kosten."

Bevor Sie sich für einen Cloud-Dienst entscheiden, sollten Sie genau abwägen, ob der Dienst auch für die Applikationen, die Sie ersetzen oder verbessern wollen, sinnvoll ist. Außerdem sollten Sie sich den Vertrag genau anschauen um mögliche Stolperfallen auszuschließen. "In einigen Verträgen wird dem Cloud-Dienstleister das Recht eingeräumt, die Nutzungsbedingungen beliebig zu ändern und nicht einmal den Kunden ausreichend informieren zu müssen. Diese Entwicklung beunruhigt mich sehr", sagt Goldberg.

Wie schon erwähnt ist eine Cloud auch mit Risiken für die Daten und damit das Unternehmen verbunden. Wie sich die Risiken genau auf die Unternehmenskasse auswirken ist allerdings schwer vorhersehbar.

DIE CLOUD HAT NIE LEISTUNGSPROBLEME Nur dadurch, dass Sie Ihre IT-Datenverarbeitung auf eine Cloud ausgelagert haben, können Sie von der identischen lokalen IT-Architektur keine Leistungssprünge erwarten. System-Direktor Timothy Porter sagt, nachdem er einige Cloud-Applikationen vor einigen Jahren eingeführt hat: "Wir hatten große Schwierigkeiten mit der Bandbreite in unseren Büros. Darum mussten wir sie anpassen."

Porter ist der Direktor des WS Development Associates in Chestnut Hill und muss als Immobilienmakler den Überblick über 82 Objekte in ganz New England bewahren. WS Development Associates nutzt die Cloud-Software für Rechnungen, Immobilieneingaben, Provisionszahlungen und andere Verwaltungsaufgaben. Das Unternehmen hatte zuvor zwei T1-Internetleitungen und musste dann auf ein Verizon Mux aufrüsten um die benötigte Datenrate von 50 Megabit pro Sekunde zu sichern. "Ebenfalls mussten Cisco WAN Beschleuniger für die Filialen eingeführt werden", sagt Porter.

Bevor das Unternehmen die Bandbreite ausbaute, waren Leistungseinbrüche an der Tagesordnung. "Wenn Sie beispielsweise viele Rechnungen über eine Fern-Applikation bearbeiten, werden Sie bei einer zu geringen Bandbreite ständig Bearbeitungsverzögerungen ausgesetzt sein", fügt Porter hinzu. "Wenn nun weitere Rechnungen verarbeitet werden sollen und sich ein wahrer Datenstau entwickelt, dann steht den Mitarbeitern die Frustration ins Gesicht geschrieben."

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