McKinsey: Die CIO-Agenda 2011 Detail - Computerwelt

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08.12.2010 Tanja Wolff*

McKinsey: Die CIO-Agenda 2011

Chefs wollen schneller wissen welchen Nutzen die IT bringt. Außerdem wünschen sie sich mehr zukunftsweisende Strategien, die Wachstum und Innovationen bringen.

Das Leben von IT-Führungskräften war nie einfach. Doch die wachsende Komplexität bringt noch mehr Schwierigkeiten mit sich. Das ist das wichtigste Ergebnis der fünften Umfrage zum Thema IT-Strategie und -Ausgaben des Beratungsunternehmens McKinsey. Dafür wurden 864 CIOs, CTOs und andere IT-Verantwortliche befragt.

Die Untersuchung zeigt, dass die Anforderungen an die IT weiter steigen. Viele Unternehmen sind zwar zufrieden mit der eigenen IT-Abteilung. Die IT-Verantwortlichen stehen allerdings vor der Hürde, dass die Funktionen einen größeren Nutzen für das Geschäft bringen müssen. So fordern C-Suite-Chefs von ihnen, dass sie mehr Gewinne aus transformativen Technologien wie Cloud Computing machen. Außerdem wollen sie, dass die IT dabei hilft Unternehmensdaten in informative Vermögenswerte umzuwandeln, um Wachstum und Innovationen zu unterstützen.

Technologien verändern unbestreitbar die Wettbewerbsdynamik, so die Analyse. Von den Befragten wird dies als zweischneidiges Schwert bezeichnet: IT ist sowohl eine wettbewerbsfähige Waffe, als auch eine Störungsquelle, wenn sie von den Wettbewerbern verwendet wird.

Bereits zum dritten Mal in Folge, sagen die Verantwortlichen, dass ihre Unternehmen besonders anfällig für zwei Bedrohungen sind: Die steigenden Ansprüche der Kunden und die signifikanten Änderungen bei den Lieferkosten. Die Liste der Bedrohungen wurde in diesem Jahr erstmalig durch zwei weitere Faktoren ergänzt: Die Entstehung neuer Produkte oder Dienstleistungen von Mitbewerbern und deren Entwicklung neuer Angebote. So bieten beispielsweise Telekommunikations-Unternehmen Cloud-Computing-Services an.

Doch es gibt auch gute Nachrichten für diejenigen, die die IT verwalten. Als Folge dieser Bedrohungen hat der Kostendruck nachgelassen. Die Befragten sagen, dass die IT nicht mehr nur als Kostenstelle von der Führungsetage angesehen wird.

Nur noch 23 Prozent (2009: 25 Prozent) finden, dass der primäre Beitrag der IT darin besteht, Dienstleistungen zu möglichst niedrigen Kosten zu liefern. Stattdessen erwarten IT- und nicht-IT-Chefs, dass die IT nützlich ist, um eine breitere Geschäftseffizienz (39 Prozent) und eine differenzierte Performance (21 Prozent) zu erreichen.

SENKUNG DER IT-BETRIEBSKOSTEN Laut der Studie müssen IT-Verantwortliche einen Balanceakt bewerkstelligen. Wie bereits im vergangenen Jahr sollen die IT-Betriebskosten weiter gesenkt werden. Dabei verfolgen IT-Chefs primär das Ziel die strukturellen Kosten der IT zu reduzieren, denn das erwarten auch die Führungskräfte der Unternehmen von ihnen.

Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass Unternehmen weiter in neue IT-Fähigkeiten investieren wollen. Mehr als die Hälfte der Befragten werden 2011 mehr für die IT ausgeben, um das Geschäft auszuweiten und um gegen Counter-Technologie-basierte Bedrohungen zu kämpfen. 18 Prozent erwarten eine Steigerung von mehr als zehn Prozent, während ein gutes Drittel der Umfrageteilnehmer ihre Investitionen um sechs Prozent oder mehr erhöhen wollen.

20 bis 25 Prozent der Befragten sind sehr oder extrem zufrieden damit, dass die IT fähig ist, zusammen mit Geschäftspartnern technische Ideen oder Projekte umzusetzen. Allerdings sind 40 Prozent nicht oder nur etwas zufrieden mit der Effizienz der IT in diesem Bereich.

Zwei Technologie-Innovationen stellen die IT-Verantwortlichen vor neue Herausforderungen. Das ist zum einen die vollständige Daten- und Analyse-Integration in unternehmerische Entscheidungen und zum anderen Cloud-Computing-Plattformen.

BUSINESS INTELLIGENCE UND ANALYSEN Laut der Untersuchung haben Business Intelligence und Analysen einen großen Einfluss auf die Entscheidungen der Führungsetage. Zwei Drittel der IT-Chefs sagen, dass bei ihren Geschäftsprozessen und Entscheidungen immer mehr mit Daten arbeiten. Sie glauben, dass sich dieser Trend auch in den anderen Bereichen des Unternehmens durchsetzen wird. Bei knapp der Hälfte werden die Daten bereits in allen Funktionen genutzt.

Die Umfrageteilnehmer, die bereits Daten und Analysen für ihre Geschäftsentscheidungen nutzen, sehen darin große Vorteile. Mehr als ein Drittel ist dadurch zu neuen Kenntnissen gelangt, 34 Prozent können die zukünftige Wertentwicklung besser voraussagen und 29 Prozent entscheiden sich schneller. Die Nutzung von Daten auf allen Entscheidungsebenen steht allerdings noch vor einigen Hürden, die genommen werden müssen. So verfügt ein Viertel der Befragten nicht über die notwendigen Daten und 15 Prozent haben keine Skills, um Analysen ausführen zu können.

Die Studie hat ergeben, dass mehr als 80 Prozent Cloud Technologien nutzen oder damit experimentieren. Fast zwei Drittel nutzen Cloud-basierte Applikationen in einigen Bereichen. Die Befragten gehen davon aus, dass es in den kommenden zwölf bis 18 Monaten mehr Implementierungen und Pilot-Projekte geben wird. Doch mit der stärkeren Nutzung von Cloud Computing entstehen neue Risiken für die Unternehmen. So sehen ein Viertel der IT-Verantwortlichen die Sicherheitsfrage als großes Hindernis an, 14 Prozent die Verwaltung von regulatorischen Risiken.

Doch wie können sich Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten? Der Analyse zufolge sollte die Unternehmensführung cross-funktionale Teams erstellen und enge Beziehungen zu den Chefs der verschiedenen Geschäftseinheiten aufbauen. Zudem sollten Betriebe Schlüsselrollen für Nicht-IT-Verantwortliche vergeben. Diese müssen sich für die IT im Unternehmen einsetzen. Es ist davon auszugehen, dass die nächste Welle der Innovationen von den gemeinsamen Bemühungen der Business Anwendern und der IT getragen wird.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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