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02.12.2010 Thomas Mach/apa

Rosige Cloud-Zukunft – der Boom steht erst bevor

In den Köpfen der Anwender ist die Wolke bereits angekommen. Von einer tatsächlichen Nutzung ist die Überzahl der heimischen wie auch europäischen Unternehmen aber noch weit entfernt.

Die Ära des Cloud Computings ist zwar bereits eingeläutet, doch die Mehrheit der deutschsprachigen Unternehmen steht dabei noch ganz am Anfang. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der XaaS Check 2010 – Status Quo und Trends im Cloud Computing, welchen die Forschungsgruppe Serviceoriented Computing der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam mit Analysten des Wolfgang Martin-Teams und IT Research im deutschsprachigen Raum durchgeführt haben.

Der Studie zufolge ist erst bei gut einem Drittel (38 Prozent) der befragten Unternehmen Cloud Computing überhaupt im Einsatz. 31 Prozent seien noch in der Planungsphase, weitere 19 Prozent hätten mit der Umsetzung gerade erst begonnen. »Viele Unternehmen stehen beim Trendthema Wolke noch am Beginn. Für die Softwarehersteller, die die Kundenbedürfnisse hier mit flexiblen und einfachen Lösungen erfüllen, birgt der Cloud-Computing-Markt ein großes Marktpotenzial«, erklärt Herbert Kindermann, seines Zeichens CEO des Cloud-Spezialisten Metasonic. Die TU-Studie zeige beispielsweise unter anderem, dass 25 Prozent der Befragten noch gar keinen und zwölf Prozent nur einen Mitarbeiter hätten, der sich aktuell Vollzeit mit dem Thema Cloud Computing beschäftigen würde.

Auch Treiber und Hindernisse des Cloud Computing nahm die Studie näher unter die Lupe. Bei den Treibern liegt Kostensenkung (22,4 Prozent) vor besserer Skalierbarkeit und Verfügbarkeit (20,4 Prozent), gefolgt von Steigerung der Flexibilität (19,9 Prozent). Bei den Hindernissen führen Sicherheitsaspekte (23,7 Prozent) vor Vertraulichkeit von Daten/Information (19,8 Prozent) und mit je 11,9 Prozent Compliance-Anforderungen und rechtliche Aspekte. Darüber hinaus orte jeder zweite Befragte (50 Prozent) eine überdurchschnittlich starke Verbindung zwischen Cloud und SOA. Individualisierte Prozess-Applikationen würden wiederum von 71 Prozent der Unternehmen als sehr wichtig oder wichtig angesehen. »Diese entstehen dadurch, dass Prozesse, deren Teile normalerweise über mehrere Unternehmensapplikationen wie auch in einer oder gleich mehreren Clouds ablaufen, end-to-end abgebildet, nahtlos integriert und im Ganzen gemanagt werden«, erläutert Kindermann.

Ein – besonders in Bezug auf den Markt-Aspekt – sehr ähnliches Bild zeichnet eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC. Demnach steht der wirkliche Boom des vielgepriesenen Cloud Computing erst noch bevor. So soll sich der heimische Markt für Public Clouds, die im Gegensatz zu Private Clouds allen Nutzern offenstehen, bis 2014 von heute 67,3 Mio. Euro auf 227,3 Mio. Euro verdreifachen. Auch auf europäischer Ebene kommt Cloud Computing erst in Fahrt. IT-Experten erwarten, dass der Cloud-Markt in Westeuropa bis 2014 von heute 3,9 Mrd. Euro auf 12,9 Mrd. Euro anwachsen werde. Das Wachstum in Westeuropa soll demnach zwischen 2009 und 2014 durchschnittlich 38 Prozent jährlich betragen. »So etwas kennen wir nur aus der Dotcom-Ära«, erklärte IDC-Analyst Rainer Kaltenbrunner unlängst im Rahmen einer Podiumsdiskussion des APA-IT-Forums.

Der IDC-Studie zufolge seien mehr als 70 Prozent der heimischen Unternehmen mit dem Begriff Cloud Computing »ziemlich« bis »sehr vertraut«. Doch der tatsächliche Einsatz hinke dem hinterher. Der Einsatz entsprechender Services bis Ende 2011 rangiere auf einer Skala von null (unwahrscheinlich) bis zehn (sicher) bei Public Clouds bei 2,5 und bei Private Clouds bei vier Punkten. Als größte größte Hemmschwellen würden laut der Studie Sicherheitsbedenken gefolgt von der erwarteten schwierigen Integration in bestehende Technologien gesehen.

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