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08.07.2010 Ewald Glöckl*

Herausforderung Sicherheit

Cloud Storage hat viele Vorteile: Flexible Skalierbarkeit, Abrechnung nach Bedarf und berechenbare Kostenstrukturen bei verbessertem Datenzugriff.

Aus kaufmännischer Sicht hat die Wolke den Nutzen, dass Unternehmen Kapitalaufwendungen durch betriebliche Aufwendungen ersetzen und mehr Produktivität und Innovationsleistung bei geringeren Kosten erzielen können. Doch bei all den Vorteilen, die Cloud Computing und Cloud Storage den Unternehmen bieten, kommen immer noch schnell Zweifel auf – etwa wenn es um die Sicherheit geht. Wie geht der Cloud Provider mit dem Thema Datenschutz um? Werden die Daten ausreichend vor unberechtigten Zugriffen von außen oder durch andere Nutzer der Cloud geschützt? Nachfolgend daher acht Tipps, die die Entscheidung bei Cloud Storage etwas erleichtern.

ERMITTELN DES GEEIGNETEN CLOUD-TYPEN Die erste Entscheidung, die Unternehmen treffen müssen, betrifft die Eingrenzung des Cloud-Service. Was wird bereitgestellt? Was wird gemanagt? Sollen die Daten in einer privaten, also internen, oder öffentlichen, also externen Cloud, verwaltet werden? Je nachdem, ob externe oder interne Cloud-Services gewählt werden, unterscheiden sich auch die Herausforderungen. Bei externen Clouds etwa ist es wichtig, dass der Service Provider Daten, Kommunikationsdienste und Applikationsumgebungen seiner Kunden sicher voneinander trennt. Kunden dürfen nicht in der Lage sein, die Daten der anderen Unternehmen einzusehen oder zu verändern. Bei der Einrichtung interner Cloud Services kommt es darauf an, dass eine sichere Trennung der Daten nach einzelnen Geschäftsanforderungen und -bereichen möglich ist und dass Compliance-Anforderungen erfüllt werden.

»AUGEN AUF« BEI DER WAHL DES PARTNERS Für Unternehmen, die ihre Daten outsourcen wollen, ist Cloud Storage eine Alternative zur komplexen in-house Storage-Provisionierung. Die Auslagerung der Daten in die Wolke reduziert die Storage-Management-Aufgaben für Unternehmen, da sie nun nicht mehr für Verwaltung der RAID-Level, Migration der Daten zwischen Storage Tiers, Wartung von Laufwerken und die Durchführung von Replikation, Snapshots und Backups zuständig sind. Das übernimmt der Cloud Storage Provider. Daher gilt: »Augen auf« bei der Wahl des richtigen Partners. Nur wer seinem Provider vertraut, wird langfristig eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung haben.

VERSTECKTE KOSTEN Die Auslagerung von Daten in die Cloud unterstützt Unternehmen einerseits darin, Storage-Management-Kosten zu senken. Nur wenige Anbieter weisen jedoch darauf hin, dass die einfachen Speicherkosten nur einen Teil des Gesamtbilds ausmachen. Hinzu kommen Kosten für die Datenmigration oder Gebühren für Speicherung, Datenzugriff und Bedienung portabler Datenträger. Für Unternehmen, die Cloud Storage einführen wollen, ist daher ein zweiter Blick wichtig, um keine versteckten Kosten zu übersehen. Viele Cloud-Storage-Provider bieten mittlerweile auch Tools an, die monatliche Kosten berechnen können.

RICHTIGE FRAGEN STELLEN Keine Storage-Infrastruktur ist wie die andere. Für Storage-Administratoren ist es daher wichtig, die richtigen Fragen zu kennen, die sie potenziellen Service Providern stellen sollten. Nur so kann evaluiert werden, wie die Storage-Cloud die Umgebung beeinflussen wird. Es ist etwa zu klären, ob sich die Cloud-Storage-Kosten erhöhen, wenn die Aktivität der Anwender steigt.

SICHERHEIT BEACHTEN Cloud Computing soll Unternehmen nicht nur Flexibilität und einfaches Management bieten, sondern auch ein Security-Niveau, das diesen Namen verdient. Schließlich werden die gewohnten Strukturen außer Kraft gesetzt. Statt Dateninseln zu betreiben, werden die physischen Grenzen aufgehoben. Die bisherige hardwarebedingte Trennung und Sicherheit ist nicht mehr gegeben. Bereiche wie Personalwesen, Kunden- und Patientendaten, Projektinformationen, Rechnungswesen oder Einwohnerdaten müssen aber auch in der Cloud sicher sein. Mit dem Cloud-Anbieter ist deshalb im Vorfeld zu klären, wie er mit dem Thema Security umgeht. Ein weiterer Brennpunkt ist der Datenschutz in der Cloud.

10GE ALS BASIS NUTZEN Wenn bereits umfassende Investitionen in FC-SAN getätigt wurden, wollen die betreffenden Unternehmen bevorzugt FC als Teil der Cloud-Infrastruktur nutzen. Davon ist jedoch abzuraten. Nahezu alle großen Cloud-Services nutzen Ethernet als Grundlage; nicht nur wegen der größeren Flexibilität, Skalierbarkeit und Transparenz, sondern wegen der Tatsache, dass dies kontinuierlich zu größenbedingten Kosteneinsparungen beiträgt. Die meisten Clouds nutzen deshalb primär NFS, einige iSCSI und auch die FCoE-Technologie ist deutlich im Kommen.

SERVICE LEVELS Zur Einhaltung von SLA müssen sich Unternehmen im Klaren darüber sein, was sie an Leistungen von ihrem Anbieter erwarten. Die Performance von Applikationen oder Transaktionen etwa in Form von Antwortzeiten oder Datendurchsatzraten muss durchgängig konsistent sein. Unternehmen sollten daher mit ihrem Cloud-Provider Service Levels vereinbaren, damit diese Leistungen garantiert sind.

ZUSAMMENARBEIT Um die Vorteile von Cloud Storage voll auszuschöpfen ist es notwendig, Entscheidungen, einschließlich Richtlinien, Standards, Sicherheitsanforderungen und zentralisierte Beschaffung, unternehmensintern mit den verschiedenen Abteilungen abzustimmen, die von der Cloud betroffen sind. Denn der Wechsel zu einem Cloud-Anbieter erfordert meist auch neue Prozesse und Organisationsänderungen – und dies bedarf der Unterstützung aller betroffenen Unternehmensebenen.

*Ewald Glöckl ist Regional Manager Austria & Eastern Europe bei Netapp.

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